es könnte mir egal sein. ist es aber nicht. deswegen sind die dinge so, wie sie sind.
18. May 2010
by miss sophie
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es könnte mir egal sein. ist es aber nicht. deswegen sind die dinge so, wie sie sind.
18. May 2010
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stuttgart. eine stadt, die ich nach 1.5 tagen nicht auch nur ansatzweise einordnen kann. wilder architekturmix. nicht einfach nur über die stadt verteilt. hier das viertel mit den altbauten. dort die kleinen reihenhäuschen. hinten die straße hoch ein paar backsteinbauten. nebendran die wilde 60er styroporwestbauweise. (fragt mich bitte nicht, wo das styropor in meiner wahrnehmung herkommt.) nein. stuttgart vereint all das in einer straße. stimmt natürlich nur fürs zentrum. von der autobahn reinfahren und am hauptbahnhof (sandstein, ich vergaß) rausgeschmissen werden. und den rest der zeit im 3km-dunstkreis des schlossgartens verbringen. but believe me, das zentrum habe ich sehr ausführlich kennengelernt in dieser nacht.
die menschen. irgendwann vorher fragte ich andere, welches viertel denn so besuchenswert wäre. man sagte mir, es gäbe keins. das stimmt so nicht. irgendwo hinter dem hauptbahnhof gibt es eins. kennengelernt habe ich es nicht. ich habe die zeit zwischen der lichtbildnerei, einer wohnung 5 straßen hinter dem oberen schlossgarten und einem gebäude, das aussieht wie eine kirche, aber wohl doch eher ein altes verwaltungsgebäude ist, verbracht. inklusive großem frühstück auf den treppen dieses alten gebäudes. nebendran der flohmarktstand. zwischen all dem eine einkaufsmeile, die “noch eine echte einkaufsmeile ist. hier will ich mich mit ‘nem kasten bier hinsetzen und zwischen all den leuten meinen spaß haben.” (o-ton mitbewohner v.)
die menschen. stuttgart’s “in-crowd” (so wurde sie mir vorgestellt) ist verwirrend stylisch. ich habe viele endzwanziger bis enddreißiger gesehen. sie könnten auch genauso in münchen oder im prenzlauer berg rumlaufen. interessanterweise sind mir keine endzwanziger bis enddreißiger aufgefallen, die nicht in dieses schema gepasst hätten. dazu passend die party, auf der ich nachts um zwei gelandet bin. mit ausnahme eines physik/informatik-nerds alle aufgehübscht. auf eine weise, die klar macht, dass sie das jeden morgen nach dem aufstehen tun. klar. davon gibt es in berlin auch genug menschen. vielleicht ist das auffälligste daran gewesen, dass es meine unbewussten erwartungen in grund und boden gestylt hat.
stuttgart 21. ein plan. ein größenwahnsinniger. der alte kopfbahnhof soll weg. alle gleise unter tage und – wie in berlin – mit einer durchgängigen strecke durch die stadt. alle gleise unter tage. die züge werden damit nur ein paar minuten schneller. stuttgart’s bahnhof gilt als der schnellste kopfbahnhof. 4 minuten braucht ein ice momentan für halt und richtungswechsel. das viertel hinterm bahnhof soll auch weg. einer unserer gastgeber bezeichnete es als das alternative viertel stutgarts. der an der oberfläche freiwerdende platz soll mit ‘repräsentativen’ bauten gefüllt werden. die privatwirtschaftlichen unterstützer und entscheider kommen allesamt aus der bau- und kreditbranche. die politischen entscheider hängen in den firmen der privatwirtschaftlichen entscheider mit drin. die halbe stadt ist dagegen. es ist zum kotzen. einfach nur zum kotzen. die deutsche bahn ag schafft es seit jahren, bald jahrzehnten, den deutschen städten sämtliche historie abzureißen und seelenlose, überall gleich aussehende bahnhofsbauten an ihre stelle zu setzen. und diejenigen, die in ihrem konservativen denken sonst so sehr auf tradition setzen, haben nur noch eurozeichen in ihren augen. wie soll man da bitte nicht dem allumfassenden zynismus anheimfallen. die alternative heißt kopfbahnhof 21. die modernisierung der bestehenden anlagen würde ca. ein drittel bis die hälfte kosten und ein wichtiges identifikationsmerkmal der stuttgarter zu ihrer stadt erhalten. wir in berlin wohnenden konnten nicht anders, als der initiative erfolg zu wünschen, aber nicht ernsthaft daran zu glauben. zu tiefgreifend sind die veränderungen, die in dieser stadt bereits geschehen sind. allein für diese desillusionierung möchte ich alle daran beteiligten teeren, federn und mit ihnen das ölloch im golf von mexiko schließen. die arroganz, mit der sie städtebaulichen raubbau betreiben ist einfach unfassbar… arrogant.
15. May 2010
by miss sophie
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5. May 2010
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18. April 2010
by miss sophie
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3 Tage Ausnahmezustand. Eigentlich – wie jedes Jahr – sind es 7. Noch eigentlicher sind es 14. In den zwei Tagen vorher möglichst viel von der Arbeit vorverlagern. In den zwei Tagen danach den Kater auskurieren und alles sacken lassen. Die kommende Woche Vorträge nachholen, die ich verpasst habe.
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Nach viermal re:publica ist das hier ziemlich orgametamäßig geworden. Und ja, ich kann nicht anders. Auch hier kommen ein paar -vermeintliche- Verschlimmbesserungsvorschläge.
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Von Beginn an stand bei der re:publica u.a. die Frage im Raum, für wen das denn alles gemacht wird und gut sei. Die, die sich schon mit allem auskennen und von dort aus weiter gehen wollen. Oder für diejenigen, die bislang wenig bis nichts von der Netzwelt kennen. Ist die re:publica eine Fachkonferenz oder hat sie einen Aufklärungsauftrag? Sie versucht den Spagat. Das führt dazu, dass Auskenner sich in manchen Sessions langweilen. Ich wünsche mir fürs nächste Jahr einen Wegweiser. Wie bei Barcamps, wo die Vortragenden zu ihrem Vortrag/Workshop/etc. dazuschreiben, ob es für Einsteiger, Fortgeschrittene oder Experten konzipiert ist. Das mag bei den eingeladenen Vortragenden etwas schwierig umzusetzen sein. Aber zumindest diejenigen, die auf das Call for Paper hin sprechen, können das angeben. Natürlich werden sich auch dann wieder Leute beschweren. Einsteiger werden sich ärgern, wenn ein für sie interessantes Thema für Experten konzipiert ist und umgekehrt. Aber das tun sie sowieso schon. Und dann sollen sie halt ggf. in der Diskussion den Mund aufmachen und das Thema vertiefen.
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Die Räume. Es ist eine Katastrophe. Die Workshopräume und der Kleine Saal sind einfach zu klein für die Massen an Menschen, die mittlerweile bei der re:publica anwesend sind. Die Besucherzahl wieder reduzieren, den Spagat wieder aufheben, das wäre eine Möglichkeit. Aber nein. Der Spagat hat mit dazu beigetragen, dass die re:publica jedes Jahr die Aufmerksamkeit erfährt, die sie erfährt und verdient. Streams oder Videoaufzeichnungen auch aus den kleineren Sessions wären eine andere Möglichkeit. Wenn das mehr kostet, zahle ich gerne dafür.
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Der Preis. Im Dezember und auch später noch haben sich Menschen über den Preis für die Bloggertickets aufgeregt. Jungs und Mädels: Guckt euch die Eintrittpreise für ähnliche Konferenzen im Rest Deutschlands und der Welt an. Alles unter 100,- Euro ist sagenhaft für die Menge an Vorträgen, die geboten wird.
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Das WLAN. Irgendwo habe ich zwischendrin gelesen, dass der Peak 5.000 angemeldete Geräte gewesen seien. Schon die Hälfte sind eine Herausforderung für jede Infrastruktur. Aber das scheinen die wenigsten zu wissen. Da hilft nur eins, liebes Orga-Team: Schreibt verdammt nochmal darüber! Jedes Jahr bricht das WLAN zusammen, sobald die ersten 3 Nasen mit ihren 5 Devices anwesend sind. Jedes Jahr regen sich alle darüber auf. Und jedes Jahr kommt von offizieller Seite genau nichts. Ich erkläre mich hiermit auch bereit, im nächsten Jahr jedem Meckerer einen potenziellen Erklärbärartikel unter die Nase zu halten. Und sie danach in die Slow-Media-Session zu schleifen.
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Und zum Abschluss denke ich an all die Dinge, die so gut waren, dass sie unauffällig in unserer Meckermentalität unterzugehen drohen. Die Menschen, die die re:publica alljährlich zusammen bringt. Die Begeisterung, mit der schlussendlich doch alle wieder nach Hause gehen. Die internationalen Beiträger. Die Vielfalt der Themen. Die Tatsache, dass in diesem Jahr unglaublich viele Menschen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis selbst Sessions abseits der Bespaßung gehalten haben. (Wenn ich mir überlege, was da in den vergangenen Jahren passiert ist…) Und deswegen bleibt am Ende nur eins:
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Mein Dank an das re:publica-Team!
12. April 2010
by miss sophie
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11. April 2010
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7. April 2010
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4. April 2010
by miss sophie
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1. April 2010
by miss sophie
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