die katrin

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Mein Baby war beim Friseur

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“Mein schönstes Friseur-Erlebnis” kommt gleich. Wer mag, kann sich dazu ein wenig musikalische Untermalung gönnen (passenderweise ohne Schnitt und nur mit Blick aufs Cover).


(DirektSchnitt)

Kurz vor zehn machte ich mich auf den Weg zur S-Bahn, um zur Friedrichstraße zu fahren. Erinnerungen an die re-publica kamen hoch. Damals hatte ich zur gleichen Uhrzeit das Haus verlassen und, am Bahnhof Friedrichstraße angekommen, ebenfalls den Weg nach Norden eingeschlagen. Sogar die Sonne ließ sich kurz blicken.

Pünktlich halb elf betrat ich den Laden, wurde mit einem herzlichen Lächeln und einem Glas Wasser begrüßt und sogleich mit 3 Mappen FrisurModelFotos ausgestattet. Da wurde geblättert, beraten und gegrübelt. Nein, Pony bis an die Augen ran ist keine gute Idee, da würde ich wie ein Mops aussehen. Ganz kurze Haare, mhm, nee, ‘n Mondgesicht muss nicht auch noch auf dem Präsentierteller landen. Strubbelfrisur, hm, braucht morgens ne halbe Ewigkeit, damit das so aussieht wie auf den Bildern, und die Models werden schließlich dafür bezahlt, dass sie das über sich ergehen lassen.

Dann war er gefunden, mein neuer Schnitt. “Onge” heißt er (französisch gesprochen). Ja, meine Frisur hat jetzt einen Namen. Nicht mehr einfach “Vorne so ca. bis zu den Augen und dann nach hinten abstufen bis zu diesem rausstehenden Nackenwirbel”. “Onge” – so einfach kann die Welt sein.

Das Haare-Waschen: Kopfmassage inklusive. Traumhaft. Dann ab auf den Schneidestuhl. Hier wurde mir klar, dass das Friseurhandwerk nicht einfach nur ein Handwerk ist, sondern mit entsprechender Theorie und ihren Begriffen unterlegt ist. Erst die Basis schneiden (hinten am Nacken), damit anhand der Basispunkte alles weitere die richtige Länge bekommt. Dann der mittlere Teil mit einem großen Piquage zurecht gemacht (für Menschen mit weniger viel Haar auf dem Kopf wäre dann hier der kleine Piquage zur Stelle gewesen). Zum Abschluss das Deckhaar: eine Strähne 90° von Kopf weg hochhalten, mit dem Schneiden anfangen und dann, während des Schneidens, die Strähne nach unten an den Nacken heran ziehen. Dabei immer darauf achten, dass die Haare in Bewegung sind. “Da muss noch viel mehr Bewegung rein! Und du musst die Haare fühlen. Jedes Haar fällt anders. Die Theorie ist immer die eine Sache. Aber jedes Haar fällt anders. Da musst du mit Feeling ran.” O-Ton: die Chefin. Eine natürlich junge, natürlich hippe Frau, deren Horror das halbseidene “Waschen, Schneiden, Legen” wäre. Eigentlich würde sie viel besser auf die Hairstylistenstrecke der Bread&Butter passen.

Feeling und Action, darauf kommt´s an. Mitte halt. Sowas hatte ich mir erhofft und ich wurde nicht enttäuscht.

4 Comments

  1. Und mit sowas hab ich mal meine Zeit verbracht…
    Nein, im Ernst: Wenn die dieses Drumrum nicht nur als schlechte vom Unternehmensberater oder Shampoolieferant aufgezwängte Show liefern, sondern ernst meinen, dann ist Frisuerbesuch so ne super Mischung aus Wellness und Kunst am eigenen Körper.
    Aber wie finanzierst Du sowas neuerdings? Hast Du im Lotto gewonnen?

    Ach, bevor ichs vergesse:
    Send Pix!

  2. Die Chefin war so derbe sophisticated, die nimmt das ernst. Ganz großes Kino war das. Und deswegen war es auch diese Mischung aus Wellness und Kunst am eigenen Körper samt Blick in die Künstlerwerkstatt.

    Was das liebe Geld angeht: als “Model” für den Nachwuchs gibt´s natürlich Nachlass.

  3. Na, da hab ich doch gleich mal das ganze Album aus einem Katon gekramt und bin tanzend durch mein ganzes Zimmer gehottet :-)

  4. Onge sieht guuuut aus…

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