die katrin

my photography & other stuff

2. June 2010
by miss sophie
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Schuhe kaufen mit miss sophie, Part 2.

Okileedokilee. Ich mach das ab jetzt immer so: Erst der Rant, dann der Einkauf.

Ich bin immer noch ganz benommen. Keine Pulshöhen. Dezentes Erstaunen ob mancher, nein, ob vieler Exemplare. Aber kein Erschüttertsein. Kein Zorn auf die Designer, was sie denn glauben, wer so was schön finden könnte. Kein Zorn auf die Damen der Schöpfung, dass sie den Scheiß auch noch kaufen und die Designer und Firmenchefs in ihrem, mit jeder Kollektion sich selbst übertreffenden Griff ins Klo ermutigen. Fünf Schuhläden und zwei Kaufhäuser lang hatte ich nichts als Enttäuschung erwartet und wurde mit einem Fastkauf belohnt. Jaja, ich höre und staune über mich selbst. Beinahe wäre es soweit gewesen. Zwei Paare haben es sage und schreibe an meine Füße geschafft. Dagegen ist der Sieg bei diesem Musikdingsfest ein Klacks. Die Sohle des einen und die Oberflächendings des anderen: das wär’s gewesen. Ich weiß also jetzt, was ich will…

…Erfahrene Bekleidungsneurotiker werden an dieser Stelle die Luft anhalten, vielleicht ein kleines Stoßgebet gen Himmel schicken und mir hoffentlich die Daumen drücken. Denn… GROßER FEHLER! Jetzt nämlich kommt die echte Herausforderung: Schuhe finden, die meiner Vorstellung entsprechen. Dagegen ist “überhaupt erstmal den richtigen Typ Schuh finden” die Kinderkrippe vom Kindergarten vom Sieg des Musikfestdings.

Glücklicherweise hat die Schuhindustrie irgendwann in den letzten fünf Jahren beschlossen, dass Nietengürtel in Fußform heißer Scheiß sind. Das hat den lustigen Nebeneffekt, dass auch Ware mit dem Label “klassisch” plötzlich so Nietendinger verpasst bekommt. Natürlich wesentlich dezenter in der Ausführung. Und damit exquisit passend für meine Zwecke. Ich bin gespannt, wie es ausgehen wird.

Wie alles begann, part 1.

1. June 2010
by miss sophie
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29 Jahre, 4 Monate, 25 Tage.

Ja, genau, das war mein Alter am gestrigen, so wundervoll verregneten Tage. 29 Jahre, 4 Monate, 25 Tage. Das ist auch genau die Zeit, in der ich von einer Frage verschont wurde, die meine Mum als Damoklesschwert schon vor langer Zeit über mich hängte: Businesskleidung. Was trage ich zum Meeting? Ich musste mir nie Gedanken darüber machen, Kleidung zu tragen, die nur einem, einzigen Zweck dient: In der Arbeitswelt den äußeren Eindruck zu wahren.

Das war ein Privileg, das wusste ich immer. Doch jetzt ist er gekommen. Der Tag, an dem ich darüber nachdenken muss. Denn seien wir mal ehrlich, da können die Puma-Treter noch so blumig und reinweiß daherkommen, bei einem weltweit operierenden Unternehmen der Finanzbranche sind das doch immer noch Turnschuhe. Zumal an weiblichen Füßen. Da kann die eigene Agentur drei Mal in Berlin-Mitte beheimatet sein. Und so reinweißer Scheiß kommt mir sowieso schonmal gleich gar nicht in den Schrank.

Jetzt ist Styling angesagt. Die Herausforderung: Schuhe finden, in denen ich mich auch wohl fühle. Wenn ihr irgendwann nächste Woche ein verzweifeltes Häufchen Elend durch die Schuhläden Berlins schleichen seht, die Stirnfalten zornesgefurcht, der Gesichtsausdruck von Ekel übermannt, dann sprecht mich doch bitte an und beruhigt mich. Ich kann es dann wirklich gebrauchen.

Denn Schuhe sind in meiner Welt das Epizentrum der subkulturellen Persönlichkeit. Nadelstreifenanzug? Gazelle oder Converse an den Füßen und die Schublade steht kopf. Liebliches Kleidchen? Segeltuchschuhe und die nächste Schublade wird aufgezogen. Dann kommt noch dieser Weiblichkeitsschmu hinzu. Absätze!?! Hab ich mit 14 mal probiert und drei Tage später in die Ecke gefeuert. Die zeitgleich weizenblond gefärbten Haare musste ich da schon länger aushalten. Um Gottes Willen!!! Ich hatte mal weizenblondes Haar!!! Ich erschrecke soeben vor mir selbst. Aber nun gut. Was man nicht alles so macht in seiner Jugend… Dann gibt es da noch diese Gattung namens “Halbschuh”. Die Ledervariante der Segeltuchschuhe. Und darum gleich wesentlich schicker und annehmbarer für diejenigen auf dieser Welt, für die Mädchen klein, lieb und brav sein sollen. Iiieeeh Bäh!

(Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich geradezu neurotische Züge annehmen kann, wenn es um Schuhe geht?)

Und dann kommt ja immer noch der ganze Klimper-, Schnallen- und Ornamentsscheiß bei Frauenschuhen hinzu. Vor dem gruselt’s mich am allermeisten. Das macht mich schon bei der Suche nach Turnschuhen immer ganz fuchsig. Aber halt, das heißt ja jetzt casual wear. Deppen. Bekloppte Modeindustrie. Nawieauchimmer. Ich werde jetzt losziehen. Der erste Scan. Mal sehen, wie hoch ich meinen Puls treiben kann. (Ihr wisst, Neurose und so…)

31. May 2010
by miss sophie
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Norbert und Helga.

Norbert hatte eine Vorliebe für Weihnachtsdekoration. In mehreren Kisten fanden sich Weihnachtsmänner. Auch Helga hatte eine Vorliebe für Weihnachtsdeko. Bei ihr fanden sich dazu noch jede Menge Osterhasen. Norbert bekam Post aus der ganzen Welt. Seine Freunde sind rumgekommen. Die letzte Karte von 2006. Ein Gruß zum Geburtstag aus Kuba. Helga hatte ein Faible für Schreibmaschinenband. Und einen alten Fön, der die perfekte Requisite in einer Jetsons-Verfilmung abgeben würde.

geburtstagsgrüße aus kuba

from the jetsons

29. May 2010
by miss sophie
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“Hurenbeschreibung”

Sana’a 19.10.

Besteht unsere eigentliche schamlosigkeit nicht vor allem im sprechen über sexualität (pórne-gráphein)? Denn wie schamlos ist unser sexualleben denn tatsächlich? Das beschreiben, problematisieren und klassifizieren hat uns eher lust und geheimnis geraubt. Die reflexion ist zwischen die begegnung zweier körper getreten und bildet nun einen undurchschreitbaren spiegel zwischen dem selbst und dem anderen.
Schamhaftigkeit bedeutet nicht prüderie. Sie betont eher die besonderheit und verletzlichkeit der begegnung. Weder befreit uns das reden von unserer verletzlichkeit, noch bringt es uns der erfüllung unseres begehrens näher. Es macht uns ärmer.

Leeres Viertel Rub’ Al-Khali. Michael Roes. 242.

28. May 2010
by miss sophie
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geerdetsein.

der ganze scheiß von wegen seinen inneren mittelpunkt finden, zu sich selbst kehren, nee, auch finden, den inneren ruhepol aufspüren, rausfinden, wer man ist und was man will … das ganze selbstfindungsbullshitbingo. all die hoffnungen, die man da so reinsetzt. jahr für jahr enttäuscht. da denkt man, man hat’s. aber kaum macht die kuh muh, hebt’s einen wieder aus den angeln. geht der ganze scheiß wieder von vorne los.

neulich festgestellt, die dauerhafteste, durchgängig existierende bindung (familie güldet wie immer nicht) ist die an meine universität. das sagt wohl alles über ein leben. tomte und ein hund erobern das innere ohr. aber irgendwie wurde da alles gut. und deswegen: aufstehen, dreck aus’m gesicht wischen, weitermachen.

whatever we do, we do it with style!

27. May 2010
by miss sophie
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Und das meistgelesene Magazin der Welt ist…?

Mit einer Auflage von 25 Millionen Exemplaren auf 180 Sprachen und 236 Länder verteilt: der Wachturm. Jaja, der gute, alte Wachturm. Hand hoch, wer hätte das jetzt gewusst? Natürlich vor dem Lesen der entsprechenden Review bei The New York Review of Magazines (ging vor ‘ner Weile rum, via ist mir verloren gegangen).

Joel Meares begleitet ein Ehepaar beim Verteilen, erzählt, wie aus dem Magazin eine Religion wurde, berichtet vom Brooklyn Bethel, dem weltweiten Headquarter der Zeugen, und der Entstehung einer jeden Ausgabe, lässt Ehemalige ihre Sicht auf die Sekte berichten und kehrt zurück in das Wohnzimmer eines alten Mannes, der seine Frau und große Liebe vor langen Jahren verloren hat und dessen Hände ihn heute nicht einmal mehr eine Flasche Wasser ohne Schmerzen tragen lassen. Und in den Kommentaren gibt es unzählige Beiträge von Zeugen Jehovas, die ihren Glauben verteidigen.

Spannend. Äußerst spannend. Vor allem für den Atheist in mir, der ein “Glauben an und Vertrauen auf Gott” manchmal verstehen kann, aber nie wissen wird, was das nun wirklich bedeutet und wie es sich anfühlt.

25. May 2010
by miss sophie
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Bilder. Noch mehr davon. Und eine Frage.

Wo wir grade bei Entdeckungsreisen sind. Ich hab jetzt auch eine eigene Bilderseite. images heißt sie und beherbergt meine Perlen. Die Bilder, die auch nach ein paar Wochen noch ein “BÄMMM!” in mir hervorrufen.

Selektion. Auswahl. Heikles Thema. Schon für ipernity bin ich oft genug am Überlegen. rein. raus. rein. raus. Aber ipernity soll dokumentieren. Da soll die Auswahl nicht zu gering sein. Hier bloggen. Ja, auch weiterhin. Aber für die gesammelte Übersicht meiner Favoriten nicht passend genug. Selbst die reine Ansicht der Kategorie “visuelles” reicht nicht. Und das Layout hier wird den Bildern gleich gar nicht gerecht. Deshalb an dieser Stelle nochmal ein fettes Dankeschön an Frank Bültge für die kontinuierliche Arbeit am besten WordPress-Theme für Photoblogs.

Das glücklichste Moment gestern war allerdings der, als ich beim zweiten Versuch, die Subdomain aufzusetzen, feststellte, dass ich mich mit htaccess gar nicht weiter rumschlagen muss. Keine Ahnung, ob’s die sofort abgeänderte Permalinkstruktur, die Umänderung der Bezeichnung für die Kategorien oder einfach die richtige Mondphase war. Allerdings funktioniert jetzt die Previewfunktion auf dem Blog hier nicht mehr. Die comment-template.php haut dazwischen. Ideas anyone? (Subdomain liegt auf demselben Webspace in eigenem Verzeichnis mit eigener WP-Instanz.)
Kommentare gehen aber weiterhin. Falls sonst irgendwas irgendwie nicht klappt, gebt mir bitte Bescheid.

25. May 2010
by miss sophie
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Ein ♥ für Blogs

herzfuerblogs

raw street berlin
photographie. sie mausert sich zu dem ausdrucksmittel, das meine sichtweisen auf die welt adäquat wiedergeben kann. raw street berlin. unter all den photographieblogs dasjenige, das mich immer packt. berlin sieht selten nach berlin aus. und wenn photographie die eigene wahrnehmung aufrüttelt, dann macht sie es genau richtig.

panda league
PANDAS!!! mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

electru
der mann, der momentan am häufigsten den “read later”-stempel reingedrückt bekommt. er trifft’s einfach. die musik ist manchmal grausig. aber irgendwie macht’s auf diesem blog spaß, in grütze reinzulauschen. (sorry für die grütze, aber ich bin anerkannter musiknazi, ich darf das und mach’s sowieso immer so.) und der rest ist einfach toll, großartige unterhaltung und einer der gründe, weshalb das fernsehen einpacken kann. da hat es mich auch nicht weiter verwundert, dass ich seinen schreibtisch, oder besser laptopabstellplatz, (no. 7) am sympathischsten fand.

tim renner
lukas heinser sagte einmal, er halte tim renner für fähig, die deutsche musikindustrie im alleingang zu revolutionieren. und dessen analysen lesen sich auch genau danach. treffend beobachtet. unterhaltsam geschrieben.

someone. somewhere. somehow
poesie. manchmal mit dem schlag in die magengrube, der erst nach ein paar sekunden verzögerung und dann umso heftiger reinhaut. manchmal mit dem hach des tages. immer: poesie.
(mein dank geht an irgendwen aus den letzten beiden herz-für-blogs-runden für diese empfehlung.)

und wenn ihr hier durch seid, dann ab hopp rüber zum uarrr. da gibt’s in den kommentaren noch viel mehr zu entdecken.

20. May 2010
by miss sophie
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und dann merkt man eines tages, wie stark man eigentlich ist.

die ruhe. der abstand. die fähigkeit, dinge als das zu begreifen, was sie sind. nicht die eigenen erlebnisse. nicht die eigenen erfahrungen. nicht die eigenen probleme. und das gibt kraft. kraft, anderen an genau dem punkt beizustehen, der nötig ist. die distanz zu wahren, die der andere nicht mehr hat, nicht mehr haben kann. der kühle kopf, der alles ordnet. der kühle kopf, der die anderen um ihre empathie beneidet und sich fragt, ob da irgendetwas nicht stimmt. was da schief gegangen ist in der vergangenheit. bis ein leises dankeschön den raum erfüllt. und klar wird, dass der kühle kopf genau das ist, was am meisten geholfen hat – begleitet von einer heißen träne auf der wange.