die katrin

my photography & other stuff

13. February 2008
by miss sophie
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"The strike is over."

Sie haben fertig. Die Drehbuchautoren beenden ihren gut dreimonatigen Streik und kehren an den Schreibtisch zurück. Das Verhandlungskommitee der beiden Gewerkschaften und der Produzentenverband haben sich auf einen Rahmenvertrag geeinigt, der derzeit noch zur Abstimmung bei den Gewerkschaftsmitgliedern vorliegt. Den wichtigsten Punkt im neuen Rahmenvertrag – Regelungen über die Beteiligung an der Vermarktung in den Neuen Medien – haben die Produzenten akzeptiert. Da der Beendigung des Streiks bereits mit 92.5% zugestimmt wurde, wird dann wohl auch bei der endgültigen Abstimmung nichts mehr schief gehen.

Liebe Serienfreunde, es geht weiter.
Liebe Oscarfreunde, alles wird gut.

12. February 2008
by miss sophie
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Stylomat, ey!

Im nachmittäglichen Nieselgrau begab ich mich an des heutigen Tages in die Innenstadt. Es war eine ruhige Stimmung. In der Bahn unterhielten sich zwei Damen. Die eine, frisch ins Pensionsalter gekommen, erzählte davon, dass sie jetzt nicht mehr im Kinderzimmer sitze, um dort Radio zu hören. Es stehe ja auch gar nichts mehr drin jetzt. Das Rattern der Straßenbahn beim Überfahren der Kreuzung – ein Geräusch, das mehr als vieles andere Heimat vermittelt – ist heute nur ein gedämpftes. Als würde Schnee auf den Gleisen liegen und jedes Zuviel an Dezibel in sich aufnehmen.

Selbst der mediale rote Riese war heute in gedämpfter Stimmung. Zwei Reihen Schnurlostelefone ganz für mich allein. Ich wurde fündig. Ich spielte herum. Und noch ein drittes Mal fragte ich die Verkäuferin nach etwas. Und noch ein drittes Mal hat sie mit einem herzlichen Lächeln geholfen. War ja ruhig heute.

Dann verließ ich den roten Riesen mit einem Lächeln in den Mundwinkeln. Meine Gedanken kannten nur zwei Worte: Stylomat, ey!

10. February 2008
by miss sophie
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This is awesome!

Tag 7. Aufwachen. Kaffee kochen. Zigarette drehen. Auf dem Balkon in der Wintersonne brutzeln. This is fucking awesome!
awesome balkon

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Mal wieder in dem Wissen bestätigt werden, dass gebrandete Router für’n Arsch sind. Die Bestätigung erfolgt in genau dem Moment, in dem der neue Router innerhalb weniger Minuten erfolgreich zum Laufen gebracht wird.

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Überlegen, was ich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten richtig gemacht habe. Warten auf die kleinen, bösen Dinge. Beim Rauschen der nachbarlichen Wasserleitung wird’s wohl nicht bleiben. Ying und Yang ist auch ein Prinzip, dass sich immer wieder bestätigt. Ist wie mit den gebrandeten Routern.

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Den Turmbau zu Babel nachstellen.
awesome einraeumen2

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Noch mehr Kaffee. Noch mehr Tabak. Noch mehr Sonne.

6. February 2008
by miss sophie
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Geschafft!

Wieder ereilte mich die Erkenntnis: Ich brauche dringend ein Hobby, bei dem ich handwerklich tätig sein kann. Das ist einfach das Beste fürs seelische Wohlbefinden.

Ich befinde mich inmitten einer Horror-Woche. Bei laufendem Betrieb, sprich Arbeit und Uni, neues Zimmer streichen, altes Zimmer in Kartons verstauen, umziehen, auspacken und zwischendrin an der DSL-Versorgung zweier WGs mitorganisieren. Dass unser aller Lieblings-ISP-Hure aber auch nicht damit rechnet, dass mehr als 2 Leute gleichzeitig ins Netz wollen…bei einem ISDN-Anschluss mit 4 MSNs… Nun gut. Es gibt Dinge, die werde ich nie verstehen. Das gehört dazu.

Besagte Horror-Woche zählt momentan Tag 3 ihres Lebens. Von insgesamt 7. Ich stecke mitten im Stress. Und habe gute Laune. Ich weiß auch nicht so genau, was mein Gehirn da grade veranstaltet. Soll mir aber auch recht sein. Ich schieb’s auf 2 Tage streichen. Immer eine erholsame Tätigkeit, denn mein kleines Köpfchen muss sich dabei nicht sonderlich anstrengen und hat genügend Zeit, alles mögliche zu verarbeiten. Und während mein Hirn also so vor sich hin verarbeitet, kommt das hier bei rum:

danziger nach streichen1

Das Zimmer war vorher übrigens komplett in gelb gekleidet. Nicht dass einer denkt, ich hätte 2 Tage an den Ralleystreifen gesessen.

OT: Und ich seh schon. Ich bin heute wieder eine Meisterin der Füllwörter. Kommt her, oh ihr meine Kleinen!

5. February 2008
by miss sophie
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Willkommensgruß

Am Sonntag ging ich in meine neue WG. Mein Vorgänger hatte tags zuvor das Feld geräumt. Zeit, den Schlüssel in Empfang zu nehmen und das Zimmer auszumessen. Und was erwartet mich, als ich das Licht anmache:

blumen

Ich glaube, ich werde mich wohlfühlen dort.

2. February 2008
by miss sophie
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Ein paar Gedanken zu Streik und seinen Auswirkungen.

“Einsehen, in der Wirklichkeit, daß sowieso alles anders kommt, als man es möchte und geplant hat.” Miss Julie’s Erfahrungen mit dem derzeitigen Streik der Verkehrbetriebsangestellten enden mit diesem Schlusswort. Und es fasst meine absurde Freude angesichts einer solchen Verkehrssituation in wenige treffende Worte.

Ob der Warnstreik an sich gerechtfertigt war/ist, wird von vielen hinterfragt und es hagelt Kritik von allen Seiten. Die BVG-Leitung zeigt sich unverständig, da das aktuelle Angebot im Kern keine Lohnerhöhung für alle Beschäftigten ist, sondern die seit 2005 neueingestellten Mitarbeiter betrifft, die durch den damals abgeschlossenen Tarifvertrag benachteiligt sind. Die alten Mitarbeiter bekommen einen Sicherungszuschlag, der damals einer Lohnerhöhung gleichkam. Die neuen bekommen den nicht. Nun sollen auch diese Mitarbeiter wieder gleichgestellt werden. Stellt sich die Frage, warum kein einheitlicher Vertrag für alle abgeschlossen wird. Der Fahrgastverband moniert demgegenüber die äußerst kurze Ankündigungszeit sowie die noch kurzfristigere Vorverlegung des Streikbeginns. Da kann sich ja keiner drauf vorbereiten. Mark Seibert bemerkt hierzu sehr treffend: “Aber Streiks müssen weh tun, sie müssen nerven, sie müssen Schaden anrichten, weil sie sonst nichts bewirken.”

Das sind Gründe für meine Streiksympathie. Aber meine kindliche Freude steigt an die Oberfläche, weil jeder Einzelne von uns durch einen solchen Streik aus seinem Alltag gerissen wird. Das Selbstverständliche ist auf einmal nicht mehr da. Für einen kurzen Moment müssen wir vom Gewohnten abweichen und nach Alternativen suchen. Wir können uns bewusst machen, auf welchen Pfeilern unser Leben funktioniert – welche Technik und welche Dienstleistungen nutzen wir, sind wir uns dessen bewusst und bekommt dies die gebührende Wertschätzung. In einer solchen Situation kann mensch dann rummosern und meckern wie ein Rohrspatz und mit geschlossenen Augen abwarten, bis alles wieder so ist wie vorher. Aber das erhöht nur das Herzinfarktrisiko. Viel schöner finde ich es da, mit offenen Augen dem Positiven entgegen zu sehen. Die kleinen Dinge wahrnehmen, die sich einem dann auftun. Zum Beispiel Seminardiskussionen, die auf einmal lebhaft werden. Oder die Stadt zu Fuß ablaufen und dabei erzählt bekommen, wo mensch sonntags den Tatort in entspannter Runde schauen kann. Wären wir gestern mit der U-Bahn gefahren, wäre das Thema nicht aufgekommen. Weil diese entspannte Herangehensweise ans Leben aber immer wieder droht unterzugehen, freue ich mich auf Streikzeiten. Denn dann werden viele Menschen aus der Bahn ihres Alltags geworfen. Und das muss von Zeit zu Zeit einfach mal passieren.

1. February 2008
by miss sophie
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Ich kann mir ja nicht helfen, aber immer wenn die ÖPNV-Bediensteten streiken, kommt mir die Ringbahn noch leerer vor als sonst. Die Ringbahn ist übrigens eine Linie der S-Bahn und teilt Berlin in die Innenstadt und den Stadtrand. Historische Bedeutung erlangte die Ringbahn zu Beginn dieses Jahres, als sie zur Demarkationslinie für dieselbetriebene Fahrzeuge wurde. Aber zurück zum leerer-Part. Als damals im November (Dezember?) die Lokführer und somit auch die S-Bahn-Fahrer pseudostreikten, waren die Bahnen so ca. zwischen 10 und 11 Uhr leerer als sonst, obwohl alle Welt wusste, dass die S-Bahnen fahren, nur halt seltener. Da sind dann wohl trotzdem viele mit der U-Bahn gefahren.

Jetzt aber, wo die U-Bahn ausfällt, und das auch noch komplett, ist die S-Bahn wieder genauso leer wie damals beim S-Bahn-Streik. Und jetzt frag ich mich: Wo sind die alle hin? Fahren um diese Uhrzeit nur Menschen mit der Bahn, die digital bohemieren oder analog prekarieren, ihren Tag frei einteilen und ergo auch einfach mal zu Hause bleiben können? Wo waren die ganzen Schüler, die heute ihre Zeugnisse bekommen haben? Und wieso waren die Straßen auch so leer? Haben sich etwa alle nur heute morgen kurz vor neun in die S-Bahn gewagt und sich von dem Schock immer noch nicht erholt?

Ich bin tatsache ein wenig ratlos. Und fahr jetzt erstmal nach Hause. Vielleicht habe ich dann weitere Erkenntnisse.