die katrin

my photography & other stuff

31. January 2008
by miss sophie
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Meine Traumvorstellung: Eine Stadt im Ausnahmezustand.

Die Berliner Verkehrsbetriebe warnstreiken. Ganze 39 Stunden wollen sie das tun. AB Mitternacht. Meine kleinen Fäustchen reiben sich bereits diebisch aneinander. Die Äuglein funkeln. Ick freu mir. Die Bus- und Bahnfahrer wollen die gesamte Stadt zum Erliegen bringen. Nur ein paar Randgebietsbusse sind ausgenommen – vermutlich diejenigen Linien, die von Privatunternehmen im Auftrag der BVG befahren werden. Und selbst das Callcenter warnstreikt mit.

Jippieh. Das wird ‘ne ganz große Chose.

31. January 2008
by miss sophie
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Beschäftigungstherapie

Ich arbeite, ich studiere, ich ziehe um und von meiner Freizeit kann ich mich trotzdem nicht trennen. Verwendungsnachweis hier. Ins Seminar rennen da. Entgeltabrechnungen abholen dort…

Halt. Entgeltabrechnungen abholen? Im Sinne von “selber hinlaufen und persönlich in Empfang nehmen”? Ja, genau! Unsere Uni muss sparen und einen Ort, den sie sich u.a. dafür ausgeguckt hat, sind die Ausdrucke der allmonatlichen Gehaltsnachweise.

Als ich vorgestern die nötigen Unterlagen fürs Unterschreiben des Mietvertrages zusammen sammeln wollte, bestätigte sich der Verdacht, den ich schon einige Zeit hegte: Ich habe nur für eine exquisite Auswahl der vergangenen 14 Monate meine Lohnzettel erhalten. (Dies war bislang nur ein Verdacht, weil ich meine Lohnzettel ungefähr 1x pro Jahr weghefte. Ich seh ja auf’m Konto, ob’s passt.) Also fix bei der Personalstelle angerufen und fix erkannt, dass dies zur Mittagszeit eine ungute Idee ist… 2 Stunden und 5 Versuche später habe ich die zuständige Sachbearbeiterin an der Strippe. Sie erklärt einer kleinen, verwunderten Hilfskraft, dass die Lohnzettel nur dann ausgedruckt und verschickt werden, “wenn sich was ändert”. “Aha!”, denke ich mir – und kann mir nur bedingt einen Reim darauf machen. Denn bis auf die Anhebung der Rentenversicherungsbeiträge zum Januar 2007 hat sich bei mir nichts geändert, weder auf Arbeitnehmer- noch auf Arbeitgeberseite. Erhalten habe ich aber immerhin 5 Lohnzettel.

Ich denke mir das jetzt so, dass die Ausdrucke gemacht werden, wann immer sich irgendwas bei irgendwem in dieser Uni ändert. Dann wird einmal auf den großen Knopf gedrückt und am Ende des Tages kommt ein Stapel Papier für alle Angestellten dieser Universität heraus. Egal, ob sich beim Einzelnen nun was geändert hat oder nicht. Nicht sonderlich konsequent, wenn das Geldspar-Argument von weiter oben tatsächlich zutrifft. Aber hey, was ist an dieser Uni schon wirklich konsequent…

30. January 2008
by miss sophie
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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.

Die Vorfreude steigt. It’s re:publica-time, baby.

Worauf ich mich am Meisten freue: Mit meinem eigenen Notebook zwischen den Reihen sitzen zu können, um zu tippen was die Fingerkuppen hergeben. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Herrn Grau und Miss Julie (sowie unwissenderweise Herrn Prof. N.) für die freundliche, temporäre Überlassung ihrer Macs im letzten Jahr.

29. January 2008
by miss sophie
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Entdeckungen der letzten Tage.

Icke bin ja grade auf der Suche nach Blogs aus Indien. Und da sind mir unterwegs ein paar herzallerliebste Posts untergekommen.

Im nordindischen Neu Delhi mit seinem subtropischen Klima leben Mensch und Affe Seite an Seite. Da leben auch Mensch und Skorpion Seite an Seite. Oder Mensch und Schlange. Oder Mensch und Gecko. Aber die sind ziemlich faul und hängen einfach nur dumpf an der Wand rum. Und Skorpione und Schlangen suchen das Weite, sobald ein Mensch schnellen Schrittes die Erde erbeben lässt. Ganz anders die Affen. Frech wie die Sau entern sie Häuser und Taschen und kramen alles an Essen raus, was nur ansatzweise nach Essen riecht. Kekse sind da sehr beliebt, wie ich gehört habe. Momentan is’ aber wohl richtig krass… monkey mayhem – a boy from india.

Wer als IT-Fachkraft arbeitet, kommt gelegentlich auf sonderbare Ideen… Love Marriage VS Arranged Marriage – The IT Perspective – Shashidhar Kumar.

Ihr glaubt, Moses ist beim Wandern durch die Wüste ein brennender Baum untergekommen ist? Mitnichten! Hier ist der Beweis, dass Wissen die Wahrnehmung beeinflusst und nicht andersrum… Die Wahrheit hinter dem brennenden Busch. Wer gleich konvertieren will, bitte hier entlang in die Church of the Flying Spaghetti Monster.

26. January 2008
by miss sophie
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Berlin ist ein Dorf.

Nicht, dass sich über diese Aussage ernsthaft streiten ließe. Das ist einfach eine Tatsache. Da hilft aller Relativismus hinsichtlich von Wahrheit nix.

Was ich aber ja eigentlich sagen wollte: Ich finde das echt erstaunlich. Egal, wo ich in dieser Stadt hinziehe, überall wohnen bereits liebe Menschen dort.

Das kann nun daran liegen, dass ich vorzugsweise in den beim Jungvolk beliebten Gegenden wohne und mit Friedrichshain und Alt-Treptow nicht sonderlich viel rumgekommen bin. Aber schön ist das alles trotzdem-

25. January 2008
by miss sophie
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Please do not disturb – They’re busy striking.

Seit dem 5. November 2007, nun schon fast 12 Wochen, streiken die in der Writer’s Guild of America, East and West, organisierten Drehbuchschreiber. Mitte Dezember wurden die Verhandlungen von seiten der AMPTP, der Allianz der Film- und Fernsehproduzenten, abgebrochen. Die Schuld dafür schieben sich beide Parteien gegenseitig in die Schuhe. Jetzt sitzen die Verantwortlichen auf Einladung der AMPTP in informellen Gesprächen wieder an einem Tisch. In diesen informellen Treffen werden die Bedingungen und Möglichkeiten für nachfolgende, offizielle Verhandlungen ausgelotet. Beide Seiten haben sich für diese Zeit auf eine Nachrichtensperre geeinigt. Hoffnungen werden laut, dass in weniger als einem Monat eine Einigung gefunden werden kann.

Seit dem 1. November sind die Drehbuchautoren ohne Vertrag. In den neuen Rahmenverträgen sollen neben den üblichen Entgeltregelungen zu Gehalt, Gesundheits- und Rentenvorsorge vor allem drei Punkte festgeschrieben werden, die der AMPTP so gar nicht in den Kram passen.

  • Die Beteiligung am DVD soll von 0.3% pro verkaufter DVD auf 0.6% angehoben werden. Die AMPTP lehnt dies ab, weil die DVD-Verkäufe laut ihrer Aussage hauptsächlich gestiegene Produktionskosten deckeln sollen. Die Chefetage der WGA hat diesen Punkt Anfang November bereits aus dem Verhandlungen zurückgezogen, aber nach großen Protesten der Mitglieder wieder auf die Agenda gesetzt.
  • Die Drehbuchschreiber sollen an der Verwertung von Formaten in den Neuen Medien beteiligt werden, was bislang nicht im Rahmenvertrag behandelt wurde. Damit soll die Beteiligung an der Weiterverwertung nach Ausstrahlung im TV bzw. im Kino nun auch auf digitale Vermarktungswege erweitert werden. Die WGA will diesen Part in die Verträge reinbringen, weil der digitale Markt schon jetzt eine wichtige Rolle für die Studios spielt und eine Rückentwicklung in den nächsten Jahren wohl kaum stattfinden wird. Die Drehbuchautoren sollen mit 2.5% der Umsätze beteiligt werden. Die AMPTP will maximal die Bedingungen der DVD-Verwertung zulassen und argumentiert, dass man jetzt noch gar nicht sagen könne, ob der digitale wirklich der wichtigste Markt werden wird in den nächsten Jahren.
  • Die WGA will ihren Geltungsbereich auch auf Schreiber von Reality-Formaten und Animationsfilmen ausweiten. Die AMPTP sagt, Reality-Formate seien spontan und hätte kein Script. Die WGA verweist demgegenüber auf die Entwicklung von, ich nenn’s mal “Spielumgebungen” hin, bei der auch Narrationsstränge und Charaktere ausgearbeitet werden. Bei Animationsfilmen und -serien ist es immer häufiger der Fall, dass klassische Drehbuchschreiber mitarbeiten. Damit macht die WGA der Animation Guild Konkurrenz, die traditionell die Storyboarder beherbergt.

Die WGA hat zwischenzeitlich mit einer ganzen Reihe an Produktionsfirmen Interimsverträge abgeschlossen, womit die Arbeit in diesen Studios weiter gehen kann. Hierzu zählen The Weinstein Company (I’m Not There, Control), United Artists (Lions for Lambs, Capote), Worldwide Pants (David Letterman), Spyglass Entertainment (Memoires Of A Geisha, The Sixth Sense), MRC, Jackson Bites (von Doug Liman frisch gegründete Produktionsfirma für digitales TV), Mandate Films (Juno, Stranger Than Fiction), Sidney Kimmel Entertainment (Death At A Funeral) und zuletzt Lionsgate (Rambo, Weeds) und die Marvel Studios (Spider-Man, X-Men).

Hier sind bereits einige wichtige Produktionsfirmen versammelt, die die Forderungen der WGA akzeptieren. Über den Einfluss auf die großen Studios lässt sich nur spekulieren. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Streiks berechtiogt sind.

25. January 2008
by miss sophie
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Blogs aus Indien und Island gesucht.

Ich suche grade Blogs von Menschen, die in Indien und Island leben. Also nicht gleichzeitig oder abwechselnd oder so. Mehr so Blogs von Menschen aus Indien und Blogs von Menschen aus Island. Ich mach mich auch selber gleich auf die Suche. Aber vielleicht hat ja wer ‘nen netten Tipp. Thanks in advance.

24. January 2008
by miss sophie
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Eliteuni erstürmt.

Zwischen der Mensa und dem Bibliotheksgebäude gibt es eine Straße, oder nennen wir es vielleicht doch besser einen gepflasterten Weg. Dieser Weg führt direkt in den großen Innenhof des Hauptgebäudes. Dieser Weg wird in seiner Mitte durch einen kleineren Pfad gekreuzt.

Ich laufe den Weg entlang. Es ist noch recht früh. Außer mir sehe ich ein paar Menschen in der Mensa sitzen. Sie halten sich an ihrem Kaffee fest. Den Laptop aufgeklappt, besprechen sie die Aufgaben fürs Tutorium. Oder vielleicht doch die Pläne fürs Wochenende. Ich schaue mich um. Ich mache das immer. Gucken, mit welchem Ausdruck im Gesicht andere ihres Weges gehen. Anhand ihrer Kleidung und ihrem Schritttempo bestimme ich ihr Ziel. Sehr Oberflächlich, ich weiß.

Heute ist der Weg leer. Ich erreiche die Kreuzung des kleineren Pfades, da fällt mir ein rot-weiß-blauer Farbtupfer in den Augenwinkel. Der Mann sieht Richtung Westen. Ich kann ihn nur von hinten sehen und erkenne etwas Schwarzes, dass um seine Hüften gebunden ist. Der Mann steht Nase an Nase vor einer grünen Wanne. Er hat die Arme gehoben. Halb hinter ihm steht ein Mann in Grün, mit einem Funkgerät in der Hand. Ich betrachte das Stillleben im Vorübergehen. Nichts tut sich dort.

Schnitt. Etwas Zeit ist vergangen.

Ich bin immer noch an dieser Kreuzung des kleineren Pfades. Das Stillleben ist in Bewegung geraten. Von überallher rufen Menschen mit barschem Tonfall um sich herum. Ich kann nicht erkennen, was hinter der Wanne und den Büschen passiert. Ich weiß, dass dort gerade ein paar Linke das Gebäude stürmen wollen.

Im Stillen überlege ich, welche Richtung ich einschlagen kann, sollte hier irgendetwas eskalieren. Dabei fällt mein Blick in Richtung Innenhof. Dort kommen gerade ein paar junge Menschen aus dem Gebäude gerannt. Sie schreien und heulen wie früher bei Cowboy und Indianer. Ich schmunzele …

… und wache auf.