die katrin

my photography & other stuff

31. October 2007
by miss sophie
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Wie lautet die Antwort auf alle Fragen?

Grey’s Anatomy. Äh, nee, irgendwie doch nicht. Aber der Reihe nach.

Ich hab ja mit dem Hoffen auf dich, liebes Serien-Stöckchen begonnen, als du damals beim izanagi von langsamlaufenlernen Zwischenstation machte. Jetzt warst du bei Frau Paradies und hast deinen Weg hierher gefunden. Seit letztem Donnerstag liegst du hier. Du denkst vermutlich schon, ich mag dich gar nicht mehr. Meine Freude war nur die Freude an dem, was ich nicht habe. Liebes Stöckchen, ich mag dich immer noch sehr. Ich war nur in den letzten Tagen schwer damit beschäftigt Nikotin-Anhängigen zu ihrem Tabak zu verhelfen, mit narratologischem Wissen anzugeben, 60x90mm-Namensschilder in Berlin zu finden und dem Traum des bald mein seienden MacBooks ein gaaaaanz großes Stück näher zu kommen (am Wochenende vielleicht schon?). Doch kommen wir zurück zu dir, liebes Stöckchen, denn um dich geht es hier schließlich.

1) Schaust du regelmäßig TV Serien?
Grey’s Anatomy. Jeden Freitag. Und weil Addison nach Los Angeles gegangen ist, gibt’s dazu jeden Freitag Private Practice.
Meine große Zeit des Serienguckens hatte seinen Ort jedoch damals in Strausberg. Mit Remington Steele und Hart, aber herzlich begann es. Die ersten Simpsons-Folgen habe ich auf einem verkrisselten ZDF-Bild verfolgt. Das mit dem starken Übertragungssignal hat trotz Mauerfall noch nicht so recht hingehauen. Dann kam Beverly Hills 90210 und Melrose Place. Abends Miami Vice. Ich fand Don Johnson damals total toll. Baywatch durfte natürlich auch nicht fehlen. Genausowenig wie die unzähligen Schulserien (wie zum Teufel hieß diese Schulserie aus Australien?). Tiny Toons, Batman, Spiderman, Arsène Lupin am frühen Wochenend-Morgen. Mit meiner Oma habe ich früher immer Reich und Schön zum Frühstuck geguckt. Mein Opa durfte davon nichts wissen – für ihn war Fernsehen ein kapitalistisches Verdummungsmittel, das sowieso nur Lügen verbreitete und am Vormittag ging das gleich gar nicht! Dass das im Fernsehen nichts mit dem “echten” Leben zu tun habe, hat er dann später auch über St. Tropez gesagt. Ah ja, war das einzigste was mir dazu einfiel. Willkommen im Leben und Blossom gab’s da noch. Malcolm mittendrin. Ally McBeal. Chicago Hope und Emergency Room (ja, ich hab da noch 2 Staffeln leihweise hier rumliegen). … Meine große Serie der 1990er aber war Akte X. Da ging nichts drüber.

2) Was macht für dich eine gute Fernsehserie aus?
Wirklich spannend wird eine Serie für mich dann, wenn die Figuren von irgendwas getrieben sind, angetrieben werden. Wie Fox Mulder, der unverrückbar an das nicht mit derzeitigen wissenschaftlichen Mitteln zu Fassende glaubt, und Dana Scully, die eben genau danach immer sucht. Wie beide immer wieder aufeinandertreffen.
Das andere Tolle an Serien sind die Beziehungsgeflechte vieler Menschen, die über Monate und Jahre aufgebaut werden und sich ständig ändern. Dabei darf es gerne höchstneurotisch zugehen – wie eben im Fall von Grey’s Anatomy und Private Practice.

3) Gibt es eine Serie, für die du alles stehen und liegen lässt?
Akte X früher. Grey’s Anatomy jetzt. Doch zugegeben, das Internet macht das mit dem stehen-und-liegen-lassen und dem Vereinbaren mit anderen Lebensinhalten schon wesentlicher einfacher.

4) Und welche geht überhaupt nicht?
Deutsche Serien, vorzugsweise aus dem Vorabendprogramm (nicht nur Soaps), sind echt hart an der Grenze. Keine Leidenschaft, Altherrenhumor bis dorthinaus, immer pc sein, TV zum Abgewöhnen das. Oder auch die sogenannten Comedy-Serien – vorzugsweise US-amerikanischer Provenienz -, die in erster Linie durch ihren Fremdschämcharakter hervorstechen. Monk ist so ein Fall. Über die ersten 1:30 Minuten bin ich nie hinaus gekommen.
Und kann mir bei der Gelegenheit mal wer erklären, was so toll an Scrubs ist?

5) Kaufst du Serienstaffeln auf DVD oder Video?
Grey’s Anatomy… Ok, der war jetzt nur für die Antwort. Gekauft hat die DVDs nämlich meine reizende Mitbewohnerin. Ich hab immer den finanziellen Aufwand gescheut. Kam ja soviel im Fernsehen…

Und nun? Herr Grau, wie sieht’s eigentlich mit Ihnen und Serien aus? Und in der westlichen Hemisphäre gibt’s doch bestimmt auch einiges zu dem Thema zu sagen.

23. October 2007
by miss sophie
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Die Geschichte eines Bed-Ins.

Das eigentlich gar keines war. Es müsste Sofa-In heißen. Wenn ich Wert auf Genauigkeit legen würde.

Es begann an einem Mittwoch. Nein, genaugenommen begann es rund 2 Wochen vor diesem Mittwoch. In einem Büro in Dahlem saß ich am Rechner und verkündete meiner Chefin schonmal, dass ich mich demnächst dem allgemeinen Trend anschließen und krank sein würde.

An besagtem Mittwoch war es soweit. Ich ging noch schnell zum Friseur, um mir den Pony schneiden zu lassen, von dem mir jeder vorher abgeraten hatte. Mir wurde dann von anderer Seite gesagt, ich sähe ein bisschen aus wie Jeanne Moreau. Ich denke, ich kann mich auf die Straße wagen.

Mit dem neuen Schnitt lief ich durch die sonnigen Straßen Friedrichshains. Ein paar Viren kratzten schon an der Innenseite meines Halses. Zitronen, neue Taschentücher und äußerst leckere, obgleich natürlich gar nicht helfende Multivitaminbonbons waren die Antwort. Die Überlegung, vielleicht doch noch in die Uni zu gehen, wurde mit einem “Du bist krank? Dann bist du auch krank. Basta!” weggewischt. Das Motto meines ganz persönlichen Bed-Ins (© der held) war geboren. Ich blieb zu Hause und kurierte mich aus. Ich habe zwischendrin versucht, mich daran zu erinnnern, wann ich das das letzte Mal getan hatte. Einen wirklich fiese Grippe in der 8. Klasse fiel mir ein. Seitdem habe ich mich mit jedem Schnupfen und jedem Husten in den Alltag geschleppt. Geht ja alles irgendwie. Doch vorbei. “Du bist krank? Dann bist du auch krank. Basta!”

Gemeinsam mit Grey’s Anatomy und Private Practice wartete ich darauf, dass die Viren ihre Arbeit vollendeten. Bei Before Sunrise war es dann an diesem Mittwochabend soweit. Ich ging schlafen. Mit eine kurzen Unterbrechung tat ich dies bis Donnerstag nachmittag. An diesem Punkt hatte ich meine Idee, dass alles livebloggenderweise zu begleiten, aufgegeben. Ich hätte Coffee and TV bei der Wahl um das “mit Abstand langweiligste Livegeblogge aller Zeiten” um Längen geschlagen. Azureus hat mir dann auch unmoralisches unwiderstehliches Angebot allererster Güte gemacht: Before Sunset. Dem folgte nochmals Before Sunrise. Dem folgte nochmals Before Sunset. Mir kam kurz der Gedanke, ob das jetzt die Manifestation einer krankheitsbedingten Entrücktheit sei. Ich ging schlafen. Tag Nummer 3 war für einen frühen Moment die Abkehr vom Bed-In. Der Wecker klingelte, die Frage des Arbeitengehens stand im Raum. Kam gar nicht in die Tüte. Ich hätte mir damit vollständig die 3-Tages-Symmetrie meines Bed-Ins versaut. Denn nun hieß es: Warten auf die neuen Folgen von Grey’s Anatomy und Private Practice. Beide Episoden zweimal anschauen und den Tag mit einem Glas Pfirsichbowle beschließen.

Das war sie, die Geschichte eines Bed-Ins, das eigentlich ein Sofa-In war.

16. October 2007
by miss sophie
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Autsch.

Kann bitte jemand Herrn Hornby bei Gelegenheit davon abhalten, so tolle Bücher zu schreiben? Und Mark Haddon? Und Armistead Maupin?

Offenbar hat mir die Transaktion zu viele Bücher gegen zu viel Geld so sehr die Sinne vernebelt, dass ich heute glatt als lebende Slapstick-Figur durchgehe. Ich betrete das Büro, bette meine Schlüssel auf das im Regal liegende Geschirrtuch, vergesse diese Handlung im Moment ihres Geschehens und hoffe dann inständig, dass ich meinen Schlüsselbund einfach nur zu Hause vergessen habe. Oder auch: Meine Chefin kommt rein und bittet mich, noch ein paar Seminarpläne auszudrucken. Ich starte Word, drücke Strg+P und lasse 20 Exemplare auf den Drucker los. Da fehlt was? Richtig. Die Datei hätte ich zwischendrin auch noch öffnen können.

Und jetzt will ich mal hoffen, dass ich diesen Fluch hiermit los bin. Ksch, kusch, weg mit dir. Husch, husch.

ps: Nick Hornby’s Slam lässt sich übrigens ganz großartig an.

13. October 2007
by miss sophie
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Nicht,

dass bei 4 – in Worten: vier – Frageblocks sonderlich tiefgreifende und tiefgreifende Analysen möglich wären, aber…

Seine Kreativität, sein Einfallsreichtum und seine Originalität kommen am besten in der Konzeption neuer Projekte und Ideen zum Tragen – die akribische Umsetzung des Ganzen überlässt er dann lieber anderen.

So manche Sätze formulieren besser als ich es je könnte, was mein Leid mit dieser Welt ist. Und falls jemand fragt, warum ich meine Hausarbeiten nie zu Ende geschrieben bekomme: Da oben steht der Grund.

Egoload - Spontaner Idealist

(zuletzt beim Herrn Dahlmann und davor noch ein paar andere)

11. October 2007
by miss sophie
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So richtig nach meinem Geschmack.

Wenn ich mir das recht überlege, möchte ich ob des nun Folgenden gleich selbst bei Bonny’s Ranch anrufen…

Ein Tag, so richtig nach meinem Geschmack. Die erste Stunde verbrachte ich mit Verschlafen. Die nächsten 6 Stunden habe ich in den Tiefen von Kontenblättern, Zinsanteilen, EWBs und sonstigen Vermögensgegenständen verbracht. Die darauf folgendenen 3 Stunden sind mit dem Sortieren, Falten, Eintüten und Zählen von Einladungen zu einer Mitgliederversammlung versüßt worden. Am Ende des Tages gehe ich mit dem Gefühl von Urlaub nach Hause.

*zurückspul*

Häh? Zu blöd, den Wecker zu stellen – in Hektik das Haus verlassen – der vermutlich drögesten Tätigkeit auf diesem Planeten (aka Buchhaltung) nachgehen – rund 250 Briefe, bestehend aus 2 DIN-A4 und 5 DIN-A5 Blättern zusammenbasteln? Urlaubsgefühl? Liebste miss sophie, verzeihen Sie bitte, aber… geht’s noch?

Ach wissen Sie, liebste miss sophie, die Welt ist heutzutage so komplex. Ich allein bestehe schon aus mindestens drei basalen kulturellen Codes. Ich bin Arbeit. Ich bin Intimität. Ich bin eine Technologie des Selbst. Das kann von Zeit zu Zeit recht anstrengend werden. Insbesondere wenn meine drei Selbst, oder auch nur zwei davon, heftigst aneinandergeraten. Sei rangeln dann um die Vorherrschaft beim Erreichen ihrer Ziele. Da ist es immer sehr angenehm, wenn zwischendrin ein Selbst mit vergleichsweise einfachen Aufgaben betraut wird. Klare Strukturen, ein simples Ziel. Das ist ein bisschen so, als würde ich mich mit Holz, Leim und Nägeln hinsetzen und etwas Schönes basteln. Das Rauschen wird dann leiser. Die Wellen der Diskurse laufen sanft am Strand aus. Sie müssen gegen nichts mehr ankämpfen.

Wie Urlaub eben.