Wenn Menschen gleiche Interessen haben, dann lesen sie auch schonmal dieselben Blogs. Und kommen auf dieselben Post-Ideen. Und tun das zur annähernd gleichen Zeit.
11:48 Uhr: Renè auf Spreeblick.
11:52 Uhr: Jeriko bei sich im Blog.
Ich liebe sowas.
26. November 2008
by miss sophie
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Wenn Menschen gleiche Interessen haben, dann lesen sie auch schonmal dieselben Blogs. Und kommen auf dieselben Post-Ideen. Und tun das zur annähernd gleichen Zeit.
11:48 Uhr: Renè auf Spreeblick.
11:52 Uhr: Jeriko bei sich im Blog.
Ich liebe sowas.
19. November 2008
by miss sophie
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Es ist jetzt 6:47 Uhr. In drei anderen Wohnungen brennt auch Licht. Zweimal Küche, einmal Bad. Früher war das mal eine Art Spiel von mir. Wenn ich winters um diese Zeit aufstand, stellte ich mich mit meinem Kaffee ans Küchenfenster und betrachtete der Reihe nach die Fenster, hinter denen Licht brannte. Ich ging typische Frühaufsteherberufe durch und überlegte, welche meiner Nachbarn wohl aus welchem Grund zu dieser Zeit aufgestanden waren.
Die Familie mit Kindern im Schulalter war klar. Auf der gleichen Etage wohnte auch die alleinstehende Frau, die auch immer in aller Herrgottsfrühe aufstand. Auf den Technokerl aus dem Seitenflügel, 2. OG, war ebenfalls Verlass. Manchmal brannte im Nebenhaus in einem der Zimmer Licht. Mit einem ersten Blick in die Twittertimeline stellte ich mir vor, dass das Menschenkind dort schon die ganze Nacht über wach sei und demnächst ins Bett kriechen würde.
Dann stellt sich eine Verbundenheit ein. Wie wenn man sonnabends so um 7 Uhr mit der S-Bahn fährt. Die Menge der Reisenden teilt sich in Alkoholleichen und Arbeitende. Ist man Alkoholleiche, denkt man meist gar nichts mehr. Wenn doch, kommt ein bisschen Mitleid auf mit denjenigen, die an diesem Morgen um diese Zeit schon auf dem Weg zur Arbeit sind. War ich auf der Seite der Arbeitenden (Freitag abend schätzungsweise eher früh ins Bett, frisch geduscht, den Kaffee in der Hand), stellte sich ein Solidaritätsgefühl ein. Für sich genommen ist das genauso bescheuert wie das Mitleidsgefühl, aber das nur nebenbei.
Da ich selten unfreiwillig und meist meiner biologischen Uhr folgend um diese Zeit wach bin, muss ich immer leicht schmunzeln. Ich kann die über der Stadt liegende Atmosphäre der Stille, des Vorsichtigen genießen. Es ist als würde jeder darauf achten, nur keinen Laut zuviel von sich zu geben.
Das behutsame Wachwerden gerät sonst in Gefahr.
2. November 2008
by miss sophie
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Aus gegebenem Anlass war ich die vergangenen vier Wochen gezwungen, ausschließlich und gänzlich an Rechnern mit Windows-Tastatur und Windows-Betriebssystem zu arbeiten. Dies war kaum eine Umstellung. Jahrelang schrieb und klickte ich in diesem Universum. Selbst in den vergangenen zwölf Monaten hatte ich immer wieder das Vergnügen, die Windows-Shortcuts aktiv gebrauchen zu dürfen. Nun sitze ich seit gestern wieder an einem Rechner der Firma Apple. (Nein, mein kleines Schwarzes ist immer noch nicht wieder bei mir. Schnüff.)
Und seit gestern abend bin ich darüber erstaunt, welch Heimatgefühl sich bei mir eingestellt hat. Das hier muss irgendwie mehr sein als einfach nur der Hype und Style. Es beginnt mit der Anordnung der Tasten auf der Tastatur. Das Kopieren mit cmd+C geht wesentlich ergonomischer vonstatten als mit dem fingerverknotenden strg+C. Meine Schreibfehler durch Vertippen verringern sich drastisch, sobald ich an einem Apple-Gerät schreibe. Die Bedienung des Trackpads mit zwei und einem Finger zum Scrollen und Klicken auf der gesamten Fläche führt dazu, dass ich nicht mehr über die Bedienung des Trackpads und die Bedienung der Dokumente nachdenken muss. Ich kann mich voll und ganz auf wasauchimmer konzentrieren, ohne mit einem halben Auge zu gucken, wo Scrollleiste oder Maus abgeblieben sind. Es geht weiter mit der Tatsache, dass ich hier an einem schätzungsweise drei Jahre alten Powerbook sitze und der Lüfter genauso selten anspringt wie bei meinem jungspundhaften Macbook. Das Handling der Software ist auf beiden Systemen gleich gut und gleich schlecht. Nur ist es auf Mac OS X irgendwie fluffiger. Auch auf die Gefahr, dass das jetzt extrem eso-mäßig klingt, aber das fehlende Kantige im Design überträgt sich irgendwie auf die Arbeit. Form und Funktion gehen einfach immer Hand in Hand. Irgendwie ist es die gesamte Architektur dieser sauteuren Äpfel, die entspanntes Arbeiten ermöglicht und dieses kleine, seufzerige, begeisterte Hach hinterlässt, wie es sonst nur feinste Indietunes vermögen.
Seit einem Jahr überlege ich hin und wieder, welchen Einfluss dieses HypeKultStyloGehabe rund um den Apfel auf meine eigene Einstellung hat. Einen relativ großen, soviel weiß ich. Zu sehr bin ich anfällig für den Enthusiasmus anderer. Apple schafft es Menschen dazu zu bringen, viel Geld für gut aussehende Produkte auszugeben, die eigentlich weniger können als standardmäßig drin sein sollte. Siehe iPhone mit ohne Bluetoothschnittstelle. Siehe Macbook mit mickrigen zwei USB-Ports. Siehe iPod mit geht-nur-mit-iTunes. Apple hat es geschafft, dass ich zusätzliche 200,- Euro für einen schwarzes Gehäuse ausgegeben habe. Nur weil es schwarz ist. Hallo?!? Welche Saubande von Kapitalisten denkt sich denn sowas aus??? Bereut habe ich es keine Sekunde.
Ich habe keine Antwort auf meine Begeisterung. Ich bin immer noch erstaunt über mich selbst. Vielleicht ist es ja doch das Ding, dass mensch mit einem Mac nach wie vor zu einer Minderheit gehört, deren Technik bewundert wird. Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich wieder alles daran setzen werde, in nahestmöglicher Zukunft vor einem kleinen Schwarzen zu sitzen, zu schreiben, zu arbeiten und mich gut zu fühlen.
2. November 2008
by miss sophie
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Nur für den Theme-Wechsel. Am Blog basteln ist ja grade der neueste heiße Scheiß. Und als Vorgeschmack auf die Zukunft gibt’s mich jetzt hier in rot und grau.
Rot und grau. Rot auf grau. Da muss ich grad dran denken, dass das eine Farbkombi ist, die demnächst hier in der großen Stadt und nach gefallenem Schnee und mit draufgetropftem Blut auch in echt zu sehen sein könnte.
In diesem Sinne. Ich geh dann mal weiter meine Inspiration suchen. Ich kann mich noch dunkel erinnern, dass da was mit “schlaf” im Namen war. Bis später.
13. October 2008
by miss sophie
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Manche Sätze… Ich kann den Blick nicht von ihm nehmen. Noch 10 Zeilen weiter springt mein Auge zurück. Hängenbleiben. Wie an süßem Karamel. Ergriffenheit ist ein passendes Wort. Bewunderung ein anderes. Inspiration ist auch dabei. Verstehen ist eines, das nicht in den Kontext des Buches passen will, wohl aber in den Kontext meines Lebens. Im Nachspüren dieser Worte dort oben, bleibt mir der Einfachheit halber nur folgendes zu sagen: Koenigs Kinder. Kathrin Schmidt.
13. October 2008
by miss sophie
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Sie zeigen eine Erfahrung, die das alles hier begreifen könnte. Tun sie aber nicht. Für manche Dinge ist mensch vielleicht nie zu alt.
10. October 2008
by miss sophie
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Man hat dann so Anwandlungen.
Google maps öffnet sich und die Route wird berechnet. In der Hoffnung, es seien statt der 600 km vielleicht doch nur 589 km. Es sind aber 621 km. Keins der Ergebnisse macht es besser oder schlechter, erträglicher oder irgendwas. Und ein kleines wtf schließt die Seite wieder.
9. October 2008
by miss sophie
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Nein, der Titel hat nix mit gar nix zu tun. Und weil ich das jetzt extra sage, dann wohl doch mit irgendwas. Würde Freud jetzt vermutlich sagen. Würde er. Wenn er noch leben täte. Tut er aber nicht. Weshalb das jetzt eine Mythenweiterschreibung ist und ich also sagen kann: Nein, der Titel hat nix mit gar nix zu tun.
Wenn ich mir die Formulierung des letzten Satzes so anschaue, möchte ich gleich mal wieder über Korrelate und deren Nicht-Verknüpfbarkeit nachdenken. Mach ich jetzt aber auch nicht.
Und bevor ihr jetzt auch nur ansatzweise eure Hoffnungen aufrecht erhaltet, hier könnte noch irgendwas mit Sinn und Bezug und Referenz geschrieben werden, verabschiede ich mich auch schon wieder.
21. September 2008
by miss sophie
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Irgendjemand hier in diesem Internet (keine Ahnung wer) hat vergangenen Dezember davon geschrieben, wie bescheuert das Jahr 2007 sich angestellt hat und dass er (soviel weiß ich noch) alle Hoffnungen in 2008 setzt. Ich konnte diesen Satz damals bedingungslos unterschreiben.
Die alte Tante Zuversicht hat sich das Jahr 2008 geschnappt und es zu einem guten werden lassen.
19. September 2008
by miss sophie
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Es gibt da diesen Namen, bestehend aus Vorname und Familienname, den ein jedes Staatskind in seinem Staatsdokumenten stehen hat, und sei es auf der Geburtsurkunde. Mit Aufkommen von Internet, web2.0 und all den socializing tools gingen viele dahin und wählten sich einen weiteren Namen, unter dem sie nun in der Netzöffentlichkeit präsent sind.
Nun ergab es sich im Laufe der Zeit, dass (aus der Perspektive des Netzpseudonyms?) der Staatsdokumentenname die Bezeichnung “Klarname” erhielt. Wiesoweshalbwarum? Auf diese Frage habe ich nicht wirklich eine Antwort. Ich weiß einzig die Bedeutung, dass es eben der Name auf dem Perso ist. Aber so richtig Sinn macht das mit dem “Klarnamen” nicht für mich. Schließlich steht mein Pseudonym ja auch klar lesbar hier überall rum. Man stelle sich nur mal vor: “**** ****** und ihr leben”. Das wäre ja ein heilloses Kuddelmuddel, wenn mehr als 3 Leute im Netz aufeinander treffen. “Hey 4Stern-Leerzeichen-6Stern. Hab grad von 8Stern gehört, dass 4Stern-Unterstrich-3Stern morgen auch dabei ist.” Neeneenee.
Aber ich will mal nicht so sein. Eine Erklärung bzw. Motivation für die Kreation “Klarname” kann ich mir durchaus zusammenreimen. Das Wort “Pseudonym” enthält in seiner Bedeutung, dass der zugehörige Mensch seinen Staatsdokumentennamen verdeckt halten möchte. So, wie eben auch die Sternchen all unsere Passwörter bei der Eingabe verdecken. Werden bei der Passworteingabe die Zeichen nicht durch Sternchen (oder Punkt) verdeckt, erscheinen sie in Klarschrift. Da ist der Weg zum “Klarnamen” dann auch nicht mehr so weit. Aber unbefriedigend bleibt er als Bezeichnung dennoch irgendwie…
Nicht viel anders verhält es sich für mein Gefühl mit dem “Realnamen”. Das Woher ist schnell geklärt. Es gibt die gängige Unterscheidung zwischen dem virtuellen Leben und dem Realleben. Was dem virtuellen Treiben sein Pseudonym oder Nickname ist, ist dem echten Leben sein Realname.
Mein Problem hier: Wo ist die Grenze zwischen virtuellem und realem Leben? Wenn ich blogge, twittere, skype usw., dann ist das höchst real für mich. Nun will ich keineswegs bestreiten, dass die Leiblichkeit der körperlichen Anwesenheit einen Unterschied im sozialen Miteinander macht. Macht sie nämlich definitiv. Allein die Möglichkeit, Mimik und Gestik in ihren Nuancen in die Kommunikation miteinzubeziehen, hat einen eminenten Einfluss auf die Entwicklung eines Gesprächs. Aber ist die Kommunikation via Bits’n’Bytes darum irrealer? Nein, nur anders. Real bleibt sie nach wie vor. Schließlich ist die Hardware, auf der das alles stattfindet, ja auch physikalisch vorhanden.
Dann hätten wir da noch den Bürgerlichen Namen. Als Alternative für den Namen, den uns unsere Eltern aufgedrückt haben, ist er aber auch eher unbefriedigend. Ich muss hier immer an Kritik aus dem Lager der Linken denken – am Bürgertum und am staatspolitischen Bürgerbegriff und den Auswirkungen auf Erwünschtheit im Lande.
Damit hätten wir dann also 3 Bezeichnungen: Klarname, Realname, Bürgerliche Name. Alle drei sind doof. Alternativen fallen mir jetzt auch nicht aus dem Zuckerhut. Bleibt’s also erstmal beim Gemecker.