die katrin

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9. September 2008
by miss sophie
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The Wombats – Let’s Dance To Joy Division

Let’s dance to Joy Division
Celebrate the irony
Everything is going wrong
But we’re so happy.


DirektTanz

Mehr von den Wombats auf youtube.

ps: Die Wombats spielen am 5.10. im Berliner Postbahnhof. Geht jemand hin oder will hingehen? Ich hätte da Interesse.

pps: Wer sich immer das Gefühl, I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend von den Black Kids komme ihm/ihr irgendwie bekannt vor: wegen obigem Liedgut vermutlich.

9. September 2008
by miss sophie
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"Das Gute an schlechten Zeiten: Pferde satteln. Weiterreiten."

Eines Morgens wachst du auf und weißt, du hast es hinter dir. Du spürst noch ein klein bisschen dieser Wehmut. Du ahnst, dass da noch ein Rückfall kommen wird. Ort und Zeit dafür kennst du schon. Die innere Ankündigung macht es leichter. Die innere Ankündigung macht es leichter? Wohl kaum. Die Ankündigung macht es vielleicht schneller wieder vergehen. Du hast deinen Gedanken nachgehangen. Hast deinen Schicksalsmoment akzeptiert. Hast zugelassen, dass die Emotionen so sind, wie sie sind.

Du hast irgendwanneinmal gesagt: “Das Leben ist für mich nur dann vollständig, wenn ich Freude und Trauer in ihren Extremen erlebe. Denn wie kann ich die Freude in ihren Höhen wertschätzen, wenn ich die Trauer in ihren Tiefen nicht kenne? Wenn ich nur eins der beiden aus meinem Leben ausschließe, werde ich mich innerlich einebnen, nivellieren. Das Empfinden wird dann eine Mittelmäßigkeit erlangen, die am unerträglichsten von allem ist.”

“Du opferst deine Gefühle, aber du überlebst.” Davon wolltest und willst du dich fernhalten.

Du hast dich wieder an die Worte von damals erinnert. Ja, du bist wieder auf einen Menschen getroffen, bei dem du das Gefühl nicht loswurdest, hier passt etwas zusammen. Eine Mischung aus sich Ergänzen und Gemeinsamkeiten, Gegensätze und das gleich-und-gleich, die die Chance haben, ineinanderzugreifen und die Welt zu erobern. Du hattest das schon einmal. Dein Lebensweg aber sollte anders verlaufen. Damals hast du für einen Augenblick deinen Glauben an die Zukunft verloren. Aber es war eine Zeit, in der du viele besondere Menschen kennengelernt hast. Eine Zeit, in der du gelernt hast, Freundschaften aufzubauen und vermeintliche Freundschaften in der Vergangenheit ruhen zu lassen. Du hast andere dabei beobachtet, wie sie die gleichen Erfahrungen machten. Jeder für sich und dabei gemeinsam habt ihr den Optimismus beim Schopfe gepackt, habt euch den Glauben an die Zukunft zurückgeholt.

Jetzt stehst du wieder an diesem Punkt. Du wolltest schon wieder den Glauben an die Zukunft verlieren. Du hast geweint. Du hast dein Schicksal verflucht. Die Möglichkeiten anders zu handeln, vielleicht doch zu kämpfen, waren keine Alternativen für dich. Du bist keine Schlampe, die Menschen wie Spielzeuge behandelt. Und du bist kein armseliges Würstchen, das anfängt zu betteln. Doch etwas in dir drin hat dich davon abgehalten, den Glauben zu verlieren. Deine Erfahrung. Deine Gegenwart. Deine Erinnerungen. Deine Kraft. Die Zeit, die es braucht, bis du wieder sagen kannst: “Ja mach mal, da ist noch genug zum Leben da” ist kürzer geworden. Du bist in der Lage, Dinge zu überblicken. Du streckst langsam deine Fühler wieder aus und hast jetzt eine Erinnerung mehr im Päckchen.

Das ist dann wohl das, was die Leute als “leichter” bezeichnen.

Entstanden zu einem weit in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt.

9. September 2008
by miss sophie
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Die Vorteile ländlicher Regionen.

Das Setting: eine mehrere Kilometer lange Landstraße, eine miss sophie auf ihrem Longboard mit Musik in der Hosentasche und auf den Ohren, weit und breit keine Menschenseele in Sicht- und Hörweite.

Der Spaß: GANZ LAUT MITSINGEN. Und dabei wild mit den Armen in der Luft rumfuchteln.

Und zwar hierzu: Black Kids – I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend


DirektEinsZweiDreiVier

9. September 2008
by miss sophie
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Sonnabendabendunterhaltung auch für euch.

Meine Damen und Herren,

alle, die am Sonnabend (in westdeutsch auch als Samstag bekannt) so ab 23 Uhr noch nix vor haben, in Berlin weilen, uns beim Lesen und Auflegen auf der Schönen Party zugucken wollen und nicht sowieso schon anwesend sein werden: Aufgepasst!

Es gibt Karten zu gewinnen, und zwar für eine Person mit Begleitung. Die Frage dreht sich um die in diesem Blog vorhandene, lose Reihe meiner Helden der Musikgeschichte: Wer ist der Erste, der hier genannt wurde? (Und wer dazu noch den Namen des mir liebsten Süßkrams aus den USA nennt, bekommt ‘n Bier ausgegeben.)

Antworten bitte in die Kommentare. Das Gewinnspiel ist geschlossen. Neil Hannon lautet die Antwort und das Bier gibt’s für Pop Tarts. Beides geht an Alex. Herzlichen Glückwunsch!

8. September 2008
by miss sophie
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Sonnabendabendunterhaltung

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Blogs sind ja schon lange Mainstream. Da braucht sich der geneigte Blogger also weiter keine Gedanken machen und kann ruhigen Gewissens seine Seele vor den Ü30-Clubbern der berlin-brandenburgischen Region ausschütten. So geschieht’s am 13.9. bei der Schönen Party in der Kalkscheune. Herr Grau, Frau Anne und meine Wenigkeit werden die Launen der FeldWaldWiesenBlogs und unsere gegenseitige Wertschätzung mit einem leisen Glanz in den Augen ins Publikum streuen. Herr Lobo wird uns an-, zwischen- und abmoderieren, um im Anschluss die geneigte Publikumsaufmerksamkeit galant an die Herren Niggemeier und Dilk vom BILDBlog weiterzureichen. Herr Walter, seines Zeichens nerdcore-Cheffe vom Dienst, wird uns dann allesamt in die tanzbare Besinnungslosigkeit bringen.

Falls sich jetzt wer fragt – ich zumindest tue das gerade -, warum ich für meinen eigenen Auftritt mit einer solch uncharmanten ironischen Distanzierung werbe: Diese Stadt lässt mir grade keine andere Chance. (“Diese Stadt” ließe sich auch durch diverse andere Nominalphrasen ersetzen.) Aberwiedemauchsei. Unter dieser Ironiekruste freu ick mir wie bolle uff den abent!

31. August 2008
by miss sophie
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Da weeßte gar nich, wo de anfangen sollst.

In der Regionalbahn, während der Fahrt, ertönt eine Stimme aus dem Lautsprecher: “Einmal der Zugführer zum Zug, bitte.” (kurze Pause) “Äh, einmal der Zugbegleiter zum Zugführer, bitte.”

Ungefähr so und kein wenig anders. Aber kommen wir zu den wichtigen Themen des morgigen Montags: Die Registrierung fürs 3. Barcamp in Berlin startet morgen. Stattfinden tut dit Janze am 18. und 19. Oktober.

So gehet hin und registrieret euch. Auf dass wir ein wundervolles Wochenende haben werden!

Gute Nacht.

29. August 2008
by miss sophie
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Den Weg des Handelns geht jeder für sich allein. Aber es ist leichter macht einen Unterschied, diesen Pfad zu beschreiten, wenn wir uns vorher anderen mitgeteilt haben.

24. August 2008
by miss sophie
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Schluss mit den Spielchen.

Du hast immer so große Stücke auf dich gehalten. Spielchen spielen war nie deins. Nach außen handeln und im Hinterkopf basteln die Optionen sich ihre eigenen Lebensentwürfe. Rechnen sich Gewinnchancen aus auf der Basis kleinmädchenhafter “alle Jungs sind doof”-Stereotypen. Du hast immer mit einem innerlichen Kopfschütteln und etwas Mitleid reagiert, wenn Frauen vor dir standen und sich darüber aufregten, dass der Kerl jetzt schon angerufen habe. Die drei Tage seien doch noch gar nicht vorbei… Eine Etikette, die Distanz wahrt und bloß nichts von Gefühlen wissen will. Obwohl es genau darum doch immer wieder geht. Es ist das große Verlangen nach Zweisamkeit, bitterlich durchstoßen von den Nadeln des Misstrauens. Und viel mehr noch der Angst vor dem Schmerz. Die Gefahr des sich Entblößens und Zurückgestoßenwerdens. Die Sorge, ob jemand ganz anderes zuviel mitbekommt, gar den eigenen Schmerz erkennt. Bliebe alles nur immer in der Privatheit der zweisamen Erfahrungen, es wäre vielleicht einfacher. Aber das kann niemand wissen. Es ist wohl auch mehr eine Hoffnung, die sehnlichst nach einem Strohhalm angelt. Und so ziehen sie sich zurück, die Frauen, die du kennengelernt hast. Sie ziehen sich zurück und bleiben unglücklich.

20. August 2008
by miss sophie
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und einige häuser sind mir lieber als andere

Eine Unterhaltung auf Twitter trägt sich derzeit zu, die es mir mittlerweile unmöglich macht, sie in 140 Zeichen weiterzuführen. Auf meine Aussage “beginne, die kommunikation per mobiltelefon als veraltet und umständlich zu verabscheuen.” erhielt ich folgende Antwort von @mathematikos: “die sprache ist das haus des seins (heidegger)#schrägsinn”.

Mir gefiel und gefällt der Satz Heideggers. Bringt er doch ganz wunderbar mein derzeitiges Erleben von Sprache und den Kanälen, in denen ich sie kommuniziere, zum Ausdruck. Doch halt! “Sprache und Kanäle, in denen”? 2 getrennte Dinge? Nee, irgendwie nich. Der Kanal Twitter zum Beispiel, mit seiner Begrenzung auf 140 Zeichen, bringt neue Erscheinungsformen von Sprache mit sich. Der durch das Rautezeichen gesetzte (Eigen-)Kommentar ist eine Einordnung der soeben getätigten Äußerung auf einer Metaebene – ein Kommentar eben. Typographisch ist er immer noch der Äußerung nebengestellt. Aber der Kommentar kommt in neuem Gewand daher. Das Anzeigefeld bei Twitter benötigt eine Abgrenzung mit einem Sonderzeichen. Der klassische Text im Seitenrand oder gar auf den hinteren Seiten eines Buches ist nicht mehr möglich. Hinzu kommt eine zweite Verwendungsweise der Raute, nämlich die der Marginalie. Das ist in einem Buch eine Art Zusammenfassung oder ein Oberbegriff o.ä., das im Seitenrand neben dem Absatz steht und damit den Gesamttext leichter erfassbar machen soll. Sehr beliebt ist dies in u.a. Schulbüchern. Auf ihre Weise ist auch die Marginalie ein Kommentar, wenn auch eher ein zusammenfassender. In Twitter hat sich mit dem Rautenzeichen eine neue Form der Kommentierung entwickelt. Zynisch-ironische Kommentare bspw. werden hierüber verschriftlicht, wie sie bislang in dieser Kürze nur über die Mimik und den Tonfall des Sprechenden erkenn- und verstehbar war. Eine andere, zusammengewürfelte Sprache ist entstanden.

Zurück zu “die sprache ist das haus des seins”. Das Haus ist Twitter, die Sprache sind die Zeichen, die wir dort verwenden und das Sein… äh ja… ist halt das Sein. Worauf ich hinauswill, ist nicht der Kommentar “#schrägsinn”. Den habe ich in der Verwendung bei mathematikos bislang noch nicht so ganz durchschaut. Was aber auch egal ist, denn es geht mir um “die sprache” und “das haus”. Twitter, Skype, Email, Mobiltelefon. Das sind viele Häuser, in denen sich viele Sprachen tummeln (für die Literaturtheoretiker und Linguisten: Sprache im Sinne von parole). Jeder dieser Kommunikationskanäle hat seine Besonderheiten, seine pragmatischen Vor- und Nachteile in der eigenen Lebens- und Arbeitsgestaltung. Pragmatische Bedeutungsteile gehören ebenso zum Sprachsystem (im Sinne von langue) wie die eigentliche Wortbedeutung. Daraus ergibt sich, dass es im Gebrauch nicht die eine Sprache und viele Häuser gibt, sondern viele Sprachen (im Sinne von parole) und viele Häuser und dabei greifen Sprache (parole) und Haus immer ineinander. Und darum gilt: “einige häuser sind mir lieber als andere”.

19. August 2008
by miss sophie
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"Linksliberalismus 2.0"

Es ist Zeit für eine neue Ideologie.

Mitte der 1990er Jahre las ich in der Berliner Zeitung eines Sonntags in einer Kolumne. Ich meine mich zu erinnern, sie hatte an dem Tag den einfachen Titel “linksliberal”. Der Autor, dessen Namen mir nicht mehr einfallen will, schrieb davon, wie er sich politisch links einordnen würde, aber mit dem Dogmatismus der Linken nichts anfangen könne. Er selbst hatte (und hat vermutlich auch heute noch) kein Problem mit Konsum und dem Tausch seiner Arbeitskraft gegen monetäres Einkommen. Aber er hatte ein Problem mit habgierigen Unternehmensinhabern und mit Unternehmensstrukturen, die Hierarchisierung und Ausbeutung als Teil ihres Systems förderten. Deswegen konnte er sich auch mit den Positionen einer FDP ums Verrecken nicht anfreunden. Er glaubte auch nicht daran, dass ein Staat die Instanz sein könne, die für gerechte Verteilung der Güter sorgen würde. Da müsste schon jeder selbst dran arbeiten. Keine der Parteien sagte ihm zu. Es war ein Dazwischen, das er formulierte. Etwas, das man in linken Kreisen besser nicht zu laut ausspricht. Das Dogma des Antikapitalismus, ihr wisst… Es war genau die Einstellung, die ich so gerne von der Politik gesehen hätte. Lange hörte ich nichts mehr davon, bis im vergangenen August Mercedes Bunz unter dem Titel “Linker Neoliberalismus – Was könnte das sein? Und warum eigentlich? Spinnen die?” (pdf) dazu schrieb.

Dieser Tage ist Christian Rickens’ “Links! Comeback eines Lebensgefühls” im Gespräch. Auf dem 9to5.Wir nennen es Arbeit-Festival-Camp sprach er mit Mercedes Bunz, Holm Friebe und Philipp Albers über das Thema. Nun sind seine Ansichten in Buchform erschienen. Auszüge davon gibt es auf spiegel online.

Worum es geht? Es geht darum, die “die richtige Mischung aus Wettbewerb und Solidarität, aus Gewinnstreben und Gemeinsinn zunächst einmal im eigenen Leben umzusetzen”. Derart beschreibt Christian Rickens die digitale Bohème, wie er sie kennengelernt hat. Und wie es meines Erachtens den Kern der Sache trifft.

Es ist Zeit für eine neue Ideologie. Eine Attitüde des Pragmatismus, der seine Lebens- und Arbeitsbedingungen – so gut es geht und darüber hinaus – selbst schafft. Sie kommt leise daher. Aber sie wird uns alle erreichen.

Warum ich davon überzeugt bin? Hier ein paar zusammenhanglose Aspekte, die so zusammenhanglos gar nicht sind.
Coworking spaces (Orte für Menschen, die für ihre Arbeit an keinen Ort gebunden sind, aber das soziale Miteinander und die Infrastruktur eines Büros trotz allem brauchen) erfreuen sich größer Beliebtheit unter den Selbständigen und Freiberuflern dieser Welt. Es ist selbstbestimmtes Arbeiten in der Gemeinschaft.
Das muss nicht nur für die kleine Gemeinde der digitalen Bohemiens gelten. Markus Albers bespricht in seinem Buch “Morgen komm ich später rein“, wie traditionelle, dröge Büro-Arbeitsformen auch für Unternehmen und deren Angestellte ein Ende haben können. Es braucht im Grunde nur den Mut beider Seiten, neue Wege zu denken.
Passend dazu eine Geschichte aus Philadelphia und Vancouver. Chris Jurney ist mit und wegen seiner Frau von Vancouver nach Philadelphia gezogen. Die Firma, bei der er arbeitet, wollte ihn behalten und richtete alles für eine Fern-Beziehung ein. Zuhause aber ist Chris Jurney die Decke auf den Kopf gefallen. Also machte er sich auf in die Independents Hall und arbeitet fortan dort. Seine Firma bezahlt ihm nun seinen Schreibtisch dort, weil sie auf das Know-How von Jurney keinesfalls verzichten möchten. Alle haben etwas davon, auch die anderen Coworker in der Independents Hall, mit denen Jurney sich dort austauschen kann.