die katrin

my photography & other stuff

27. April 2008
by miss sophie
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!

Es gibt so Posts, da frage ich mich, wie das Geschriebene denn jetzt wieder zu dem Eindruck passen soll, den ich von diesem Menschen gewonnen hatte. Und dann habe ich richtig viel Spaß dabei, meinem Eindruck eine andere, eine um einiges positivere Gestalt zu geben.

26. April 2008
by miss sophie
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Streik mit Stil?

Soeben fuhr an meinem Haus eine alte Straßenbahn vorbei. Alt heißt rund 40 Jahre alt. Sie war gut in Schuss, frisch lackiert und noch mit einem BVB-Logo versehen. BVB steht für Berliner Verkehrsbetriebe, ist die eigentlich sinnige Abkürzung für den Unternhmensnamen und musste auf Grund seiner Ost-Vergangenheit 1990 den Heldentod sterben. (Achtung. In diesem Satz waren unsinnige Ostalgie-Verblendungen enthalten.)

Nun also rollte hier eine alte Straßenbahn vorbei. Auf der Rückseite war ein großes Schild mit der Aufschrift “Fahrschule” angebracht. Und ich hege die kleine Hoffnung, dass die BVG-Oberen sich auf den Streik in den Werkstätten und den damit verbundenen Ausfall moderner Züger dergestalt einstellen, dass sie die alten Züge wieder einsetzen. Anstelle ausfallender Züge hätten wir dann historische Züge. Das hätte doch mal wirklich Stil.

25. April 2008
by miss sophie
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Wege, die aneinander vorbeiführen.

Wo wir gerade schon bei diesen kleinen Beobachtungen sind.

In den Stunden, in denen wir nicht beieinander sind, sind wir jeder für uns irgendwo in dieser Stadt. Ohne äußere Bewegung an einem Ort oder im Fluss des Straßenverkehrs. Unsere Wege kreuzen sich dabei. Nicht direkt. Manchmal auch das, aber das meine ich nicht. Ich spreche von den Momenten, in denen einer in seinem Zimmer sitzt, draußen rattert die Straßenbahn vorbei und ein anderer sitzt dort drin, auf seinem Weg zur Arbeit. Sie treffen nicht aufeinander und sind dennoch miteinander verbunden. Es ist nie ganz klar, wann genau dieser Moment da ist. Es ist ein Moment, der im Kopf des einen oder des anderen stattfindet. Eine Vorstellung.

Eine Vorstellung, die Nähe erzeugt. Die das eigene soziale Netz mit Punkten und Linien auf der Landkarte markiert. Diesen Punkten und Linien Gesichter und Lebenswege zuordnet. Es ist eins der Dinge, die das Existieren zu einem Leben machen.

25. April 2008
by miss sophie
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Nachtsonne.

Mehr um meiner #balkon #sonne #wlan-tagline bei twitter eine gewisse kontinuität zu verleihen, kreierte ich gestern die #balkon #wlan #nachtsonne-tagline für mein abendliches sit-in.

Am Morgen danach, an einem Morgen, an dem weder die Sonne noch die Nachtsonne scheint, wirkt dieses Wort in mir nach. Es entfaltet seine metaphorische Wirkung und lässt ein Licht der ganz anderen Art aufscheinen. Gänzlich unspektakulär schaute ich gestern noch auf meine kleine Lampe und auf die Straßenlaterne, dachte mir nichts dabei und arbeitete weiter. Jetzt wird mir die volle Kraft dieser Bezeichnung bewusst. Ich denke an die vielen Kinder der Nacht, deren Melatonin gegen das natürliche Sonnenlicht immun ist und nur auf das elektrische mit Wohlsein reagiert. Ich denke an Autofahrten durch die Nacht. Leere Straßen in einer großen Stadt. Die Laternen strahlen auf Beton. Im Hintergrund sind schwach die bunt angemalten Fensterrahmen zwischen dem Grau der Häuserfronten erkennbar.

Es ist der pure technische Fortschritt, der seine Ästhetik wirken lässt.

24. April 2008
by miss sophie
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Glücklich werden in dem Versuch, nicht permanent dem Wahnsinn zu verfallen.

Heute ist ja schon wieder dieser Girl’s Day. Weibliche Schülerinnen werden an die Uni gelockt. Studieren sollen sie. Gefälligst. Weibliche Experten braucht das Land. Grundsätzlich hab ich auch nix gegen diese Veranstaltung. Passt schon. Nur frage ich mich jedes Jahr ernsthaft, wozu das Ganze hier in den Geisteswissenschaften stattfindet. Mit gefühlten 90% Frauen zum Studienbeginn… Wo bleibt der Boy’s Day? Wo bleiben die Infostunden, die den Jungs klar machen, dass es vollkommen ok ist, nicht an Technikkrams oder Gewinnmaximierung interessiert zu sein? Wie soll das jemals was werden mit der Emanzipation, wenn diese Sozial-Kultur-Bereiche unserer Gesellschaft mit Frauen vollgepackt sind? Na, ich seh schon. Alles muss mensch hier selbst machen.

Ach ja. Der Titel ist übrigens meine Antwort auf meine mir selbst gestellte Frage, was man eigentlich als Germanistik so werden kann.

23. April 2008
by miss sophie
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GRANDIOS!

Eben noch lugte der alte Lausbube Selbstmitleid um die Ecke. An sich möchte ich gerade an einem anderen Ort sein als an dem, an dem ich verweile. Doch die Arbeit und soziale Verpflichtungen rufen. Seit Stunden habe ich Bierappetit, aber keine rechte Lust, diesen mit mir selbst auszuleben. Heute ist schließlich der Tag des Bieres! Da muss doch was…! So dachte ich. Und trottete in den Spätverkauf. Ein Berliner sollte es werden. Vielleicht auch ein Flens. Ich betrete den Laden. Sage Hallo. Trotte in die hintere Ecke zu den Kühlschränken. Falle zwischendrin mal wieder darauf rein, dass der halbe Liter Rothaus ja nur dieses fürchterliche Pils ist. Fürchterlich im Vergleich zum Zäpfle. Dann stehe ich vor dem ersten Kühlschrank. Ein innerer Schrei des Jubels entfährt mir. Ein Feuerwerk der Freude sprüht aus silbernen Hälsen.

Es gibt Eiszäpfle!

eiszaepfle

Cheers!

22. April 2008
by miss sophie
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Los! Los! An die Urnen!

Am Sonntag nun ist es soweit. Wir, die wir hier in Berlin wahlberechtigt sind, dürfen an unserem ersten Volksentscheid teilnehmen (ausgenommen diejenigen, die bereits per Briefwahl in den Ämtern abgestimmt haben – die dürfen Erster! rufen). Die ganze Republik weiß mittlerweile, dass es um den Flughafen Tempelhof geht.

Damit der Flugbetrieb in Tempelhof wieder Thema im Abgeordnetenhaus und im Senat wird, müssen 2 Bedingungen erfüllt werden: Zum einen müssen mindestens 610.000 Stimmen für den Erhalt des Flugbetriebs in Tempelhof zusammenkommen und es muss mehr Ja- als Nein-Stimmen geben.

Pessimistisch, wie ich so manches Mal sein kann, kann ich mir gut vorstellen, dass die erste Bedingung erfüllt werden könnte. Dieser Pessismismus legt sich zwar ein wenig, wenn mensch bedenkt, dass bei 2.45 Mio immerhin ein Viertel aller Wahlberechtigten eine gültige Ja-Stimme abgeben müssen. Dieser Pessismismus steigert sich allerdings wieder, da ich davon ausgehe, dass zunächst einmal diejenigen zur Wahl gehen, die für den Erhalt sind – insbesondere nach all dieser Stimmungsmache durch die Springerpresse sowie die herzlich dämliche Gegenkampagne von den Regierungsparteien und den Grünen.

Wichtig ist deshalb, dass auch all diejenigen ihre Stimme abgeben, die gegen den Erhalt des Flugbetriebes sind. Ich glaube keinen Meter, dass 74% aller Berliner für den Erhalt sind. Aber das werden Pflüger, Springer & Co. ebenfalls nur dann wahrnehmen, wenn die Wahlergebnisse ihnen das ins Gesicht schleudern (was hoffentlich passieren wird).

ALSO: GEHT WÄHLEN!
Entweder am Sonntag in euren Wahllokalen oder vorher per Briefwahl in euren Bürgerämtern.
Auch wenn der Volksentscheid nicht bindend für den Berliner Senat ist. Auch wenn die Schließung so oder so durchgehen wird. Scheißegal. Geht wählen.

Und ja, ich wende mich hier nur an die, die Schließung des Flughafens befürworten.

19. April 2008
by miss sophie
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Ich bin verliebt!

Heute Nachmittag war es, da glaubte ich an nichts Gutes mehr. Sprach von bröseligen Strohhalmen, der Faszination morbider Gedankenspielereien und dergleichen. Ich verließ das Haus. Stand an der Haltestelle und beobachtete einen Kran dabei, wie er ein ca. 2 Meter breites, 50cm langes und 30cm hohes Stück Beton über ein Häuserdach in einen Innenhof hievte. Ich wartete darauf, dass die verankerte Kette nicht halten würde. Stellte mir vor, wie das Stück Beton mit einer Ecke das Dach einreißen und auf seinem Weg gen Boden eine lange Kratzspur in die Häuserwand reißen würde.

Vorbei. Die Sonne scheint mir aus dem Arsch. Ich glaube wieder daran, dass Friede auf Erden möglich ist. Wie ein kleiner Hippie tanze ich durch die Straßen und mein Zimmer. Ich koste diesen Augenblick aus. Er spendet Kraft. Was ist passiert? Ich bin verliebt. In eine Filmfigur. In ein Kleinod der Filmgeschichte. In eine der besten Soundtrack-Zusammenstellungen, die mir in meinem Leben untergekommen ist. Wovon ich rede? Juno.

Manchmal erschrecke ich vor mir selbst, wie schnell Emotionen in ihr Gegenteil umschlagen können. Das ist mir grade aber auch herzlich schnuppe. Oder um es mit den Worten aus Belle & Sebastian’s Expectations zu sagen: “You’re on top of the world again”.

19. April 2008
by miss sophie
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Also gut. Reden wir übers Wetter

Macht ja sonst auch fast keiner…

In Zeiten, in denen der moderne, mit technischen Errungenschaften überfrachtete Mensch seine Unabhängigkeit von der Natur feiert (gut, der Teil hat jetzt mit dem 20. und 21. Jahrhundert nur bedingt was zu tun) und immer weiter vorantreibt, ist es witzig zu beobachten, wie das Wetter uns nach wie vor fest im Griff hat. Als Smalltalk-Thema jedenfalls ist das Wetter alles anderes als vom Aussterben bedroht.

Seit Wochen will es irgendwie nicht so richtig Frühling werden. Und Frühling heißt hier ganz klar nur eines: Sonnenschein. Das Grau des Himmels verbeißt sich in unseren Gemütern. Auch die bunten Häuser nicht viel dazu beitragen, ein wenig Sonne ins Herz zu bringen. Eher schon kommt die morbide Faszination am Verfallenen noch viel stärker zum Vorschein. Die Freude an der Struktur abgeblätterter Farbe. Das interessierte Beobachten der Nuancen vom Dunkelweiß alter Bürobauten über das Sandfarbene der Erdhügel an den Baustellen hin zum Grau der Fahrbahnen. “Ist das nicht dasselbe Grau wie da hinten links am Himmel?”

Bei dem bisschen Lichte betrachtet, das uns derzeit bleibt, sind solche Gedanken trotz der Schönheit des Beobachtungsmoments nicht einfach nur deprimierend. Eine Spur hilflosen Wahnsinns mischt sich unter. Hilflos, weil es nun mal eben DIE NATUR ist. Weil es irgendwie allen so geht. Weil jeder für sich kämpft und alle nur darauf warten, dass es besser wird. Wahnsinn, weil das Leben sich mit jedem Tag mehr wie ein Treten im Hamsterrad anfühlt. Weil jeder noch so kleine Strohhalm mit einem Blick aus dem Fenster geknickt und in der Mitte entzweigebrochen wird.

Und nein, ich bin nicht in der Lage, hier ein Gegenbild zu dieser bescheuerten Grundstimmung zu setzen.

ps: Lieblingsverschreiber bei diesen Post: Frühlich.

17. April 2008
by miss sophie
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Die Entäußerung des Selbst – Eine Beobachtung.

Heute halte ich mich fern. Ich habe beständig diese kleinen Sätze in meinem Kopf. Das Wahrnehmen in 140 Zeichen ist mir ein liebevoller Begleiter des Tages und der Nacht geworden. Doch heute behalte ich sie für mich. Allesamt. Ohne Unterscheidung. Und dabei habe ich eine interessante Beobachtung gemacht. Schreibe ich sie ins Netz, kann ich sie zwar jederzeit nachlesen, doch sie sind dann nicht mehr in mir. Roland Barthes hatte schon recht als er schrieb, dass ein Text eine eigenständige Entität – mit eigenen Dynamiken und Gesetzmäßigkeiten – wird, sobald sie die Hand des Verfassers verlassen hat. Aber vielleicht habe ich auch nur eine solche Wahrnehmung meiner eigenen Sätze, weil ich die Vorstellung im Raum herumhüpfender Texte witzig finde. Wer weiß das schon so genau. Heute jedenfalls trage ich die Sätze in mir. Sicher, ich vergesse die Worte genauso schnell wie sonst, wenn ich sie in die Öffentlichkeit geschrieben habe. Was bleibt, sind Emotionen, die nicht im Hin und Her zwischen Prokrastination und Arbeit untergehen. Das Wissen, etwas für mich behalten zu haben, besinnt mich auf mich selbst. Auf das, was wirklich, wirklich da ist.