die katrin

my photography & other stuff

15. April 2008
by miss sophie
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Der 100.000 Euro Job – Buchvorstellung und Lesung

Heute abend wird gefeiert. Im Rahmen und als ein Abschluss des von der Kulturstiftung des Bundes finanzierten Projektes “Der 100.000 Euro Job” entstand ein Buch mit nützlichen und neuen Ansichten zum Thema Arbeit. Das Buch vereint Berichte über die durchgeführten Projekte – zum Teil herrlich lakonisch kommentiert vom Supatopcheckerbunny – mit Gedanken und Anekdoten von Menschen, die sich größtenteils dem fremdbestimmten Arbeitsleben entzogen haben. Aber natürlich darf auch der angestellte 9to5-Arbeiter nicht fehlen. Abgerundet wird das alles mit Tipps zum Weiterlesen und -sehen und einer Liste, was mensch noch so alles mit 100.000 Euro hätte anstellen können. Zum Beispiel 5x zwischen Berlin und Peking mit dem Taxi hin und herpendeln. Neben dem Buch gibt es eine DVD, in der 5 Projekte filmisch dokumentiert sind und auf der Homepage lassen sich alle Projekte ebenfalls in Ruhe nachlesen.

Heute abend wird im Festsaal Kreuzberg das Buch vorgestellt und u.a. von Johnny Haeusler, Holm Friebe, Jochen Schmidt, Lisa Rank, Frederic Valin und Sebastian Sooth daraus gelesen. Beginn ist 20:30 Uhr.

Die Homepage zum Projekt.
Der Verlag zum Buch.
Die Stiftung hinter dem Projekt.

13. April 2008
by miss sophie
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Und es geht doch.

Gestern erschien in der FAZ (auch im Print?) von Thomas Thiel der Artikel “Wer bloggt so spät durch Nacht und Wind? – Eine Reise durch die Blogosphäre”. Es ist eine Reise zu den Menschen, die hinter Blogs stehen. Persönliche Gespräche zum Warum?Wieso?Weshalb? stehen im Vordergrund. Ein aus der Beobachtung gewonnenes Wissen um die Vorgänge in der deutschsprachigen Blogosphäre begleitet die Darstellung dieser Treffen. Gänzlich unaufgeregt und ohne Häme bietet es den Außenstehenden einen Einblick in einen Teil dessen, was wir hier tagtäglich (er)leben.

via

12. April 2008
by miss sophie
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Orte und ihre Erinnerungsbilder.

Die Verknüpfung von Orten oder Gegenständen mit gewissen semantischen Konzepten ist ein altes Spiel der Rhetorik. Sollst du eine freie Rede halten und verfügst jetzt leider mal so gar nicht über ein Elephantengedächtnis, stellst du dich einfach vorher in den entsprechenden Raum und verknüpfst die vorhandenen Gegenstände mit deinen Gliederungspunkten. Das Fenster über der Tür ist dein Einstieg in die Rede – so als kommst du von außen den Gang entlang und siehst durch das Fenster, ob im Raum Licht und Leben ist. Ist dort Licht, gehst du hinein. Neben der Tür ist eine Halbsäule, von der Wand in den Raum ragend – sie ist deine Überleitung in den Hauptteil der Rede. Und so weiter und so fort. Im Ergebnis denkst du beim Anblick des Fensters an die Worte deiner Einleitung.

Ähnliches erlebe ich beim Laufen und Fahren durch Berlin. Das Konzept “Orte der Erinnerung” funktioniert auch im Persönlichen bestens. Die Sparkasse Danziger/ Greifswalder ist belegt mit dem Gesicht eines jungen Mannes, den ich vor rund sieben Jahren kennen lernte. Bei unserem ersten Zusammentreffen hatten andere den Eindruck, wir würden uns seit Jahren kennen. Wir quatschten, tauschten uns aus, lachten. Es war eine intensive Zeit. Zu intensiv. Ein paar Wochen lang verbrachten wir unsere Zeit. Bis er auf einen anderen jungen Mann traf, der sein Freund wurde – und er sich von uns allen, nicht nur von mir, langsam, aber stetig entfernte. Anfangs noch hatte ich eine Serie von Bildern im Kopf, wie er auf der anderen Straßenseite steht. Ich nähere mich, er erkennt mich, lächelt und winkt. Irgendwann ist dies zu einem kognitiven Aufploppen des Namens reduziert. Jetzt, nach all diesen Jahren, ist diese Ecke ein Ort neuer Erlebnisse. Ich wohne jetzt hier. Mein neuer Stammkiosk ist gleich neben der Sparkasse. Keine zwei Monate und der Inhaber und ich sind per du. Gibt ja sicher auch nicht viele, die mit einem “1x Mascotte, bitte. Nein, nicht die Muscote, sondern die da drüben neben den weißen ocb.” rumnerven. Es ist auch der Ort, an dem ich eine der entspanntesten Mitarbeiterinnen einer Bank erlebt haben werde. Es ist ein Ort, den ich jetzt tagtäglich durchlaufe.

Ein anderer Ort ist die Haltestelle Mollstraße/ Otto-Braun-Straße. Diese Doppelhaltestelle, wenn man vom Alex kommt und Richtung Norden oder Osten fährt. Diese Straßenecke ist ein provinzieller Umsteigebahnhof für mich. Da ist nichts. Einfach gar nichts. Ein große Kreuzung für die Autos. Der 100er hatte früher mal seine Endhaltestelle dort. Das weiß ich aber auch nur von den Anzeigen auf den Bussen. Wie einen Ground Zero habe ich diesen Ort durchfahren. Jetzt muss ich jedes Mal daran denken, wie ich an diesem einen Abend nach dieser einen Party durch diese Häuserschluchten hindurch auf diese Haltestelle zugehe. Meine Begleitung und ich setzen uns auf diese schwarzen Metallbänke an der Haltestelle. Ein MezzoMix macht die Runde. Am Ende sind wir doch gelaufen. Glaube ich. Ich kann mich heute schon nicht mehr an die Details erinnern. Irgendwann werde ich vermutlich ‘nur’ noch an diese eine tolle Woche und an meine Begleitung denken. Ich werde in meinem Gedächtnis nach den Details der Party kramen müssen und wie wir eigentlich genau dahin gelangt sind. Aber dieser Ort, dieses Sitzen auf den schwarzen Metallbänken, wird für lange Zeit der Ort einer besonderen Erinnerung bleiben.

10. April 2008
by miss sophie
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7:23 Uhr.

Der Wecker klingelt und spielt Snow Patrol. Schönes Lied, aber ein Gedankenblitz à la “welcher Depp in der Musikredaktion lässt so ein Lied am frühen Morgen spielen? Da wird doch keiner wach von.” huscht durch den Bewusstseinsteil meines Hirns hindurch. Aufstehen, gemächlich ins andere Zimmer tapern, schauen, dass das Kind wach ist und pünktlich zur Schule kommt. Die Nebelfetzen, die zwischen meinen Synapsen hängen, forcieren eine Vorstellung von entspannter, morgendlicher, ruhiger Atmosphäre in der Wohnung. Diese Stille, bei der man glaubt, das Atmen der noch Schlafenden aus den Zimmern zu hören.

Ich raffe mich auf, stolpere in meine Latschen, den Weg zur Tür nehme ich nicht mal wahr. Ich stehe im Flur und falle gleich wieder einen Schritt zurück. Eine Wand aus Wachheit stellt sich mir entgegen. Ein strahlendes Guten-Morgen-Lächeln vom neuen Mitbewohner. Alle Türen stehen offen. Die Espressokanne pfeift auf dem Herd. Eine gehobene Hand soll einen Gruß imitieren. Ich hoffe, er wurde als solcher verstanden. Ich ducke mich. Mache alle Schotten dicht. Eine Furche durchzieht meine Stirn. Bloß nicht ansprechen. Ich bin verwirrt. Diese Wuselei ist so ungewöhnlich. Meine Beine nehmen mir das Denken ab. Tragen mich ans andere Ende der Küche zur geliebten Kaffeemaschine.

Jetzt nur noch abwarten. Mit dem Kaffee in der Hand nur noch eine halbe Stunde abwarten. Dann sind sie alle aus dem Haus. Stille. Aber es ist eine andere Stille. Denn jetzt liegt keiner mehr in seinem Bett und schläft.

7. April 2008
by miss sophie
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re:vue im linkformat

Ich hab immer noch nicht die Ruhe weg, mir jetzt hier so ‘ne Nachlese aus den Fingern fließen zu lassen. Meine peergroup konnte und kann das aber sowieso viel besser.
Herr Grau – Warum ich bisher (fast) nichts über die re:publica08 geschrieben habe
Miss Paradise – Wie bitte lautet die korrekte Übersetzung für „GTD – Getting Things Done”?
Frau Anne – alles vom 2. bis zum 6. April lesen. ist ganz einfach. (nimm das, technorati!)
PasQualle – über biertrinkende Konzertgänger
Jeriko – post:publica
der philipp – mit vielem und dem einen Text, der mich am meisten berührte.
der herm – mit unlautem, poetischem Humor an vielen Ecken und dem Satz des heutigen Tages: Club Mate schmeckt ein bisschen wie Regenwasser aus einem Aschenbecher.
beide zusammen
der Logopäde – mit der tollsten prä-re:publica-Geschichte
Benedikt und die Antwort auf die re:publica

Es war ein bisschen wie auf Klassenfahrt. Die erste Nacht bis vier feiern. Dann drei Tage in den Seilen hängen, nur um die letzte Nacht durchzumachen. Morgens lange schlafen. Was? Geht schon los? Ach, guck ichs halt im Internet. Abends lange aufbleiben. Gibt ja immer noch ein paar Crackhuren, denen mensch bei ihrem Mülltütentanz zuschauen kann. (Ja, mein Sinn für gute Unterhaltung ist ein anderer.) Ganz großes Herrentennis, das. Wir sehen uns!

6. April 2008
by miss sophie
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“Blogger? Seid ihr die, die so Seiten sperren können?”

Ein Mensch jenseits der Vierzig mit nur geringer Internetkompetenz sah im Laufe dieser Woche auf irgendeinem TV-Sender irgendeinen Beitrag rund um die re:publica, Bloggen und – offenbar – die Probleme, die Blogger in Ländern bekommen können, deren Regierungen ein wenig nervös auf dieses Geschreibsel in diesem weltweiten Web reagieren. Besagter Mensch wusste aber noch, dass ich mit diesem Bloggen auch was am Hut habe. Sie erzählte nun also vom Gesehenen und war ganz stolz, dass sie die Verbindung zu mir hergestellt hat.

“Da hab ich gehört, dass Blogger… Die können alle Daten und Texte und so ins Internet stellen.” Ein Schmunzeln begleitete mein “Mhm, ja so ähnlich.” Ich vermute, in dem Beitrag ging es um die Blogosphäre in ihrer Gesamtheit und die inhaltliche Varianz, die sich dort so auftut. Ich erklärte ihr kurz die Sache mit der eigenen Seite, den eigenen Inhalten und den Konsequenzen für die gesamte Informationsstruktur. Im Verlauf der Unterhaltung folgte dann dieser Satz: “Und Blogger? Ihr seid doch die, die Seiten und so dann auch sperren können?” Stille. Mein Hirn imaginierte verschiedenste Handlungsszenarien. Mein Herz triumphierte für einen kurzen Moment. Da lässt rechtes Gesocks irgendwo sein Zeug vom Stapel? BÄMMM! Da verwechselt mal wieder einer Meinungs- und Beleidigungsfreiheit? BÄMMM! Irgendwer findet Stulle mit Ei, Senf und Maggi scheiße? BÄMMM!

Jepp. Das gefällt mir.

6. April 2008
by miss sophie
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re:vue im kleinstformat

So richtig komme ich gar nicht dazu, die vergangenen Tage nochmals vorbeimarschieren zu lassen. So richtig war es bis gestern abend auch noch gar nicht vorbei. Just in diesem Moment überkommt auch mich ein kleiner Schwermut. Vier, fünf Tage sind einfach ein Witz. Dann denke ich an die vielen Menschen und Erlebnisse. Lasse alles im Schnellstdurchlauf Revue passieren, bevor ich mich gleich wieder ins Bett lege. Ich freue mich über die Menschen, die auch in Zukunft mit ihrem Leben und ihren Aktionen meinen Geist wachhalten werden.

4. April 2008
by miss sophie
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Lightspeed Champion

Es sollte ein Überraschungsabend für mich werden. PasQualle fragte im Vorfeld der re:publica, ob nicht irgendwer zu lightspeed champion mitkommt. Wer war das gleich noch? Kann ich grad nicht zuordnen. Auch so’n Indie-Kerl. Mit ungefähr diesem Stand und ein paar Samples auf last.fm später war meine Mittwochabendplanung perfekt.

lightspeed champion – midnight surprise (live)


DirektÜberraschung

Es war ein Traum. lightspeed champion machen so Musik, da braucht mensch keinen Urlaub mehr. Ein Mann, seine Stimme und die Gitarre. Texte über Mädchen, die ziemlich abgefuckt sein müssen. Der Mann an der Geige macht die Lieder zu einem emotionalen Höhenflug. Ein zarter Pfeil, der ohne Umwege mitten ins Herz trifft und dort seine Substanz verteilt.

Der Wermutstropfen. Konzerte fangen in letzter Zeit mehr und mehr pünktlich an, vor allem, wenn am darauffolgenden Tag ein klassischer Werktag ist – so mein Eindruck. Wie auch immer. Wir waren zu spät. Windmill war schon wieder weg. Windmill war gar nicht da. Und den Anfang von lightspeed champion haben wir auch verpasst.

lightspeed champion – daheim, bei myspace und bei last.fm
windmill – daheim, bei myspace und bei last.fm