die katrin

my photography & other stuff

25. March 2008
by miss sophie
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Später am Tage.

Leere Gänge. Stille Innenhöfe. Das Filmteam ist fertig. Die letzten Mitarbeiter sind schon vor über drei Stunden gegangen.

Die Halogenlampen werfen nur das Nötigste an Licht auf dieses efeugrüne Etwas, das sich Teppich nennt. Das efeugrüne Etwas schluckt selbst vom Nötigsten zuviel. Wenn dann noch eine lilafarbene Tür in mein Blickfeld rückt, wird es zuviel. Depressivität macht sich breit. Dann muss ich schnell die Erinnerung an den Tag zurückholen, die Erinnerung an Studenten, die den Gang entlang krauchen. Und dann ist sie da, die Folie, auf der die aktuelle Wahrnehmung diesen kleinen Funken Magie erleuchten lässt. Der Moment, in dem die Luft in Schwingung gerät.

Der Augenblick, in dem ich atemlos dastehe und mich wie eine Eindringling fühle, nur um mit dem nächsten Wimpernschlag an “Ich bin der König der Welt” zu denken.

25. March 2008
by miss sophie
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Facharzt für Stofftierheilkunde

Facharzt für Stofftierheilkunde. Ja, genau. Das ist ein zertifizierenswerter Titel, der im Teddybärkrankenhaus Greifswald erlangt werden kann. Das erlangte Zertifikat kann jemand, der eigentlich Humanmediziner ist, dann auch als Referenz bei einer Stipendienbewerbung einreichen. Muss nicht, aber kann.

Ich lag schon bei “Facharzt für Stofftierheilkunde” unterm Tisch. Als ich dann auch noch das “Teddybärkrankenhaus” vorgelesen bekam, war alles vorbei.

Ich könnte mich jetzt auslassen über Nancys aus Leipzig, die aussehen wie Mandys aus Weißwasser, gerne Nick Hornby lesen und das aber vermutlich auch nur, weil sie Hugh Grant süüüüß finden (das hat jetzt übrigens nichts mit den Stofftieren zu tun), über Mädchen, die mit Mitte zwanzig immer noch das Aroma “braver Streberinnen” verströmen, die das wohl auch ihr restliches Leben lang tun werden und denen die Fachärztin für Stofftierheilkunde aber sowas von passgenau liegt… Aber damit hör ich jetzt wieder auf.

Denn das Teddybärkrankenhaus Greifswald ist – manchmal hasse ich mich dafür, alles recherchieren zu müssen – eine gute Angelegenheit. Einmal im Jahr versammeln sich die angehenden Kinderärzte der Uni Greifswald, um den Teddys, Puppen und sonstigen Spielfiguren der Stadt ihre Wehwehchen zu heilen. Dahinter steckt die Idee, dass die “Eltern” dieser Teddys, Puppen und sonstigen Spielfiguren, kleine Kinder nämlich, frühzeitig mit medizinischer Betreuung in Berührung kommen, um Ängste abzubauen, den Umgang mit Medikamenten kennenzulernen usw. Auf der anderen Seite sammeln die Studierenden erste Erfahrungen im Umgang mit den Kindern und besorgten “Eltern”, ohne dass ernsthaft jemand zu Schaden käme dabei.
(Die Pressemitteilung des Uniklinikums Greifswald als pdf.)

Tolle Sache also. Das “Facharzt”-Zertifikat aber mehr oder weniger unkommentiert in eine Stipendienbewerbung legen … naja.

23. March 2008
by miss sophie
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Linkschleuder

Eine Fotoserie aus Mumbai.

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Artikel mit großartigen Anfängen, die Erste:

Und ich sach noch: Bitte nicht auf diese E-Mail antworten

Bekanntlich gibt es einen Planeten, auf dem alle verlorenen Kugelschreiber sich einfinden, um dort geruhsam ihren Lebensabend zu verbringen.

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Artikel mit großartigen Anfängen, die Zweite:

Gestern gab es mal wieder eine neue Botschaft von Osama Bin Laden. Und weil die Dinger medial saugut abgehen, hat er heute gleich noch eines seiner berüchtigten Audios hinterhergejagt. Nun könnte man das ganze ja als lästiges Generve eines Kriminellen abtun, hätte es nicht weltweite Auswirkungen. In unserer Redaktion sorgt der Bursche jedenfalls für reichlich Diskussionsstoff, denn eins ist klar: Ohne Medien könnte Osama seinen Laden dicht machen.

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Ein Browser, den mensch gar nicht oft genug bewerben und verlinken kann: Opera. Ja, er stellt einige Seiten nicht korrekt dar, die Cookie-Handhabung ist etwas tricky und es ist immer gut, Flock in der Hinterhand zu haben. Doch Opera hat einen unschlagbaren Vorteil: Es kann Hindi interpretieren. Von wegen Leopoard-CD einlegen und indigene Schriftfamilie (oder wie das heißt) nachinstallieren. Das heb ich mir auf meine ersten Schreibexperimente am Rechner. Und dass Safari die Schriftzeichen des Hindi ebenfalls interpretieren kann, ist mir jetzt auch mal dezent schnuppe.

21. March 2008
by miss sophie
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Es ist Feiertag.

Es ist Feiertag. Es ist früh am Morgen. Die Straßen sind ruhig. Auch hier im Haus und in der Wohnung ist es ruhig. Es ist hier wohl oft ruhig. Viele haben schon überrascht kundgetan, dass es trotz fehlender Schallschutzfenster so leise sei in meinem Zimmer. (“Schallschutzfenster” klingt in dieser Stille auf einmal so martialisch.)

Doch es fehlt das Hintergrundrauschen. Die Autos, die sonst in einer zähen Masse draußen vorbeiziehen. Heute höre ich jedes Fahrzeug einzeln. Ich höre sogar das Säuseln meines Rechners. Wenn ich in die Küche gehe, versuche ich tunlichst jede knarzende Diele zu vermeiden. Die anderen schlafen noch und selbst das Öffnen der Küchentür lässt mich zusammenzucken ob dem überlauten Klicken. Der Geschirrspüler, sonst ein niedliches, feines Glucksen, drängt sich mir auf, möchte auch mal Krach machen. Aus den anderen Zimmern kommt keine Musik, keine Gesprächsfetzen vom Telefonieren, kein Klackern einer Tastatur, kein Rascheln beim Zusammenlegen der Kleidung.

In diesen Momenten habe ich das Gefühl, allein zu sein in meiner Welt. Es ist ein Gefühl, das nicht zu verwechseln ist mit Einsamkeit. Einsamkeit spüre ich meist dann, wenn ich unter Menschen bin. Wenn ich sie beobachte, meine Wahrnehmung austickt und ich für einen Moment der Überzeugung bin, keine stabile Verbindung zu diesen Menschen zu haben. Heute ist es das erhebende Gefühl des Alleinseins, welches mich in meiner Welt noch ein wenig fester verankert. Es ist eine Stille, die mich selbst zur Ruhe kommen lässt. Die Reize von außen sind auf ein Minimum reduziert. Diese große Stadt mit diesen vielen Menschen hält sich vornehm zurück. In diesem Augenblick kann ich meine Spuren hinterlassen, und zwar so, dass ich sie wiedererkenne, wenn ich das nächste Mal inmitten dieser vielen Menschen in dieser großen Stadt unterwegs bin. Und dann, wenn ich diese Spuren wiedererkannt habe, dann bin ich mit meiner Welt hier noch ein wenig fester verbunden.

20. March 2008
by miss sophie
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Hader-Nachlese

Der Nächste, der behauptet, Josef Hader sei Kabarettist (Kabarettist! Wie billig das schon klingt!), wird von mir mit 24h Mario Barth gegeißelt.

Dieser Mann macht das beste Ein-Mann-Theater, das mir je untergekommen ist.

19. March 2008
by miss sophie
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Ich glaub, ich muss Angestellter werden.

Das mit dem zu Hause arbeiten funktioniert einfach nicht. Ich hab 1-2 gute Tage und dann… Dann müsste ich mir selbst das Internet wegnehmen. Und alle Bücher. Und alle Filme. Und alle Putzmittel. Und den Teil meines Gehirns, der für Tagträume zuständig ist. Und … letzteres wär jetzt aber wirklich etwas albern.

In solchen Momenten bilde ich mir ein, es bekäme mir gut, als Angestellte und in einem Büro und mit festen Anwesenheitszeiten und so zu arbeiten. Da wär ich dann in einer Umgebung, bei der ich sage: Da geh ich zum Arbeiten hin. Alle anderen sind auch am Arbeiten. Arbeitsatmosphäre. Das ist es, was ich brauche. Leute um mich rum, die nach einem 5-minütigen Small Talk unruhig werden, weil sie weiter arbeiten wollen. Leute, die in der Lage sind, sich nicht großartig ablenken zu lassen. Leute, die Arbeitsatmosphäre schaffen können.
Dass das auch für jedes Büro mehr einer Traumvorstellung gleich kommt, weiß ich übrigens selbst. Und lange würd’ ich sowas auch gar nicht aushalten. Aber wie war das mit dem grünen Gras und der anderen Seite …

Dennoch macht es einen Unterschied, ob ich irgendwohin zum Arbeiten gehe, wo auch andere arbeiten, oder daheim in meinem eigenen Saft schmore. Irgendwo allein zu hocken bedeutet ja immer auch, dass die sozialen Kontrollen bzw. Sanktionen bei Rumschlonzerei nur sehr, sehr bedingt wirken. Es geht doch nichts über die leicht angehobene Augenbraue eines Kollegen, wenn er schon das fünfte Mal am eigenen Schreibtisch vorbeikommt und schon das fünfte Mal keins der Arbeitsprogramme auf dem Bildschirm prangt. Ok, DAS muss mir jetzt auch nicht jeden Tag passieren.

Einen interessanten Ausweg bietet wie so oft die Goldene Mitte. Mein eigenes Ding durchziehen und trotzdem mit anderen zusammen in einem Raum arbeiten – der, btw, keine Bibliothek ist. Das Hallenprojekt plant genau sowas. Das wird mich sicher kaum von meinem immer währenden Kampf abhalten, aber es kann mir das alles vielleicht ein wenig leichter machen.

17. March 2008
by miss sophie
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Kurt Beck und seine Pläne für die Bundestagswahl

Teil eins dieser Geschichte: Einst überlegte sich Jürgen W. Möllemann – Gott hab ihn selig – zusammen mit Dr. Fritz Georgen, dass die FDP für die nachfolgende Bundestagswahl (2002 um genau zu sein) 18 Prozent Stimmenanteil erreichen solle und könne. Das “Projekt 18” war geboren.

Teil zwei dieser Geschichte: Es gibt eine Theorie, die besagt, dass die Ideen von Menschen nach ihrem Ableben sich in die Hirne anderer Menschen einpflanzen. Das ist ein bisschen wie mit der Reinkarnation – nur dass der neue Gedanken-Wirt bereits leben und auf der Welt sein darf.

Synthese dieser Geschichte: Als Jürgen Möllemann – Gott hab ihn selig – damals starb, hat sich die Idee des “Projekt 18″ in das Gehirn von Kurt Beck eingepflanzt. Und jetzt, zur anstehendes Bundestagswahl 2009, will Kurt Beck dieses Projekt für die SPD umsetzen.

(Geschichte erzählt von John)

17. March 2008
by miss sophie
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vinylbag

Das ist sie: meine neue Umhängetasche.

vinylbag

Und ich sag’s gerne nochmal: arschgeil, das Teil.

[edit] An dieser Stelle mache ich dann auch nochmal Werbung für berlinbag.

[edit, 2.] Ich hab da noch einen Gutschein über 15% Rabatt mitbekommen. Gilt bis zum 31.05.08. Interessensbekundungen an sophie.is.a.virtue bei googlemail punkt com. vergeben.