die katrin

my photography & other stuff

29. December 2007
by miss sophie
0 comments

Wenn man am wenigsten damit rechnet

und eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben hat. Dann, ja dann kommt diese kleine Nachricht.

Himmel, bin ich aufgeregt. Hui. Das Herz schlägt nicht mehr nur bis zum Hals. Die Finger zittern sich über die Tastatur. Tiefes Durchatmen ist jetzt ein basales Muss.

Ablenkung? Ja, Ablenkung. Was geht mir seit Tagen durch den Kopf? Genau. Das Zusammenwirken der Lebensstränge. Wie in einem Roman. Die Erzählstränge laufen parallel. Parallel wie in mathematisch parallel. Sie berühren sich nicht.

Ein Strang ist realisiert in einem Seminar zur Philosophie des Geistes. Wir lesen dort viele Texte, die sich damit beschäftigen, inwiefern die Geist-Körper-Relation auf physikalistischem Wege beschreibbar sein möge. Lässt sich Bewusstsein anhand der beobachtbaren und messbaren Ereignisse im Körper beschreiben und erklären, und das dann auch vollständig? Was an unserem subjektiven Erleben von Bewusstsein lässt sich damit nicht (oder noch nicht) erfassen?

Ein zweiter Strang ist realisiert bzw. initiiert durch einen Abend vor ziemlich genau zwei Wochen. Ein Kumpel erzählte von Schrödinger’s Gedankenexperiment, woraufhin ich auf die Multiversum-Theorie gestoßen bin.

Ein dritter Strang zieht sich seit einigen Jahren durch mein Denken. Der Wille zum Wissen und der Wille zur Macht und was passiert, wenn beide ihre Ziele in verschiedenen Richtungen sehen.

Noch ein paar andere Stränge spielen hier eine Rolle. Sie ermöglichen es mir, architextuelle und sonstige transtextuelle Bezüge zu erkennen.

Das alles läuft jetzt zusammen. Straft die festgestellte Parallelität Lügen. Das alles vereint sich in His Dark Materials, der Trilogie von Philipp Pullman, deren erster Teil Der Goldene Kompass dieser Tage im Kino läuft. Ich bin erstaunt, immer noch und immer wieder, wie das Zusammenlaufen der Erzählstränge meines Lebens in der Zeit vonstatten geht. Eine seltsame Energie lässt mich als Knotenpunkt der Intertexte innerlich erzittern. So fühlt es sich an, wenn im Leser alles zusammenläuft und überhaupt erst entsteht.

25. December 2007
by miss sophie
0 comments

Gerade habe ich einen Freund verabschiedet. Mit ein paar Runden Rommé und dem neuesten Klatsch uns Tratsch haben wir diesen Abend ausklingen lassen. Manchmal denke ich, unsere Freundschaft wäre um einiges unintensiver ohne diese Abende am 24. Dezember.

Das Schönste aber: diese komische Heiligabenddepression, die sonst so sicher wie das Amen in der Kirche vorbei schaute, hat sich den ganzen Tag nicht blicken lassen. Ich bin mir noch uneins mit mir selbst, ob der Grund hierfür die vielen Southern-Comfort-Mixgetränke gestern nacht waren, das lange Schlafen danach, das Beobachten einer Katze beim Kotzen, das heiße Bad samt leckerem Abendessen oder doch der soeben genossene Kirschwein.

Gelegentlich wünsche ich mir, ich könnte Heiligabend und überhaupt dieses ganze Weihnachten einfach ausblenden. Geht aber nicht. Wenn alle anderen Weihnachten feiern, dann hat das einfach auch seine Auswirkungen auf mein Leben. Da kann ich noch so sehr selber nicht feiern wollen (oder mir einbilden, nicht feiern zu wollen). Dieser Tag wird einfach immer etwas Besonderes sein. Und sei es nur, weil es für alle anderen etwas Besonderes ist. Was liegt also näher, als diesen Tag auch für mich zu etwas Besonderem zu machen. Und zwar nur für mich! Mit diesen tausend kleinen Dingen, die gut tun.

23. December 2007
by miss sophie
3 Comments

Gestern noch

Gestern noch sagte ich zu einer Freundin, wie traumhaft schön und perfekt es wäre, wenn jetzt, in den Tagen meiner Erholung, dieses elende Grau am Himmel seinen Hut zieht und Frau Sonne Platz macht. Scheiß auf Weiße Weihnacht und so. Hauptsache Sonne.

Jippiejippiejey!

Ein Blick an die hell erleuchtete Wand gegenüber, ein Giekser der Freude und ich war raus aus meinem Bett …

23. December 2007
by miss sophie
0 comments

Herr Niggemeier – diesmal für die taz.

Herr Niggemeier schreibt mal für die taz. “Die Arroganz der Papierverfechter” heißt es und ist eine kurzweilig zu lesende Zusammenfassung dieser elendigen Debatte Blogger vs. Journalisten, Deppen vs. Abendlandretter, Pöbel vs. Medienaristokratie, [bitte eigene Dichotomie einsetzen]. Hier ein paar Auszüge.

Vielleicht ist die härteste Erkenntnis für Journalisten die, für wen man da arbeitet.

Und es ist das Fernsehen, das Medium mit den immer noch höchsten Mitmachbarrieren, das aus dem Hütchenspiel in der Fußgängerzone ein internationales Millionengeschäft für Sender wie 9Live gemacht hat.

Warum gerät das Buch eigentlich nicht in Verruf durch die ungezählten Schundromane, die jedes Jahr in dieser Form publiziert werden, die vielen unlesbaren Traktate und all die Werke, die nur geschrieben werden, um den Autor selbst glücklich zu machen, und nie mehr als eine Handvoll Leser erreichen werden?

Jeder Idiot darf Journalist werden, das garantiert das Grundgesetz, und viele werden es auch tatsächlich, das kann man Tag für Tag in den “etablierten” Medien nachlesen, angucken, anhören.

Dass das Publikum Relevanz und Zuverlässigkeit oft nicht goutiert, ist keine Frage – aber auch kein internetspezifisches Phänomen: Bild verkauft täglich fast zehn Mal so viele Exemplare wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, und die Tagesthemen werden sich immer schwer tun gegen Explosiv.

Das bedeutet nicht, dass die Demokratisierung des Publizierens nicht gravierende Probleme mit sich brächte – es ist zweifellos leichter geworden, andere zu verleumden und gezielt oder fahrlässig zu desinformieren, und der tägliche Kampf gegen die Kakophonie des Wahnsinns, die alles zu übertönen droht, ist nervenaufreibend. Aber es hilft nicht wegzusehen, im Gegenteil: Man muss hinsehen und findet an so vielen Stellen in Diskussionen und Blogs, bei You Tube und in der Wikipedia Unmengen großartiger Belege dafür, dass die Massen klug sein können, und dass es in der Masse einzelne Stimmen gibt, die es verdienen, laut und klar von vielen gehört zu werden, und dazu bislang nie eine Chance gehabt hätten.

20. December 2007
by miss sophie
0 comments

"6 feet high and risin’"

Bei diesem Wasserstand wäre ich ja schon längst ertrunken. Zum Glück hatten wir damals schon im Kindergarten kollektiven Schwimmunterricht. Mein Kindergarten war direkt am See. Keine 10 Minuten zu Fuß entfernt lag die städtische Badeanstalt. Ich erinnere mich noch an einen warmen, aber bewölkten Tag. Wir saßen alle auf dem Strandsand. Mit unseren Füßen malten wir aneinandergeklebte Ohren in den Sand – eine Horde Fünfjähriger lernt die Koordination der Beine beim Brustschwimmen.

Heute abend habe ich frei. Nach einem Abend und einem Tag nicht-prokrastinierter Zeitverwendung, erneut vorgezogener Bescherung und Knoblauch mit Nudeln in Tomatensauce komme ich mit dem Gefühl nach Hause, frei zu haben, frei zu sein. Jetzt steht progressives Rumgeschlonze auf dem Bett an. Rechner, Buch (“Der Goldene Kompass”), Drink und Baumkuchenspitzen liegen bereit. Ich geh dann mal die Sudokus des Tages lösen. Bis später.

18. December 2007
by miss sophie
0 comments

StudiVZ – sie sind dagegen.

Nachdem die Ereignisse des vorvergangenen Herbstes eher leise Spuren innerhalb des Netzwerkes hinterlassen haben, rumpelt’s jetzt aber gewaltig in der Studentenkiste.

Kaum etwas schien sich im Verhalten der StudiVZ-Nutzer geändert zu haben, nachdem im Herbst 2006 ein paar Honks ein paar Mädels, deren Fotos und Adressen wie Trophäen in ihrer Gruppe herumgereicht hatten. War ja nur ein einzelner Vorfall, dachten sich wohl viele – wenn sie denn überhaupt davon gehört hatten.
Scharenweise meldeten sich neue Nutzer auch weiterhin mit ihren Klarnamen an. Lediglich das Profilbild ist auffallend oft kein eigenes mehr gewesen. Dennoch, die Idee, dass andere einen aufstöbern können und der Kontakt so auch über große geographische Distanzen aufrechterhalten bleiben kann, ist einfach zu verlockend.

Jetzt haben die StudiVZ-Oberen neue AGBs angekündigt. Der Inhaber Holtzbrinck macht klar, was die Nutzer sind: Geldverdienvieh. Und endlich, endlich merken es auch die Nutzer selber.

Ursprünglich sollten sogar die in den Profildaten angegebenen Mobil- und Messengernummern für neue Wege der Werbung genutzt werden. Das ist vom Tisch. Doch der Schrecken ist da. 157 Ergebnisse liefert das Suchwort “AGB” bei der Suche nach Gruppen im StudiVZ (Stand 18.12.07, 13:05 Uhr). Die wenigstens davon meinen mit dem Kürzel AGB etwas anderes als die neuen Nutzungsbedingungen. Sie alle setzen sich mit den datenschutzrechtlichen Problemen auseinander. Wollen aufmerksam machen. Planen den gemeinschaftlichen Austritt. Wollen zu Facebook wechseln (hm… nun ja). Sie alle sind dagegen, dass ihre Profile nur mehr noch zum Geldverdienen da sein sollen.

Das Interessante daran. Eine recht große Gruppe von Internetnutzern erfährt gerade am eigenen Leib, was es heißt, wenn die eigenen, die persönlichen Daten für einen Zweck genutzt werden, der nicht dem ursprünglichen Zweck entspricht und die Privatsphäre korrumpiert. Das ist gut. Der Protest ist gut. Das regt zum Nachdenken an. Das wird die Blauäugigkeit des “Ich hab ja nichts zu verbergen” wieder bei ein paar Leuten mehr verschwinden lassen.

18. December 2007
by miss sophie
5 Comments

::

was bleibt vom abend, wenn noch ein volles bier neben einem steht, keine konzentration für irgendwas mehr da ist und die erkenntnis sich durchsetzt, dass das nun definitiv nix wird mit dem kerl, den man noch vor einer woche im bett hatte. manwhore.

genau. kasabian müssen ran. “i’m the king and she’s my queen. bitch.”

gott, ist das deprimierend. aber ich freue mich auf den moment, in dem ich ihm genau das unter die nase reiben kann. manwhore.

… und wie deprimierend ist das erst …

ps: wer das zitat erkennt, bekommt ein bienchen.

17. December 2007
by miss sophie
2 Comments

Erleichterung.

“Dann sehen wir uns am Donnerstag in alter Frische. Oder vielleicht in neuer? Nee, nee, wohl eher in alter.”

Es ist nicht mehr allzu weit her mit unserer Frische. Meine Chefin und ich, wir brauchen dringend ein paar freie Tage. Urlaubstage. Tage mit keinen Aufgaben. Keine Philosophie des Geistes. Kein Indien-Sammelband. Kein Lieferengpass in Schweden. Keine Emotionen, die irrational sein sollen (Deppen. Nur weil ihr Altphilosophen mit eurem billigen realitäts-ding-fixierten Wahrheitsbegriff nicht zu Rande kommt, sind durch fiktionale Texte hervorgerufene Emotionen doch nicht irrational. Ihr seid echt peinlich. Tss.) Dafür ganz viel schlafen, bloggen, schlafen, feiern, schlafen, Serien gucken, schlafen und nochmal schlafen. Zwischendrin auf die Außentemperatur achten und gegebenenfalls ein wenig Wasser durch die Leitungen jagen, damit die Rohre nicht zufrieren. Vielleicht noch ein bisschen shoppen gehen. Zur Schneiderperle, Hosen kürzen und Jacken flicken lassen. Ein paar Pflanzen hier gießen. Ein Katze dort bespaßen. Ein wenig Feiertagsfernsehprogramm erkunden. Meine neue Tasche gestalten und in Auftrag geben (boah, klingt das dekadent. Geil!)

Au ja. Das klingt fein. Und diese komische Heiligabenddepression soll mich mal kennen lernen, dieses Jahr. Der werd ich’s zeigen.