die katrin

my photography & other stuff

30. September 2007
by miss sophie
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Lieber Sonntag,

das war ja wohl ‘ne ganz miserable Vorstellung. Für diese Leistung hast du nicht nur die Goldene, nein gleich die Platin-Himbeere verdient. Besten Dank, dass du mir das Gefühl gibst, ein absoluter Vollhorst zu sein.

Grummeligst,
miss sophie

PS: Herzlichen Glückwunsch übrigens zur Image-Aufwertung des Montags.

29. September 2007
by miss sophie
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Netzwerkkultur

Herr Grau macht seine Drohung (hilfe, ich find sie nicht mehr) wahr und geht ins Ausland. Blogsitter wurden gesucht und gefunden und bei der Gelegenheit möchte ich mal kurz zum Ausdruck bringen, dass ich die Angewohnheit des Blogsittings bei Abwesenheit oder sonstiger Unpässlichkeit wunderschön finde. Da geht mensch irgendwann hin und eröffnet sein eigenes, kleines Heim im Netz. Liest andere Blogs, kommentiert, erstellt Blogrolls, trifft sich von Angesicht zu Angesicht und nach und nach entstehen Bekanntschaften der unterschiedlichsten Grade. Dann ist mensch irgendwann mal nicht da, möchte sein kleines Heim aber irgendwie auch nicht auskühlen lassen und gewährt anderen Eintritt und Unterkunft. Als Leser dieser verschiedensten Blogs stolpere ich dann über Julie bei René, René bei Malcolm, Björn bei Saint usw. Das ist so ziemlich die schönste Manifestation von Blognetzwerken.

Nein, ich bin grad nicht total sentimental drauf, nur weil mein Chef mich gegenüber unserem Oberboss in großartigster Weise verteidigt und gelobt hat, weil der, also unser Oberboss, nämlich dachte, ich hätte großen Mist gebaut, was ich aber gar nicht getan habe.

25. September 2007
by miss sophie
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Die Markierung eines Falls, der sowieso mehr und mehr aus unserem Sprachgebrauch schwindet: der Genitiv

Beim Herrn Grau gibt’s heute einen wundervollen Beitrag zu Herrn Sick und seinen unsinnigen Kommentaren zur deutschen Sprachlandschaft.

In den Kommentaren kam – unweigerlich – auch das Thema Genitiv-Apostroph zur Sprache (eine herrliche metaebenenmäßige Redewendung, btw). Herr Grau schrieb hierzu, dass die Verwendung des Apostroph zur Markierung des Genitiv “schlicht und einfach unnötig” sei, da es ja das ‘s’ als Markierung des Genitiv bereits gäbe. Herr Grau ist nun keineswegs allein mit dieser Ansicht, insofern gilt meine Replik allgemein diesem Argument, als weniger Herrn Grau.

Von der Warte aus gesehen – es gibt schon was, warum noch was anderes dazu, nur um die Verwirrung dann komplett zu machen -, von dieser Warte aus gesehen, erscheint die Verwendung der englischen Variante der Genitivmarkierung zumindest auf den ersten Blick nicht zwingend notwendig. Aber hilfreich.
Ein Beispiel: Ich bringe Andreas Buch zurück.
Aus sprachwissenschaftlicher Sicht lässt sich der Erfolg der englischen Variante (Ich bringe Andrea’s Buch zurück) mit dem Gesetz der sprachlichen Ökonomie erklären.
Wer bei dem Beispielsatz – und sei es nur für eine Millisekunde – zuerst an einen männlichen Inhaber des Buches dachte, wird mit der englischen Variante beim Lesen vermutlich besser klarkommen. Zum Test: Andreas Buch und Andreas’ Buch vs. Andrea’s Buch und Andreas’ Buch. Bei der deutschen Variante der Genitivmarkierung durch das ‘s’ führt die Überschneidung mit vielen Substantiven und Eigennamen, die auf einen ‘s’-Laut enden, dazu, dass der Lesefluss kurzzeitig unterbrochen wird. Durch die Markierung des Genitiv mit einem Apostroph wird der Leser rechtzeitig darauf hingewiesen, dass es sich hier nun um einen Genitiv handelt. Kein Innehalten und neu-Lesen ist nötig.

Der Satz Ich bringe Andreas Buch zurück kann in mehreren Lesarten verstanden bzw. zunächst irreführend gelesen werden, je nach Einordung von Andreas.
Da wäre zunächst für unsere türkisch- und arabischstämmigen Mitbürger mit ihrem Pidgin-Deutsch die Falle, den Satz als /Ich gebe das Buch an Andreas zurück/ misszuverstehen. Mit einem Genitiv-Apostroph ist diese Lesart ausgeschlossen. (Off-Topic: Woher kommt eigentlich die Unterscheidung zwischen türkisch und arabisch? hat sich geklärt)
Irreführend ist der Satz, weil ‘Andreas’ als männlicher Eigenname häufiger vorkommt als die Genitivform von ‘Andrea’ und daher beim Lesen ‘Andreas’ zuerst als Akkusativ gelesen wird (das hängt mit dem Frequenz-Effekt beim Sprachverstehen zusammen: häufig auftretende Wörter werden schneller erkannt als seltene Wörter). Erst mit dem weiteren Lesen des Wortes ‘Buch’ sowie dem Fehlen eines Demonstrativpronomens wird Andrea als weiblich sowie als Inhaberin des Buches erkannt. Das ist zwar nun eine Sache von Millisekunden, aber mit dem Apostroph als graphisch sichtbarem Element wird das irreführende Lesen vermieden.

Langer Rede, kurzer Sinn: Die Verwendung des Genitiv-Apostroph erleichtert für einen bestimmten Teil unserer Wörter die Sprachrezeption. Und weil wir alle faule Säcke sind und es immer gern so bequem wie möglich hätten, ist das Apostroph keinesfalls unnötig, sondern eine neue Form, die eine Zeitlang parallel zum Genitiv-s existieren wird, um dieses dann (so meine Prognose) irgendwann gänzlich zu verdrängen. Ist ja auch viel einfacher, für unsere beiden am häufigsten genutzten Sprachen in Teilen die gleiche Grammatik zu Grunde zu legen.

24. September 2007
by miss sophie
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Speis und Trank

Frau Anne war die Frau hinter der Essenstheke und teilte aus. Auf dem Menü: der Stöckchennachschlag.

Drei Essensdinge und zwei Getränke aus der Kindheit sollen’s sein. Das, nebenbei erwähnt, ist eine kleine Herausforderung für mich. Ich kann mich ja grad mal noch daran erinnern, wie ich früher Pitti Platsch und das Sandmännchen geschaut habe, parallel zu den ersten Folgen Remington Steele und Hart, aber herzlich. Aber doch, so langsam purzeln sie herein, die Erinnerungen. Dennoch: Mein Gedächtnis ist eine Katastrophe und hat seinen Namen keinesfalls verdient.

Kartoffelsuppe von meiner Frau Mama. Hierbei gab’s keine besonderen Zutaten – mehlig kochende Kartoffeln, Suppengemüse, nicht zu viel Wasser und Gewürze. Das Besondere war, dass sie die Suppe kurz vorm Auftischen mit dem Mixer bearbeitet hat. Ich habe diese Suppe geliebt. Offenbar war dazu aber auch der alte Email-Topf und der alte DDR-Elektroherd in Strausberg nötig. Sie bedauert es sehr, dass ihr mit unserem Wegzug auch die gute, alte Kartoffelsuppe nicht mehr so richtig gelingen will. Vielleicht war aber das Suppengemüse im alten Jahrtausend einfach anders…

Bei der Gelegenheit muss ich auch gleich an den Kartoffelsalat denken, der eines Tages mehr aus der Not heraus entstanden, dafür aber sogleich von mir zum liebsten und besten Kartoffelsalat ever gekürt worden ist. Man nehme: eine beliebig große Menge Kartoffeln (fest kochend, die einzelne Kartoffel sollte nicht allzu groß sein), ein paar Radieschen, frischen Schnittlauch und Kräuter-Salatsauce (keine Mayonnaise!). Kartoffeln kochen. Radieschen und Schnittlauch zurecht schnippeln. Kartoffeln schälen und ggf. noch etwas kleiner schneiden. Radieschen, Schnittlauch und (nicht allzuviel) Salatsauce dazu und ab auf den Tisch. Das Tolle ist, dass die Kartoffeln noch warm sind, Radieschen, Schnittlauch und Sauce eine leichte Wärme annehmen und das alles einfach der Hammer ist.

Da der Kartoffelsalat ja quasi nur das Anhängsel zur Kartoffelsuppe war, ist Nummer 2 Kuchen von Oma. Eigentlich Kuchenbacken mit Oma. Denn es war egal, was meine Oma da in die Kuchenform zauberte, es schmeckte einfach immer köstlich. Und das, was mir davon am Meisten im Gedächtnis haften bleibt, ist die Zeit, die wir Freitag nachmittags in der Küche beim Backen verbracht haben. Ich hab eigentlich nur dabei gestanden und ihr die Zutaten gereicht, fertige Kuchen mit Puderzucker bestreut und natürlich zwischendrin vom Teig genascht. Himmlisch. Es geht nichts über einen Mürbeteig mit einer guten Portion Vanillezucker. Neben den Morgenden, als wir zu Reich & Schön (einige Ausschnitte bei youtube) frühstückten, waren das die schönsten Momente der Wendezeit.

Und dann, ja dann war da noch die Milchsuppe in der Schule. Unsere schulkantine hat sich nie durch kulinarische Höchstleistungen hervorgetan, aber die Milchsuppe war immer toll. Der Anteil Vanille war zu gut, als dass ich dem je hätte widerstehen können. Davon kann sich unsere Mensa hier mal ‘ne dicke Scheibe von abschneiden!

Milch ist ein gutes Stichwort. Auch ich werde hier gleich mal in die Kakao-Schiene einsteigen. allerdings weniger wegen dem Getränk an sich. Kakao hat noch nie große Leidenschaften in mir geweckt. Anders sieht es da mit der Vanillemilch aus. Doch auch den gab es, wie den Kakao und die Erdbeermilch, zu DDR-Zeiten in so kleinen Tetraedern (Bild davon bei Ebay). Der geneigte BRD-Sozialisierte kennt diese Getränketüte sicher noch von den Sunkist-Säften, äh, von dem fruchtsaftenthaltenden Wasser der Firma Sunkist. Bei Milch und DDR muss ich auch immer an die Schulmilch denken. Halbliterflaschen von der Form, wie sie heutzutage in größeren Maßen von Landliebe für den Verkauf von Milch verwendent wird. Verschlossen gehalten wurden diese Flaschen von Aludeckeln, wie sie heutzutage eher auf Joghurt- und Puddingverpackungen zu finden sind, allerdings in etwas dickerer Konsistenz. Diese Aludeckel hatten eine Prägung und immer, während ich meine Milch trank, habe ich zuerst die Prägung mit meinen Fingernägeln weggerubbelt und das den Aludeckel ganz klein zusammengefaltet.

Und bevor ich mich hier endgültig in milchigen Erinenrungen verliere, schalte ich über zu Herr und Frau Waldmeister. Ich weiß nicht mehr, von welchem VEB, ich weiß nicht mehr, ob nun wirklich mit Selters oder ohne, aber es gab da manchmal Waldmeisterbrause – tendenziell eher mit Kohlensäure. Ich fand’s immer großartig. Aber ich hab das so selten getrunken, dass ich fast schon glaube, mein Gedächtnis hat sich da was ausgedacht.

Ich lass das Stöckchen mal hier liegen. Vielleicht hat jemand spontan von sich aus ein paar Erinnerungen im Angebot…

24. September 2007
by miss sophie
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Was…?

…lässt sich darunter verstehen, wenn jemand schreibt: “ich stürme jetzt gleich in Mitte wegen der Staatsexamina”?

Sollte ich kurz vorbeifahren, um zu schauen, ob ich behilflich sein kann?

24. September 2007
by miss sophie
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Von der Straße.

So. Hier könnte jetzt ein etwas längerer Erlebnisbericht aus Berlin-Mitte folgen. Tut es aber nicht. Ich verweise ganz billig auf Spreeblick (1, 2) sowie auf indymedia (1, 2, 3).

Nur soviel. Insgesamt war das Verhältnis Polizei : Demoteilnehmer viel zu unverhältnismäßig. Die Berliner Polizei hat sich wieder von ihrer besten Seite gezeigt. Keiner der Beiträge auf indymedia (selbst bei aller Vorsicht des dort Geschriebenen) lassen darauf schließen, dass es mehr als ein paar aggressive Parolen und die üblichen kleineren Vergehen (Vermummung etc.) im schwarzen Block gab. Das Einschreiten war demnach reichlich überflüssig.

21. September 2007
by miss sophie
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Auf die Straße!


Morgen ab 14:30 Uhr geht’s los mit kollektivem Sammeln auf dem Pariser Platz. Herr Grau, Frau Anne (und Fräulein Paradies in Gedanken) sowie meine Wenigkeit werden den Blogger’s Block bilden. Treffpunkt hierzu ist 14:15 Uhr vor dem Italiener zwischen Brandenburger Tor und Reichstag. Vom Pariser Platz aus durchs Brandenburger Tor laufen, scharfrechts gen Reichstag abbiegen, dann findet sich rechterhand das Ristorante, vor dem wir uns vorversammeln werden, um uns in Schwarz zu hüllen und die Medienaufmerksamkeit auf uns zu ziehen.

Wer noch ein paar Hintergrundinfos braucht, wird bei vorratsdatenspeicherung.de fündig.

Privacy is not a crime!

21. September 2007
by miss sophie
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Die Stadt von außen sehen.

Morgens, wenn die Sonne gerade zwei Fingerbreit über den Häuserdächern steht. Kinder auf dem Weg zur Schule. Die meisten anderen auf dem Weg zu der Stätte, an denen sie ihre Arbeitskraft einsetzen.

Die Sonne verwandelt die noch feuchte Luft in ein silbriges Flirren. Die Abgase der Autos vermischen sich mit dem morgendlichen Tau und verleihen der Stadt ihren Glanz. Kaum einer spricht auf den Straßen. Viele sind eh allein unterwegs. Die restlichen Geräusche vermengen sich zu einem Rauschen, dem Rauschen des Morgens.

In diesem Momenten stehe ich außerhalb. Ich laufe durch die Straßen, sitze in der Bahn, stehe an der Ampel. Alles in meinem Blickfeld ergibt ein Gesamtkunstwerk. Ich sehe die Atmosphäre, die in den Filmen dieser Stadt geschaffen wurde. Habe eine Ahnung, woher das alles kommt.

Unwillkürlich denke ich an den einen Morgen, als ich kurz nach halb sechs in der Wiener Erdbergstraße aus dem Bus steige. Der noch zaghafte Sonnenschein, der nur auf den rechten Moment wartet, das Flirren der Luft, rundherum Industrie- und 60er-Jahre-Verwaltungsbauten, zwei Straßen weiter sichert die Autobahn das Hintergrundrauschen.

Wieder zurück in der Stadt, in der ich lebe, stehe ich außerhalb der Dinge. Sehe die Stadt in dem, was sie mit allen anderen Großstädten dieser Welt verbindet. Ich laufe die letzten Meter bis zu der Stätte, an der ich meine Arbeitskraft einsetze. Nehme ein letztes Mal die Atmosphäre der Stadt in mir auf und kehre zurück in ihr Inneres.