die katrin

my photography & other stuff

11. August 2007
by miss sophie
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Here we are – back again

1. Amtshandlung im Friedrichshain: über ‘nen Granitwürfel stolpern und angeschnorrt werden.

2., und eigentlich geplante 1. Amtshandlung: im Spätverkauf Bier erstehen. Das gibt’s in England so nicht. Sehen die Lizenzen wohl nicht vor.

3. Amtshandlung: Leicht angetrunken und derbstens müde ins Bett fallen. Alles weitere morgen. Die ersten Notizen sind schon aus dem Ersatzblogblock ins Netz gewandert. Nur die Veröffentlichung harrt noch dem Durchhaltevermögen, auch Konzentration genannt.

5. August 2007
by miss sophie
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Die Reise als wait’n’go-Spiel

entspannt-witzig-absurd-surreal-niedlich-beschissen-wuetend-nervoes-erleichtert-aufgeregt-begeistert sein-auch hier ein bisschen heimkommen.

Das waren sie, die Emotionen der ersten 24 Stunden. Entspannt losfahren. ab in den Billigflieger mit all den anderen Kaninchen. Meine reizende Urlaubsbegleitung fliegt zum ersten Mal. Ist begeistert von der Choreographie der Stewardessen waehrend der Sicherheits-Hilfe-Darstellungen. Dann der erste Schreck. Ihr Rucksack kommt nicht mit auf’s Gepaeckband. Peter Crouch’s kleiner Bruder nimmt die Verlustanzeige auf.

Alles halb so tragisch. Gehen wir halt tags darauf ein bisschen shoppen. War eh geplant. Und eine solche Situation ist in der Familie auch nicht allzu neu. Der Schwester meiner reizenden Urlaubsbegleitung ist das in den USA auch schonmal passiert. “muss inne Familie liegen”, sagten sie denn auch beide unabhaengig voneinander.

Die erste Urlaubsbekanntschaft. Ein 17-Jaehriger auf seinem Weg nach Birmingham zu einem X-Box-Tournier. Wie warten gemeinsam darauf, dass hier irgendwann auch mal die Busse fahren, die uns hier wegbringen. Wir liegen auf den Wartebaenken. Beobachten Englaender, die von ihrem Lanzarote-Urlaub heimkommen. Ein Reinigungsmann auf fahrbarem Wischer mit integrierter Polierfunktion. Er hat viel Spass, sehr viel Spass, kann gar nicht mehr aufhoeren, um die Ecken zu kurven. Unser Bus kommt zu spaet. Langsam wird’s richtig kalt. Noch eine rauchen.

Endlich. Der Flughafen mitten in der Pampa der East Midlands liegt hinter uns. Waehrend wir auf den Motorway fahren, ist gerade eine Maschine im Landeanflug. Die menschen dort drin schauen auf uns, wie wir vorher auf sie geschaut haben. Erster Zwischenstopp in Chesterfield. Wir muessen raus. Der Bus in die andere Richtung hat einen Reifenschaden. Die leute dort muessen zu den Flughaefen in London. National Express hat keine Lust auf grosse Entschaedigungszahlungen und tauscht die Busse. Wir werden in einem Privattaxi nach Leeds gefahren.

Wieder mehr als 2 Stunden warten. Das Kino geht weiter. Die Reinigungsdame im Busbahnhof ist schrullig as schrullig can be. Mensch weiss nie genau, ob sie nun grade wirklich jemanden anspricht oder nur vor sich her plappert. Wir versuchen, halbwegs waxh zu bleiben. Kein Kleingeld fuer Kaffee. Der Bus hat schon wieder Verspaetung. Aber nach insgesamt 6 Stunden warten macht das auch keinen Unterschied mehr.

Auf geht’s nach Liverpool. The Hometown of Mersey-Beat. Wir lassen Leeds hinter uns. Die Sonne ist aufgegangen. Balsam fuer die regennasse Berliner Seele. Ein bisschen Schlaf. Der Bus faehrt ueber Manchester. Alles seiht irgendwie abgewrackt und darin so unglaublich lebendig aus. Hier haetten wir sicher auch eine gute Zeit gehabt.

Ankommen in Liverpool. Erstmal die Stadt kennenlernen. An der Stille des Flusses ausruhen. Durch die Innenstadt laufen. Dem Rucksack meiner reizenden urlaubsbegleitung hinterhertelefonieren – er ist noch immer nicht aufgetaucht, wohl noch in Berlin. Morgen hoffentlich. Bankautomat suchen, dann Klamotten kaufen. Bankautomat gefunden. Der naechste Schreck. Mein Konto ist leer, die Ueberweisungen noch nicht drauf. (Wir lassen alles ueber mein Konto laufen, weil ich hier bequem per EC-Karte Geld ziehen kann) Jetzt stehen wir hier, mit 10 Pfund in der Tasche, Freitagnachmittag halb drei. Zum Glueck sind die Handzrechnungen bezahlt. Western Union muss ran. Aber das braucht auch seine Zeit. Halb sechs kommt der Code. Kurz nach halb sechs stehen wir am Reisebuero. Zu. Morgen wieder. Zu absurd das alles, um sich wirklich noch aufregen zu koennen. Wenigstens gibt es im Hostel kostenlos Tee, Kaffee, und Toast.

Der erste Tag geht rum. Jetzt ist Sonnabend morgen. Ich sitze vor dem Hostel. Warmes Fruehstueck – coffee’n’cigarettes. Den seven heroes bei der Abfahrt zuschauen. Es ist bewoelkt, aber warm. Jetzt darf der Urlaub beginnen :-).

2. August 2007
by miss sophie
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Meine Damen und Herren,

die Vorfreude steigt.

In 5.5 Stunden werden meine geschätzte Urlaubsbegleitung und ich das Haus verlassen. Wir werden in die S-Bahn steigen, den Schauplatz des kommenden Großflughafens Berlin-Brandenburg aufsuchen und gen England verschwinden. Wenn doch nur alles im Leben so einfach wäre.

Vor uns liegen 7 Tage Liverpool (zur Kurzversion auf deutsch hier entlang). Beatles, Liverpool FC, die Albert Docks, haufenweise Pubs, ein Hostel mit Kicker und Billardtisch gleich neben der Uni, diverse Wochenmärkte und der dem Schottischen in der Unverständlichkeit nur wenig nachhinkende Liverpudlian-Akzent. Wat freu ick mir.

I´ll keep you posted.

Have a fine time,
miss sophie

ps: Das mit dem ökonomischen Feldversuch ist natürlich voll in die Hose gegangen.

30. July 2007
by miss sophie
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The Art of Wart’

Ok. Der war jetzt ganz schlecht. Aber ich bin auch grad nicht zurechnungsfähig.

Mentaler Zustand: Warten.

17:17 las ich die E-Mail. 17:20 kam der Anruf. Zahl des Tages: 0041.

Seitdem warte ich. Warten, so auch die Erfahrung des Herrn Grau, ist heute das Motto des Tages. Warten ist eine Zeit, in der mensch wie auf heißen Kohlen sitzt, steht, läuft. Der Moment der Erlösung liegt definitionsgemäß in der Zukunft.

Während ich warte, macht anderes warten auch gar nichts weiter aus. Meta-warten könnte ich das nennen. Oder auch: die doppelte Portion mit extra Käse. Während des Wartens kann mensch sinnvolle Dinge tun. Zur Bank gehen und einkaufen.

Um dorthin zugelangen, musste ich soeben am S-Bahnhof Frankfurter Allee unter der Brücke hindurch laufen. Der Fußweg ist seit Wochen eingeengt, weil die eine Hälfte als Schaustelle dient. Der Weg ist jetzt noch etwas schmaler, weil nun auch an der Brückenwand Baumaterial gelagert wird. Schweres Baumaterial, das selbstredend zur Feierabendeinkaufszeit kurz nach 18 Uhr per Kran über den Fußweg gehieft werden muss. Die Bauarbeiter waren so freundlich, ein manuelles Ampelsystem einzurichten. Die legoförmige Baustellensicherung wurde vor das pöbelnde Fußvolk gesetzt. Der Kran beförderte einen Metallcontainer in der Größe einer Mehrfamilienhausmülltonne samt Inhalt über den Weg. Auf beiden Seiten nun glotzendes Fußvolk. Ich lehne mich amüsiert an die Absperrung. Dann wurden die Legobausteine wieder beiseite geräumt.

Ab ins Einkaufscenter. Es ist, wie gesagt, Feierabendeinkaufszeit. Lange Schlangen an den Kassen. Ich kann nur noch schmunzeln. Das Motto des Tages ist, wie gesagt, warten. Mich wundert überhaupt nicht, dass ich in der Kaufhalle an der Schlange stehe, wo’s am längsten dauert. Bei der Schlange neben mir geht’s ungelogen doppelt so schnell. Hier zahlen alle mit Karte. Da geht der Kassiererinnenwechsel vergleichsweise schnell voran.

Raus aus dem Center. In 8 Minuten kommt die Bahn. Für 2 Stationen. Das laufe ich. Normalerweise. Doch heute ist, ja genau, warten meine Tätigkeit. Ich setze mich und genieße eine Zigarette. Es beginnt zu regnen. Schön so, irgendwie. Der Moment der Erlösung liegt definitionsgemäß in der Zukunft.

27. July 2007
by miss sophie
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a glimpse of holiday

Nachdem ich gestern vormittag ziemlich genau nichts auf die Reihe gekriegt habe, kam der Anruf des Herrn Grau genau recht. “Hey, miss sophie. Ich wär dafür, unser Schwimm-Date ins Freie zu verlegen. Es ist einfach zu warm für die chlorgeschwängerte Luft einer Schwimmhalle.”
Alles klar. Raus hier. Ab ins Freie. An der U-Bahn im schicken Mercedes abgeholt werden. Auf dem Weg zur Liegewiese den Geruch von Pommes in der Nase. Das ist er, der ultimative Geruch der Kindheit. Als kleiner Steppke den ganzen Tag am Wasser rumlungern und zwischendrin ein Portion Pommes.
Bevor wir ins Wasser gehen, kurz hinsetzen. Schauen, wer noch so da ist. Viele, die allein hier sind. Einfach den Nachmittag und die Ruhe genießen. Ein paar Familien. Kinder rennen zwischen den Sonnenanbetern hindurch, Fange spielen. Um uns herum Wald. Die Liegewiese ist in einer kleinen Kuhle. Oben sieht man ein paar Zehlendorfer Häuserdächer durch die Wipfel der Bäume. Das war´s. Der Großstadtmoloch bleibt draußen.
Ab ins Wasser. Am Ufer stehen ein paar Leute. Sie versuchen, sich an die Kälte des Wassers zu gewöhnen. immer ein paar Zentimeter mehr, bis man irgendwann drin ist. Da hilft nur eins: Augen zu und durch. Mit dem Kopf voran tief eintauchen in die Krumme Lanke. Die Jungs machen’s vor. Dann schnell, schnell, wie ein Duracell-Hase vor dem Kurzschluss ein paar Meter rausschwimmen. Sich aufwärmen, sich ans Wasser gewöhnen. Jetzt ist es Zeit für die langen Züge. Der See trägt meinen Körper Meter um Meter hinaus. Frieden. Und ein Hauch von Ferien.