die katrin

my photography & other stuff

16. January 2007
by miss sophie
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fehlende übersicht

Ich bin geschockt. Endlos fassunglos, unhaltbar geschockt. Da guckt man einmal nicht in seine Tageslisten und dann sowas: Heute ist Do Nothing Day und was mach ich, werd um halb sechs in der Frühe wach und fang an zu arbeiten! “…and isn´t it ironic…” dumdidum, flötet mir mein Kopfradio ebenso ironisch ins Ohr (…ich hasse Alanis Morissette. Gott, ist die nervig gewesen.)
Was soll ich machen. Na, wenigstens hab ich heute angefangen, für meine eine Klausur zu lernen. Vielleicht sollte es doch häufiger Nichtstuntage geben, von keiner was weiß.

6. January 2007
by miss sophie
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Momente in einer großen Stadt.

Bushaltestelle S-Bhf. Grunewald. Mit dem Omnibus ganz aristokratisch den Kurfürstendamm und die Königsallee entlanggefahren. Erstaunlich viele Menschen mittleren bis hohen Alters mit weißen Schirmmützen, weißen Poloshirts und weißen Sommerhosen hier. Alle steigen sie aus und biegen rechts ab, auf ihrem Weg zu den German Open. Fast meint man, das Stöhnen der Tennisdamen bis hierhin zu vernehmen. War aber doch nur der Busfahrer, der mit der Hydraulik seines Busses gespielt hat. Einreihen in die weiße Parade. Vorbei an prunkvollen Villen und kleinen Schlössern, die sich friedlich neben bungalow-artige 1-Geschosser gesellen. Verbunden nur durch den Wunsch ihrer Bewohner, an einem beschaulichen und sicheren Ort zu leben. Halt vor einem dieser Flachdach-Bauhaus-Erben. An der Eingangstür prangt das Schild: „Vorsicht! Wachsamer Nachbar.“ Na ja, rein da.

S-Bahnhof Unter den Linden. Hoch auf die Straße. Es ist schon dunkel. Ein Mobilfunkanbieter und der örtliche Energiebetreiber festbeleuchten die Straße. Die Bäume entlang des Asphalts sind nur noch Skelette aus Glühbirnen. Erstrecken sich bis zum Horizont, dahinter reckt sich ein Riesenrad in die Berliner Luft. Größer ist nur der Fernsehturm – der leuchtet noch weiter hinten. Bis dahin: Menschen und Autos. Viele davon Touristen, aus der weiten Welt und aus dem nahen Brandenburg. Dann eine Kutsche, kurfürstlich verziert mit prunkhaften Ornamenten und touristisch Platz bietend für mindestens 6 Personen. Die Pferde trotten gemütlich voran, halten brav an jeder roten Ampel. Das Ganze auf der linken der drei Spuren. Wieder rein in die Katakomben des ÖPNV.

Straßenbahnhaltestelle Winsstraße. Prenzlauer Berg. Rein in einen Kiez. Auf beiden Seiten kleine Geschäfte: Bäcker, Zeitungskiosk, Spätverkauf, Videothek, Kinderladen, Fahrradladen, auch ein Filmgeräteverleih. Rechts abbiegen. Links ein Brillenladen mit Gestellen im Stil der 50er und 60er. Junge Eltern mit ihren Kindern sitzen in den Unmengen an Cafés neben anderen jungen Menschen – und solchen, die noch glauben, dass sie es sind. Wirtschaftswunder im 21. Jahrhundert. Die Sonne scheint, alle schick angezogen, Notebook und Mobiltelefon immer in Reichweite. Keiner trägt hier seine Sorgen nach draußen. Wieder raus hier.

Zurück im 2×3-Ländereck Alt-Treptow. Einem dieser Ecks haben sie ein Denkmal gesetzt, drei Alufiguren, die sich freundschaftlich die Hände reichen. Ein Ort der Begegnung nur für die Schiffe auf der Spree und die arbeitenden Menschen im Allianztower. Viel zu windig ist der Platz vor den Figuren für alles andere. Ruhiger das andere Eck. Dort, wo der Landwehrkanal auf seinem Weg in die Spree abbiegt und der Neuköllner Schifffahrtskanal abzweigt. An den Mauern des Ufers in eine der Lichtungen zwischen die Bäumchen gesetzt. Auf dem Wasser schippert eine Barkasse entlang. Nebenan ein Hund, der von dem Steinvorsprung freudig ins Wasser hechtet. Gegenüber geht gerade die Sonne unter. „Eine Idylle“, wie ein Freund einmal sagte. Sitzenbleiben.

5. January 2007
by miss sophie
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die ARD-Nachrichtenmenschen und ihr Blog

Endlich habe ich heute den Blog der Tagesschau kennengelernt und gleich auch liebengelernt. So ganz ohne Fernseher in den heimischen Gefilden bin ich mit den Entwicklungen im Nachrichtenbereich des ersten deutschen Fernsehens ja doch eher nur um drei Ecken vertraut. Jaja, ich weiß, die haben schon lange einen großzügig gestalteten Internetauftritt.
Aber auf Grund länger währender Politikapathie, von der ich mich bis heute noch nicht so ganz erholt habe, hat sich mein Nachrichtenkonsum bislang eher auf 1x im Monat das Neue Deutschland kaufen, vielleicht 4x im Jahr die Zeit kaufen und dazwischen mal bei der Süddeutschen online reinschauen beschränkt. Alles andere kriegt man auch so mit. Glaubt´s mir. So ein Kommunikationsraum in der Uni kann da Wunder wirken.

Doch zurück zur ARD. Mit Freuden ließ ich mir vor einigen Monaten berichten, wie Anne Will in den Tagesthemen Angela Merkel zum Kind machte. In einem Gespräch mit Franz “Heuschrecke” Müntefering sagte eben jener zu den Regierungsqualitäten der Frau M. (sinngemäß), das sei schon ok so, sie bemühe sich sehr. Darauf Frau Will: hm, wenn man über Kinder sagt, sie bemühen sich, dann meint man eigentlich, dass sie´s nicht können…
Ähnlich spaßig geht´s auch im Blog der Tagesschau zu. Da liest der geneigte Interessierte dann so Titel wie “Nichtraucherschutz Teil 3679“, “Der mit den Heuschrecken tanzt…“, “Halali” oder “Aufgeregtheits(un-)kultur“. Bernd Rürup und Piet Klocke haben eins gemein: sie sehen sich verdammt ähnlich. Es gibt offenbar nicht wenige Raucher in der Nachrichtenredaktion und es findet sich auch die ultimative Lobhudelei auf den lieben Drahtesel.

Ernstes gibt es auch. Hier wird das Motto “die Nachrichten hinter den Nachrichten” erst richtig spannend. Wenn es darum geht, warum einzelne Meldungen überall, nur nicht in der Tagesschau zu finden sind. Wenn Grundsätze für Auswahl und Länge der besprochenen Meldungen erläutert werden. Dies ermöglicht es ein ums andere Mal, die eigenen Kritikmaßstäbe bei der Betrachtung sämtlicher journalistischer Äußerungen zu hinterfragen, die Diskussion mit sich selbst am Leben zu erhalten.

31. December 2006
by miss sophie
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Danke!

Sage ich und hoffe, alldiejenigen, die dies lesen, denken an die schönen Momente, die waren, sind und sein werden.

31. December 2006
by miss sophie
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das kreuz mit den geschenken

Demnächst steht wieder der jährliche, persönliche Anlass zum Feiern ins Haus. Ebenso alljährlich die gute, alte Frage dazu: “Was wünschst du dir denn?”

In den meisten Fällen ein Moment des Horrors. Der Panik. Des leergefegten Gehirns. Stimmbänder, die nur noch ein “Äh…Hm…Ja, weiß grad nich…ööö…nee, keine Ahnung” zu Stande bringen. Zugegeben, da tut sich einiges in den Hirnwindungen. Doch wer will schon einer ernsthaft gestellten Frage ein “Also ich such da schon seit Jahren so´ne flaschengrüne Trainingsjacke, die aber first hand um die 60 tacken kostet/ meine Mum hat sich grad´n schickes Notebook gekauft…/ ich bräuchte eigentlich mal ne richtige Hi-Fi-Anlage, so mit Verstärker und allem Drum und Dran/ …” an die Menschen im Freundeskreis geben? Im Nachhinein fallen einem dann viele tausend Kleinigkeiten ein, die sich auch die lieben Menschen mit standardmäßig klammem Geldbeutel leisten könnten, doch dann ist der Moment der Frage schon vorbei und von selbst wieder ankommen… nee, nee, viel zu gut erzogen dafür.

Letztens antwortete ich also wieder mit “ööö” und entgegnete hilfebietend, ich sollte mir vielleicht auch mal so´ne Amazon-Wunschliste anlegen. Im Geiste ging ich sofort mögliche Titel hierfür durch und dann auch erstmal schlafen. Am nächsten Tag dann wollte die interne Liste nicht so recht wachsen und bald auch wurde mir klar warum.
Als die ersten Freunde mit diesen Listen ankamen, war das natürlich eine große Hilfe, doch blieb der Beigeschmack erhalten, dass eine Überraschung – die einem Geschenk ja irgendwie innewohnt – damit nicht mehr so ungetrübt mitgeschenkt werden kann. Ein Geschenk ist immer auch an die Person des Schenkenden gebunden. Die Momente, aus denen die Idee heraus geboren ist, finden hierin eine Verdinglichung und sind ein meist langewährendes Souvenir. Ohne einen solchen Moment wäre ich vermutlich nur sehr unspektakulär zu meinem ersten eigenen Plattenspieler gekommen. Manchmal bringt ein Jahr ganze textil-kulturelle Moden mit sich und beschert drei Paar Ringel-Zehen-Socken auf einmal. Auf den immer wieder geäußerten Satz “das musst du unbedingt mal…” reagiere ich gewohnt rebellisch mit einem “hm…na ja, guck´n wa ma”. Doch wenn mir ein Freund ein Buch überreicht mit den Worten “dies war eine Offenbarung für mich”, dann kann ich nicht anders, als dieses Buch mit Freuden und ohne innere Zögerung zu lesen.

Dies wird mich auch in Zukunft davon abhalten, eine Wunschliste zu erstellen. Nur meine Mama, die darf auch weiterhin jedes Jahr fragen :-).

31. December 2006
by miss sophie
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das jahresende

2 lange, lange Wochen sind vorbei und mit ihnen auch gleich das ganze Jahr. So kann´s manchmal gehen.

Gehen ist auch gleich das richtige Stichwort. Davon hatte ich heute gaaanz viel. Drei Freunde haben ihren jahresendzeitlichen Spaziergang rund um den Müggelsee und inmitten des Berliner Stadtforstes mit dem heutigen Tage zur Tradition erhoben. Und ich war dabei, mittendrin sogar. Echtes April-Wetter mit Sonnen- und Regenschein. Echt nasse Füße, da wir als gute Stadtkinder natürlich alle nur kaputte Schuhe anhatten. Einzig unsere wandererfahrene Reiseleiterin war mit festem UND heilem Schuhwerk dabei. Dazwischen aber ganz viel frische Luft (komische Erfahrung das) und Wald und See. Unterwegs gab´s Kuchen aus der Tupperdose und Glühwein aus der Thermoskanne. Als wir dann alle durchgeforeren am anderen Ende des Forstes wieder so etwas wie feste Straßen und Häuser zu Gesicht bekamen, hieß es ebenso traditionell: Kaffee trinken im einzigen Lokal, das am 31.12. in Ludwigshöhe geöffnet hat.

Nach all den Weihnachtsfeiern (6 in 5 aufeinanderfolgenden Tagen, 1 davon geschwänzt) und nach dem vielen Essen ist dies ein ganz wundervoller, beruhigender Moment gewesen.