die katrin

my photography & other stuff

15. July 2007
by miss sophie
9 Comments

Musikalische Überschneidungen.

Juli. Silbermond. Christina Stürmer. Sie alle eint, dass sie seit kurzem recht erfolgreich ihren Mainstream-Gitarrenpop, untermalt von gefühlsduseligen Empfindsamkeitslyrics, in die Welt hinaustragen dürfen. Sie alle eint, dass sie von der Indieszene, wenn überhaupt, dann mit Spott und Häme beachtet werden.

Nun gibt es eine neue Band, deren aktuelle Single “Dann wachst du auf” musikalisch in dieselbe Kerbe schägt. Reisegruppe Fischer heißen sie. Die Frau am Mikro hat eine seichte Stimme und genauso seicht ist auch das Lied. Der Unterschied zu den Songs der drei oben genannten Bands ist, rein musikalisch gesehen, marginal bis nicht vorhanden.

Der Unterschied ist der, dass die Reisegruppe Fischer soeben auf einem Radiosender lief, deren Mitarbeiter sich schätzungsweise eher die Hand abhacken würden, als Juli, Silbermond oder Christina Stürmer über den Äther zu jagen. Nun, der gute Winson spielte sie, also die Reisegruppe Fischer, und bedachte sie im Nachhinein mit lobenden Worten, so von wegen: tolle neue Band, deren Heimatort wird der neue place-to-look-for usw.

So Sachen passieren ja durchaus häufiger mal. Letztens gab es beispielsweise eine Electro-Single, die mich in Teilen so dermaßen an billigen 90er-Eurodancepop erinnerte, dass sich mir alle Nackenhaare einzeln aufstellten und mein Gehörgang mit Warnstreik und Urabstimmung drohte. Gespielt wurde sie ebenfalls auf motor.fm.

Gespielt werden sie, weil sie schon vorher mit interessanter Musik auf sich aufmerksam machten oder – im Falle von der Fischergruppe – alles im Alleingang produzieren und insgesamt sehr sympathisch daherkommen.

Was mich mit Erstaunen erfüllt ist die Tatsache, dass die musikalischen Überschneidungen offenbar nicht bemerkt werden. Schafft es z.B. Herr Winson so erfolgreich, das Hören von Chartsmucke zu umgehen, dass er die Überschneidungen also gar nicht feststellen kann? (Wobei ich in seinem konkreten Fall nicht weiß, was er über Juli und Konsorten denkt, insofern lasse ich ihn mal schnell wieder außen vor.) Die Sache ist auch eigentlich die, dass diese Musik beim einem Publikum Gefallen findet, welches das Hören von Chartsmucke größtenteils ablehnt. Zur Begründung werden dann musikalische Qualitäten angebracht. Doch es sind wieder diskursive Praktiken, die über Wohl und Wehe des Musikgeschmacks entscheiden. Fängt die Band bei einem kleinen Label an oder wird sie sofort von Sonyversal gepusht? Über welche Musikstationen wird die Single vornehmlich angepriesen? In welchen Medien geben die Künstler die ersten Interviews?

Wir können aus diesen diskursiven Formationen nicht plötzlich und mit einem Fingerschnippen ausbrechen. Wie immer, kann es bestenfalls darum, sich der Strukturen bewusst zu werden.

14. July 2007
by miss sophie
2 Comments

Beobachtung 3. Ordnung.

Akademiker sind schlimmer als eine Horde Kindergartenkinder. Da hacken sie alle gegenseitig auf sich rum. Sagen ständig, der ist doof, der berücksichigt das und das nicht. Das muss man nämlich so und so machen. Und was ist: recht ham se beide. Weil sie ihren Untersuchungsgegenstand aus verschiedenen Richtungen und von unterschiedlichen Ansatzpunkten her beleuchten, übersehen sie allesamt, dass sie doch eigentlich an derselben Frage arbeiten, die sich eventuell, aber nur vielleicht, eben nicht mit nur einem Ansatzpunkt beantworten lässt. (Ihr ahnt es, das regt mich ein wenig auf.)

Ich arbeite grade an der Relation Sprache und Denken. Die einen sagen, unsere Neuronen beherbergen ein Repräsentationssystem, das die im Geist repräsentierten Dinge/Ideen mit den Wörtern der natürlichen Sprache verknüpft und darüber Bedeutung in die Aussagen gelegt wird. Die anderen sagen, nein, nein, Repräsentation ist doof. Die Bedeutung eines Wortes liegt in seinem Gebrauch. Was der Sprecher mit seiner Äußerung beabsichtigte, bestimmt die Bedeutung. Die Kontextfaktoren sind das Wichtigste. Bei beiden bleiben Fragen offen und der Weisheit letzter Schluss dürfte – mal wieder – in der goldenen Mitte bzw. in der Verbindung beider Konzepte liegen.

Alles nix neues. Musste nur mal gesagt werden. Könnte sonst in Vergessenheit geraten.

Ich glaube übrigens grade, Ontologie und Zeichentheorie könnten sich doch vertragen. Wenn doch nur endlich alle anerkennen würden, dass das Ontologische vom Zeichenhaften durch und durch durchdrungen ist. :P

12. July 2007
by miss sophie
1 Comment

thruth ’til you’re blue

Überfällig sind`se, die Wahrheiten. Aus Kiel und Mo-Town kam das Stöckchen und – ich kündige das schonmal an – es wird hier übersommern. Brauch auch mal Urlaub, das Kleine.

eins: ich mag Kaffee aus der Kaffeemaschine lieber als Espresso und so Gedöns.
zwei: manchmal bin ich ein Mädchen-Mädchen.
drei: meine originäre und genetisch gegebene Haarfarbe ist straßenköterpissblond.
vier: ich würde gerne gelegentlich Tobsuchtsanfälle haben können.
fünf: ich verbinde Zahlen mit Farben, nicht aber umgekehrt. Sieben ist grün. Acht ist blau. Drei, vier und fünf teilen sich gelb-orange-rot.
sechs: Der Satz “das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht” kann nur von Menschen geäußert werden, die noch nie wirklich und aus tiefster Seele gehasst haben.
sieben: ich mag “Golden Virginia” Tabak.
acht: ich mag dezente und dennoch auffällige, weil aus dem einheitsbrei ausbrechende layouts ausnehmend gerne.

11. July 2007
by miss sophie
9 Comments

Liebe Studierende,

ich habe eine Bitte an euch: HÖRT AUF die ganze Zeit von den bevorstehenden Semesterferien zu quatschen. Das sind KEINE Ferien! Kann mir doch keiner erzählen, er/sie/es könne sich jetzt 3 Monate auf die faule Haut legen. Ferien sind die Zeit, in der mensch sich um nix kümmern braucht. Und es hat einen Grund, dass dieses Wort im Rahmen der Schule sein Dasein fristet, wo slebst für Jugendliche höherer Jahrgänge Ferien häufig genug schon keine Ferien mehr sind. Es hat einen Grund, warum Menschen im Berufsleben von Urlaub, nicht von Ferien sprechen.
Also. Hört auf damit! Das sind keine Ferien!

11. July 2007
by miss sophie
2 Comments

Helden der Musikgeschichte – Dodgy

Ich weiß nicht mehr, wann ich das erste Mal die Stimme von Nigel Clark vernommen habe. Vermutlich war es 1994, als Staying Out For The Summer sich anschickte, einer der Sommerhits des Jahres zu werden. Damals, als es noch den Einen Sommerhit für die Tanzflächen Europas gab und auch die Indie-Gemeinde sich diesem Phänomen nicht ganz entziehen konnte. Ich weiß nur noch, dass ich 1 Jahr später in Oxford im HMV-Store meine erste Dodgy-Platte in Händen hielt.

Named The Dodgy Album. Erschienen 1993. Danach kam Homegrown (1995) und Free Peace Sweet (1996). Nachdem Nigel Clark 1998 die Band verlassen hatte, unternahm der Rest 2001 mit Real Estate! einen neuen Anlauf, der mehr oder weniger kläglich scheiterte und zur baldigen und endgültigen Auflösung der Band führte. Die, wie die Zeit zeigen sollte, so endgültig nicht war. Im November werden Dodgy für eine Tour durch UK wieder zusammen finden. Von weiteren Plänen ist soweit keine Rede.

Das soll mir aber alles herlzich egal sein. Es ist wieder 1994, die Sonne durchflutet mein Zimmer und meine Hand ist am Taperecorder. Meine Damen und Herren, spitzen Sie Ihre Ohren und vergessen Sie den Regen um sich herum. Here are the fabulous Dodgy with their 1994 smashhit Staying Out For The Summer:


(DirektImRegenSpieleSpielen)