die katrin

my photography & other stuff

21. June 2007
by miss sophie
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Mein Baby war beim Friseur

“Mein schönstes Friseur-Erlebnis” kommt gleich. Wer mag, kann sich dazu ein wenig musikalische Untermalung gönnen (passenderweise ohne Schnitt und nur mit Blick aufs Cover).


(DirektSchnitt)

Kurz vor zehn machte ich mich auf den Weg zur S-Bahn, um zur Friedrichstraße zu fahren. Erinnerungen an die re-publica kamen hoch. Damals hatte ich zur gleichen Uhrzeit das Haus verlassen und, am Bahnhof Friedrichstraße angekommen, ebenfalls den Weg nach Norden eingeschlagen. Sogar die Sonne ließ sich kurz blicken.

Pünktlich halb elf betrat ich den Laden, wurde mit einem herzlichen Lächeln und einem Glas Wasser begrüßt und sogleich mit 3 Mappen FrisurModelFotos ausgestattet. Da wurde geblättert, beraten und gegrübelt. Nein, Pony bis an die Augen ran ist keine gute Idee, da würde ich wie ein Mops aussehen. Ganz kurze Haare, mhm, nee, ‘n Mondgesicht muss nicht auch noch auf dem Präsentierteller landen. Strubbelfrisur, hm, braucht morgens ne halbe Ewigkeit, damit das so aussieht wie auf den Bildern, und die Models werden schließlich dafür bezahlt, dass sie das über sich ergehen lassen.

Dann war er gefunden, mein neuer Schnitt. “Onge” heißt er (französisch gesprochen). Ja, meine Frisur hat jetzt einen Namen. Nicht mehr einfach “Vorne so ca. bis zu den Augen und dann nach hinten abstufen bis zu diesem rausstehenden Nackenwirbel”. “Onge” – so einfach kann die Welt sein.

Das Haare-Waschen: Kopfmassage inklusive. Traumhaft. Dann ab auf den Schneidestuhl. Hier wurde mir klar, dass das Friseurhandwerk nicht einfach nur ein Handwerk ist, sondern mit entsprechender Theorie und ihren Begriffen unterlegt ist. Erst die Basis schneiden (hinten am Nacken), damit anhand der Basispunkte alles weitere die richtige Länge bekommt. Dann der mittlere Teil mit einem großen Piquage zurecht gemacht (für Menschen mit weniger viel Haar auf dem Kopf wäre dann hier der kleine Piquage zur Stelle gewesen). Zum Abschluss das Deckhaar: eine Strähne 90° von Kopf weg hochhalten, mit dem Schneiden anfangen und dann, während des Schneidens, die Strähne nach unten an den Nacken heran ziehen. Dabei immer darauf achten, dass die Haare in Bewegung sind. “Da muss noch viel mehr Bewegung rein! Und du musst die Haare fühlen. Jedes Haar fällt anders. Die Theorie ist immer die eine Sache. Aber jedes Haar fällt anders. Da musst du mit Feeling ran.” O-Ton: die Chefin. Eine natürlich junge, natürlich hippe Frau, deren Horror das halbseidene “Waschen, Schneiden, Legen” wäre. Eigentlich würde sie viel besser auf die Hairstylistenstrecke der Bread&Butter passen.

Feeling und Action, darauf kommt´s an. Mitte halt. Sowas hatte ich mir erhofft und ich wurde nicht enttäuscht.

21. June 2007
by miss sophie
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Stöckchen-Klau

Herr Stein und Herr Grau haben sich an den Rand des Netz-Diskurses begeben und erproben sich darin, eine Grenze unserer Formation zu bilden. Und weil das wabernde Treiben am Rande immer auch die Verletzung der im Kern geltenden Regeln in sich trägt, klaue ich mir jetzt einfach mal das kursierende Hunde-Stöckchen und werde es danach ebenfalls nicht weiterwerfen.

Kein Zweifel – Sie sind ein allseits beliebter und fröhlicher Golden Retriever.

Sie werden von allen bewundert, sind extrovertiert und voller Enthusiasmus. Mit Ihrer liebenswürdigen Art ziehen Sie Menschen an wie ein Magnet. Als bester Freund des Menschen verbringen Sie sehr gern Zeit mit Ihren Freunden und Ihrer Familie. Sie gehen gern zu Partys und in Restaurants. Überhaupt sind Sie für jeden Spaß zu haben. Dadurch lernen Sie ständig neue Leute kennen und erweitern Ihren Freundeskreis um neue Gesichter. Abgesehen davon, dass Sie zur Crème de la Crème der Gesellschaft gehören, sind Sie auch ein treuer und harmoniebedürftiger Vierbeiner, mit dem man immer bestens auskommt. Sie verfolgen Ihre Ziele nicht nur mit Ausdauer und Ehrgeiz, sondern sind obendrein ein Vierbeiner mit sonnigem Gemüt und gewinnender Art. Kurz: Sie sind jedermanns Liebling. Wuff!

Und ich sag euch: everybody´s darling zu sein, kann manchmal seeehr anstrengend werden. Diese chamäleongleiche Anpassungsfähigkeit der eigenen Person an die verschiedensten anderen Personen und Situationen…scheußlich.

21. June 2007
by miss sophie
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Ein Vormittag in Berlin-Mitte

Dieser Hunde-Psycho-Test auf bluewin.ch brachte ja unter anderem folgende Charakterisierung zu Tage:

Überhaupt sind Sie für jeden Spaß zu haben.

Und was soll ich sagen: Das trifft grade, naja… nicht wie die Faust aufs Auge, eher wie das Haarspray auf das Kopfdesign.

Ich wurde gestern an der Friedrichstraße von einer jungen, hippen Friseuse Hairstylistin angesprochen. Es gäbe da einen Salon die Straße hoch und sie suchen immer wieder Haarmodels, an denen sie ihre neuesten Kollektionen üben können. “Keine Sorge, wir sind alle ausgelernt und da kommt auch nichts total Abgefahrenes bei raus. Also keine blauen Strähnen samt 70s-Glamrock-Style, oder so.”
In dem Moment wusste ich, warum ich bei meinem letzten Friseurbesuch nur die Spitzen schneiden ließ. Ich war noch nicht reif und sowieso und überhaupt habe ich eh keine Ahnung, was ich eigentlich haben will, wenn schon anders. Das lasse ich jetzt andere entscheiden. Bequeme Situation. Gefällt mir. Und ich bin frohen Mutes, dass ich das dann auch in gut 3 Stunden sagen werde, wenn ich nach vollbrachter künstlerischer Tätigkeit in den Spiegel schaue.

19. June 2007
by miss sophie
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Balsam für die Seele

Es ist ein sommerlicher Morgen in der Stadt. Die Vögel zwitschern. Im Hintergrund rattert die Straßenbahn über die Hügellandschaft, auch bekannt als Kreuzung. Die Sonne scheint und der Himmel ist ein tiefes Blau.

fenster zum hof

Den soundtrack zu diesem Morgen liefern die Decemberists mit ihrem im letzten Jahr erschienen Album “The Crane Wife”.

Lady and Gentleman, please welcome… The Decemberists and their smash hit “O Valencia”:

(DirektInDieHändeKlatschen)

18. June 2007
by miss sophie
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i hate mondays

Kann mir mal einer verraten, wie mensch das aushalten kann, an einem Tag 1) 6:40 aufstehen, 2) ca. 1 Stunde für Job 1 arbeiten, 3) nach 20 Minuten Badpause auf dem Weg zur S-Bahn Bankgeschäfte erledigen, 4) in der S-Bahn auf dem Weg in die Uni einen Seminartext lesen, 5) ca. 2 Stunden für Job 2 arbeiten, 6) *puh* 45 Minuten Pause mit Kind angucken, 7) zurück zu Job 2 und Kurzbesprechung mit Chefin vorbereiten (Ergebnis: unser Präsi hat Englisch gelernt…ich geh dann erstmal essen… heyhey), 7) selbst essen gehen, dabei einen alten Freund treffen und über seine anstehende Pragmatik-Klausur sprechen, d.h. den Mund nicht halten können und mit zuviel Wissen angeben müssen, 8) Kurzbesprechung mit Chefin abhalten und nochmalebenschnell in die Bibliothek verschwinden, dort aber bei der Suche nach weiteren Nadeln im Heuhaufen enttäuscht werden, 9) ab ins Café, um meine montägliche Schicht zu absolvieren und währenddessen, 10) den Seminartext aus 4) weiterlesen, 11) Café oberflächlich putzen, so dass keiner das Gefühl bekommt, ihn würde der Dreck sofort anspringen und nicht erst nach einem bösen Blick, 11) nochmalebenschnell ins Büro und die letzten beiden Punkte fürs morgige Referat vorbereiten, 12) in die Bibliothek, diesmal fürs Zuendelesen des Textes aus 4) und 10), 13) oh, das war´s für heute; is ja auch erst 22 Uhr, als ich die Tür daheim aufschließe. Und dazwischen: Bilder, bei denen ich froh bin, dass sie nicht an meiner Stirn ablesbar sind. Wie oft denkt ihr Jungs pro Tag so an Sex? Würd gern wissen, ob ich mir Sorgen machen sollte.

16. June 2007
by miss sophie
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Die Gedanken.

Die Gedanken. Sie rauschen umher. Wollen nicht stehen bleiben. Nicht lange genug, um sich in ihren Zusammenhängen zu zeigen. Die Verbindungen im kognitiven Netzwerk wollen unerkannt bleiben. Strukturen, der Logik der Begriffe folgend, bleiben im Dunkel verborgen. Seme blitzen hier und da auf. Nicht möglich, sie festzuhalten. Nur möglich, ihr Erscheinen zu beschreiben. Die Metaebene war noch nie das Problem. Nur ihr ständiges Dasein ist es. Dazwischen: Bilder, Filme, in High8 gedreht. Träume und Erinnerungen, die mein Hier und Jetzt bestimmen.

Now I’m hunched over a typewriter
I guess you’d call that paintin’ in a cave
And there’s a word I can’t remember
and a feeling I can not escape
And now my ashtray’s overflowin’
I’m still starin’ at a clean white page

16. June 2007
by miss sophie
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Treiben in der Luft.

Lasst die Gedanken wie Wölkchen schweben

(Abschließender Gruß in der E-Mail eines Freundes.)

Wölkchen haben offenbar gerade wieder Konjunktur in unser aller Wahrnehmung. Gestern geschah es, dass ich ein Seepferdchen mit Drachenflügeln und langem Indianer-Zopf bei seinem Flug am Firmament entlang beobachten durfte. Und daneben ein wild gewordenes Kaninchen, in dessen Stammbaum definitiv ein Löwen-Anteil zu finden ist.