die katrin

my photography & other stuff

5. September 2007
by miss sophie
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Achtung Schleichwerbung

Tassen. Ein großes Thema. Dank an Frau Anne für das Aufbringen desselbigen. Tassen sind eine Leidenschaft für sich. Es befinden sich allein 4 Emaille-Campingtassen in meinem Besitz. Die weiße mit dem blauen Rand hat es auch fast zum Titel “Lieblingstasse” geschafft. Knapp hinter der in Wien selbstgeklauten Starbucks-Tasse. Um Längen vor der “Wünsche, wohl geruht zu haben”-Windel-Winnie-Tasse (manchmal tut es gut, diese Stück Porzellan morgens in den Händen zu halten). Um mehrere Breitengrade vor der beim Kiezbingo von einer Freundin gewonnenen Gautsch-King-of-Pop-Tasse. Um einen halben Kontinent entfernt vom Rest der Tassenlandschaft. Soviel zu Platz 3, 2 und dem dreckigen grade abgewaschenen Rest. Sie alle sind toll. Aber am tollsten ist die Tasse eines Heißgetränkelieferanten, dessen Laden ich bislang nie betreten haben habe.

lieblingstasse

Diese Tasse ist ein Mitbringsel eines ehemaligen Gastes im ehemaligen Goetropa, dem alten Germanistencafé der FU. Es gab dort die Möglichkeit, auch als Nicht-Mitarbeiter eigene Tassen unterzustellen, um den täglichen Kaffeegenuss noch ein bisschen heimeliger zu gestalten. In einem Semester gab es eine neue Kommilitonin, die immer in meiner Schicht frei hatte und sich dann einen Kaffee gönnte. Unser Kontakt beschränkte sich auf “Hallo. Ich hätte gerne einen Kaffee. Meine Tasse ist die Coffee-Mamas-Tasse.” Ich griff ins Regal, überreichte ihr die Tasse und nahm die 50ct für den Kaffee entgegen. Im Gegensatz zu anderen Gästen dauerte es jedoch nicht lange und sie brauchte nichts mehr sagen. Ich sah sie, griff nach ihrer Tasse und sie lächelte zustimmend, ein bisschen überrascht auch. Wie gesagt, andere “Neulinge”, selbst langjährige Gäste mussten mir immer noch auf die Sprünge helfen, welche Tasse denn nun ihre sei.

Ihre Tasse habe ich sogar mit besonderer Vorsicht abgespült und immer mit einem kleinen Lächeln ins Regal gestellt. Bei dem Text musste ich immer an afro-amerikanische Frauen mittleren Alters denken. Wie sie hinter dem Tresen stehen, den Gästen fröhlich ihr koffeinhaltiges Heißgetränk ausschenkend, wissend um die besondere Bedeutung der kleinen Bohne. Der Laden ein brodelnder, summender Raum, der für viele zu einem zweiten Zuhause geworden ist.

Eines Tages, sie lächelte wieder ein bisschen überrascht, sprach sie es an. Sie müsse ja gar nichts mehr sagen, das sei ja toll. Ich entgegnete, wenn jemand jede Woche vorbeischaut, prägt sich das schon irgendwann ein. Und deine Tasse finde ich großartig, das macht es noch leichter. Sie reagierte, als sei diese nichts besonderes, fand meine Begeisterung wohl aber auch witzig. Sie fragte, ob ich denn den Coffeeshop kennen würde, sie arbeitet dort und könne mir eine mitbringen. Überrascht von dem klasse Angebot, grinste ich breit. Nein, den Coffeeshop kenne ich nicht, aber wenn das wirklich kein Problem sei, dann ja, hätte ich gerne auch so eine Tasse.

Dann war sie während meiner Schicht nicht mehr da. Das Semesterende forderte wohl seine Lernstunden ein. Ich konnte 1-2 Mal auch nicht da sein. Wenn ich andere Tassen wieder ins Regal stellte, sah ich ihre, stellte sie zum Platz machen sorgsam beiseite. Dachte mir, schade eigentlich, dass das doch nicht geklappt hat mit der 2. Coffee-Mamas-Tasse. Bis ich eines Tages wieder Platz schuf und auf einmal 2 in der Hand hielt. Ich freute mich wie ein kleines Kind, wickelte sie schnell in ein Geschirrtuch ein und brachte sie nach Hause. Ihre war irgendwann weg. Ich habe sie nicht mehr gesehen. Konnte mich nie bedanken. Ich tue es hiermit.

Das ist sie, die Geschichte meiner Lieblingstasse.

3. September 2007
by miss sophie
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Here we are – in another one of those weeks

Ich neige ja sonst eher selten zu Montagstiraden. Dieses “Boah, muss ich etwa schon wieder arbeiten gehen?”-Geseiere geht mir auf die Nüsse. Und doch. Heute werde ich wohl oder übel ein bisschen an dieser Kerbe mitritzen. Nicht, dass ich ein Problem mit meinen Jobs hätte. Bei allen dreien weiß ich, wofür ich da arbeite. Nicht nur, damit das Geld in die Wand kommt. Nein nein, ich trage dazu bei, dass ein kleines Unternehmen die schriftliche Grundlage erhält, vielleicht mal wieder einen Kredit bei einer Bank zu bekommen, dass Menschen in aller Welt gut umsorgt ihren Süchten frönen können, dass eine junge Nachwuchswissenschaftlerin auch ja keine unnötigen Fehler in ihren Publikationen und immer eine gut recherchierte Grundlage für diese hat.

Das sind gute Dinge. Dinge, die mal eher nützlich, mal eher notwendig sind, in jedem Fall aber gebraucht werden. … Klingt das alles jetzt allzusehr nach “Ich muss mich grade mal motivieren? Damit ich auch morgen noch kräftig zubeiß reinhauen kann.”? Schon, nich? Das Problem dabei ist – der eine oder die andere wird sich erinnern -, dass ich hauptamtlich Studierende bin. In seltenen Momenten muss ich mich an diesen Fakt erinnern. Ich vergesse das gerne mal. Ich bin der jungen Nachswuchswissenschaftlerin sehr dankbar, dass sie immer mal wieder dem Stand der Dinge nachhakt. Dass da nichts passiert, ist eine ganz andere Sache.

Das soeben Beschriebene geht seit 3 Wochen so. Und es wird noch mindestens 3 Wochen so weitergehen. Dass mir das an einem Montag auffällt, finde ich besonders fies.

1. September 2007
by miss sophie
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Das war ja ein kurzes Gastspiel

Jaa, was soll ich sagen. Vorher genau durchlesen, was man sich da so auf die Seite holt. Nix von wegen, ach, bei den privacy notes steht doch überall das Gleiche drin.

Julie hat’s vom Holgi und beim René drüber geschrieben: sitemeter.com lässt third-parties an die Daten, die die Cookies so von allen Besuchern einer Seite einsammeln können. Da braucht es gar keinen extra Post. Ein Blick in die privacy policy von sitemeter reicht vollkommen aus. Steht alles drin. Sie schreiben zwar, dass alles non-personal sei, aber dann doch lieber ein Anbieter, der erstmal grundsätzlich nicht mit third-parties zusammenarbeitet. Könnte man auch mal alles vorher lesen und nicht einfach nur verlinken…

Nun gut. Nicht ganz unclever ist vielleicht noch der Hinweis von Mr. Sync, dass alle, die seit Dienstag, 28.8. auf meinem Blog waren, ihre Cookies checken und löschen sollten. Auch wenn ich zweifle, ob das nun noch was bringt, nachdem der Counter rausgeflogen ist.

Ich hab mich jetzt spontan für Clicky entschieden. Alles etwas dolle bonbonfarben für meine Auge. Aber vielleicht lässt das costumizable dashboard ja eine Farbänderung zu.

Und ich hab mich vorhin noch gewundert, was meine Firewall mir da auf einmal meldet. So von wegen, mein Browser darf box.net nicht besuchen…

1. September 2007
by miss sophie
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Seitenfunde

Auf der Suche nach Gegenöffentlichkeit und über den Seitenweg der SZ auf folgendes gestoßen:

MAENNERINFO Gender News für Männer. Männerpsychologie – Rollenwandel – Gender Mainstreaming
Bei GenderMainstreaming muss ich immer ein bisschen schmunzeln, nicht wissend, ob ich das alles so unterstützenswert finden soll. Ist da doch immer so eine Stimme im Hinterkopf, die die damit einhergehende Aufrechterhaltung der Gender-Binarität beklagt. Aber diese Seite find ich irgendwie empfehlenswert.

In dieser Kolumne der SZ schreibt Dirk von Gehlen über die Regeln des Web, versetzt mit kleinen Beispielen und Links zu den entsprechenden Seiten. Schade nur, dass die Links nicht markiert und somit erst beim mit-der-Maus-drüber-fahren erkennbar sind. Soll vielleicht bei der SZ keiner rausfinden, dass Herr von Gehlen ordnungsgemäß verlinkt? Oder machen die das da alle so?

Wer sich für die Medienlandschaft aus Schweizer Bloggersicht interessiert, findet bei media.slug.ch eine chronologisch geordnete Liste.

Schiller sagte einst: Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten. (via) Soviel zur Nabelschau in Sachen Gegenöffentlichkeit von Blogs.

Unsere Uni hat ‘nen Watchblog. Wusst’ ich gar nicht. Existiert aber schon seit bald 2 Jahren. FUwatch nennt er sich. Auf den ersten Blick – ein watchblog vornehmlich von OSI-Leuten – der übliche uni-linke Kram. Auf den zweiten Blick – der LHG-Blog wird auch öfter mal gelesen und verlinkt, kein billiges Rumpöbeln gegen Lenzen – scheint das alles etwas unaufgeregter. Hat mich jetzt ein bisschen überrascht. Geb ich gerne zu.

Mehr davon später. Mir ist zwischenzeitlich Little Miss Sunshine vor die Augen gekommen. Toller Film.

31. August 2007
by miss sophie
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Rauchen

Rauchen ist eine Tätigkeit, auf die ich nicht verzichten möchte. Ich bin mir der gesundheitlichen Folgen bewusst. Soweit das eben geht, wenn mensch bisher noch nie große krankheitliche Probleme erlebt hat. Ich bin mir der psychologischen Ursachen bewusst. Soweit das eben immer kolportiert wird mit der Ersatzhandlung und der Sucht und so.

Vom Rauchen wird gerne mal gesagt: “Aber das schränkt dich doch in deinem Leben ein. Ständig hast du das Verlangen nach einer Zigarette. Es kostet immens viel Geld. Deine alltägliche Kondition leidet darunter.” Ex-Raucher berichten von einem befreienden Gefühl. Berichten davon, wie sie nach gut einem halben Jahr wieder Treppen steigen können, ohne außer Atem zu sein. Berichten davon, dass sie den Geschmack des Essens jetzt voll und ganz schmecken. Berichten davon, dass ihr Leben ein ganz neues sei. Gesundheitsexperten sprechen von den riesigen Kosten für das Gesundheitssystem, die durch die Folgen des Rauchens entstehen.

Dann denke ich so manches Mal bei mir: “Hm, hat alles was für sich.” Aber ich habe das Rauchen nie als Einschränkung erlebt. Beim Gedankenspiel, dies so zu sehen, geht mir sofort durch den Kopf: “Hm, dann müsste ich doch aber auch meine Leidenschaft für Musik und Filme als Einschränkung sehen. Kostet immens viel Geld. Ständig habe ich das Verlangen, etwas neues zu entdecken, das passende Equipment zu kaufen, auf Konzerte zu rennen.” Das bisschen Besserung für meine Kondition, das sich mit dem Beenden des Rauchens einstellen täte: Geschenkt, wenn ich nicht parallel dazu meine Ernährung und sportliche Ertüchtigung auf Vordermann bringe. Wozu also der Aufwand. Die Folgen fürs Gesundheitssystem: Ich habe mich nie ernsthaft damit beschäftigt, frage mich aber immer, ob Rauchen wirklich DAS Damoklesschwert ist, das über unserer Gesellschaft schwebt… Ja, ich habe ein Problem mit Hysterie.

Ich bin kein aggressiver “Ich will jetzt rauchen, also rauche ich”-Raucher. Bin ich an einem Ort, an dem Rauchen verboten ist, dann richte ich mich ein. Im Gegensatz zu anderen muss ich nicht zwingend eine rauchen, nur weil die U-Bahn erst in 8 Minuten kommt. Wenn das Rauchverbot für gastronomische Einrichtungen kommt, wird auch das lediglich eine Umstellung, aber kein Riesenproblem sein. Ich habe es diesen Sommer in England erlebt. Ich habe es in meiner Schule erlebt, auf diversen Arbeitsstätten, undundund. Geht mensch halt raus zum Rauchen und dann wieder rein. Ich werde es vermissen, an der Theke zu hocken, die Kippe zwischen Zeige- und Mittelfinger, die restlichen umschließen das Bier. Keine Frage. Die Atmosphäre wird sich ändern. Das Verruchte dieses Anblicks wird verschwinden. Aber das alles ist kein Weltuntergang, wenn auch für einzelne Lokalitäten das Rauchverbot nun wirklich sinnlos und übergestülpt ist. Ich bin gespannt, was passieren, wie sich das so alles entwickeln wird.

Wie viele andere auch, habe ich mir eine kleine, private Kultur rund ums Rauchen gebastelt. Die Filter sind in einem Camel-Metall-Döschen, das noch den alten Aufdruck der Zigarettenpackung enthält. Ich gebe gerne ein paar Cent mehr aus, um den von mir bevorzugten Tabak genießen zu können. Es hat lange gedauert, die perfekten papers zu finden. Weil der Lieferant des Kiosks um die Ecke diese aber nicht mehr in der Produktpalette hat, steht jetzt ein 25er-Karton in meinem Zimmer und ich muss immer noch schmunzeln ob meiner Leidenschaft für dieses Papier. Ich stehe auf Menthol-Zigaretten. Finde aromatisierten Tabak und aromatisierte papers toll. Wenn Pfirsich-papers nicht nur das Aroma und den Geschmack haben, sondern auch mit kleinen Pfirsichen bedruckt daherkommen. Es gibt soviel zu entdecken.

(Dank an PasQualle, der diese kleine, etwas wüste Gedankenlandschaft an die Oberfläche holte.)